Smartes Gießen, Parken und Hochwasserschutz

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Das neue smarte Stadtmöbel am Eingang zu den Georges-Levillain-Anlagen. Foto: Stadt Heidenheim

Die Stadt Heidenheim treibt gemeinsam mit Aalen das Projekt "Smart City" zum Einsatz künstlicher Intelligenz im Stadtraum voran.

Heidenheim

Bodenfeuchtesensoren in der Heidenheimer Hauptstraße und an weiteren Plätzen im Innenstadtbereich melden, wenn es Zeit ist zu gießen. Verkehrssensoren erfassen die Verkehrsbelastung entlang der B466 durch die Innenstadt. Ein Umweltsensor übermittelt die dazugehörige Feinstaubbelastung, eine Pegelstandmessung soll vor Hochwasser infolge von Starkregenereignissen warnen. Dargestellt werden diese und zahlreiche andere Messwerte auf einem Dashboard, das über einen Bildschirm an einer jüngst aufgestellten smarten Sitzbank ausgespielt wird. Das Pilotprojekt wurde im Rahmen eines Stadtrundgangs mit den Mitgliedern des Smart City-Beirats und den involvierten Partnern eröffnet.

Finanziert wurde das Vorhaben im Rahmen des bundesgeförderten Smart City-Modellprojekts, das die Stadt Heidenheim noch bis 2027 gemeinsam mit der Stadt Aalen vorantreibt. Gemeinsam haben die beiden Städte 17,5 Millionen Euro Fördergelder von der Bundesregierung erhalten.

„Mit dem Sensorik-Testfeld machen wir die Chancen und Potenziale der Smart City sichtbar. Wir legen damit den Grundstein dafür, die Lebensqualität zu erhöhen, dem Klimawandel entgegenzuwirken und die Stadtentwicklung zukunftsfähig aufzustellen“, sagt Oberbürgermeister Michael Salomo, der den gesamten Stadtrundgang Mitte November begleitet und dabei eröffnet hat. Alle involvierten Partner – Graustich und Conclurer (beide Heidenheim), Smart Makers (Karlsruhe), C.F. Maier (Königsbronn) und ZDE (Westhausen) – haben am symbolischen Banddurchschnitt am smarten Sitzmöbel teilgenommen, das zugleich der Startpunkt für den Rundgang entlang der installierten Sensoren war.

Mit dem Test erster Anwendungsfälle rund um das smarte Parken, einer smarten Bewässerung sowie Echtzeitdaten zur Verfügbarkeit von E-Ladesäulen, Fahrradabstellmöglichkeiten und vielem mehr gehört Heidenheim zu den Vorreiterstädten in Baden-Württemberg und unter den Mittelstädten sogar deutschlandweit zu den Pionieren. „Ziel der Sensorik-Anwendungen ist ein souveräner und vor allem transparenter Umgang mit Daten, die im städtischen Raum entstehen“, erklärt Steffen Michl, Technischer Projektmanager im Smart City-Modellprojekt während der Führung durch das Testfeld. Deren Einsatz solle nicht nur den Alltag der Menschen erleichtern, sondern auch Arbeitsprozesse effizienter gestalten.

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Intelligente Verkehrszählung

Auch die intelligente Verkehrszählung bringe wesentliche Vorteile gegenüber den mühsamen, personalaufwendigen und verhältnismäßig ungenauen klassischen Zählungen, teilt die Stadt Heidenheim mit. Die genutzte Lösung mit künstlicher Intelligenz sei schneller, anonymer und genauer. Sie erkenne Verkehrsmuster und unterscheidet zuverlässig verschiedene Verkehrsteilnehmenden vom Fahrrad bis zum Lkw. „Die Sensorik ist vollkommen datenschutzkonform. Die Aufzeichnung wird direkt auf dem Gerät verarbeitet. Übertragen werden lediglich anonymisierte Daten“, betont Smart City-Managerin Pia Dudel. Zukünftig ist dann auch die Programmierung einer Plattform vorgesehen, um die Informationen einfach und bedarfsorientiert für alle zugänglich zu machen. 

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