Superschnelle Drohnen: Team NÖ geht in die Luft

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Eine Videobrille sorgt für die Ich-Perspektive.
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In dem Unternehmen dreht sich alles um FPV-Drohnen - bei Sportveranstaltungen, im kommerziellen Einsatz und bei Messen.

Aalen

Die Drohnen des Team NÖ haben zu den Stars der Gründermesse MAKE Ostwürttemberg in Aalen gehört. Die Technikbegeisterten aus dem Rieser Unternehmen zeigten nicht nur 78 Kindern in einem Schnellkurs das richtige Fliegen mit einer Drohne. Sie präsentierten auch pfeilschnelle Fluggeräte, die um Hindernisse kurven, sich Rennen liefern oder in den Lüften Ball spielen. Daneben zeigten sie auf, wie Drohnen, kommerziell eingesetzt, Schäden in Photovoltaikanlagen entdecken, bei der biologischen Bekämpfung des Maiszünslers in der Landwirtschaft helfen oder Rehkitze in Getreidefeldern ausfindig machen. Oder, wie sie spektakuläre Videoaufnahmen für Werbung anfertigen und Firmenevents mit Shows den besonderen Pfiff geben.

Jörg Bumba aus Oettingen hat das Unternehmen vor einigen Jahren gegründet. Am Anfang standen der Spaß und der Enthusiasmus über die Möglichkeiten, welche die damals brandneue Generation der FPV-Drohnen mit sich brachte. FPV steht für „First Person View“, also Ich-Perspektive: Mit einer Videobrille ausgestattet, sehen die Pilotinnen und Piloten die Welt, als würden sie selbst im Cockpit der Drohne sitzen. Bumba und rund 20 Mitstreiter aus der Flugmodellgruppe Nördlingen begeisterten sich damals für die Drohnen und die dazugehörigen Hindernisrennen, Drone Races. „Wir haben erste Parcours für die Drohnen gebaut, damals noch mit Schwimmnudeln als Tore“, erinnert sich Bumba. Dann wurde es immer professioneller. Irgendwann reichte der Platz auf dem Modellflugplatz nicht mehr für Drone Racer und herkömmliche Modellflieger gleichzeitig aus. Also gliederte Bumba, der im Hauptberuf bei einer Baufirma arbeitet, seinen Lieblingsbereich aus. Statt einen weiteren Verein zu gründen, meldete er ein Gewerbe an.

2022 großes Drohnenfestival in Nördlingen

Das Team NÖ hat seither mit mehreren spektakulären Drohnen-Meisterschaften in Nördlingen von sich Reden gemacht. Im kommenden Jahr möchte es das European Drone Festival, das europaweit größte Drohnenevent, auf dem Nördlinger Flugplatz ausrichten. Der Termin steht mit dem 16. bis 19. Juni 2022 bereits fest. Bumba hofft, dass die Pandemie-Lage das große Event möglich macht.

Rennen mit den Drohnen, die von 0 auf 100 in einer Sekunde beschleunigen und jeden Sportwagen hinter sich lassen, sind mittlerweile ein anerkannter Sport. Jörg Bumbas Sohn Justin Meier schaffte es 2018 sogar in die neu gegründete fünfköpfige Nationalmannschaft. Als Teil von ihr nahm an der ersten Weltmeisterschaft in China teil.

Aber auch Dronesoccer oder Droneball, „Drohnenball“, wird gespielt. Hier kämpfen sich Drohnen in kugelrunden Kunststoffgehäusen den Weg zum gegnerischen Toren frei. Aber nur eine Drohne, der sogenannte Striker, darf ins Tor fliegen. „Wie Rugby in der Luft“, beschreibt es Jörg Bumba, der 2019 eine Dronesoccer-Meisterschaft in Südkorea besucht hat. Dort, im Geburtsland dieses Sports, sagt er, ist Dronesoccer bereits unheimlich populär.

Auf Messen und Firmenveranstaltungen ist das Team NÖ äußerst gefragt. Immer, wenn es darum geht, einen Blick in die Zukunft zu werfen, kommen die Drohnenshows zum Einsatz. Eine Baumaschinenfirma in Augsburg ließ die Fluggeräte nachts mit Lichteffekten um ihre Maschinen kurven. An diesem Wochenende ist das Team NÖ vor Ort, wenn in Reutlingen ein neuer Innovationspark eröffnet wird. Und bereits zweimal waren die Rieser zu Gast im ZDF-Fernsehgarten. Die MAKE haben sie bei ihren Ausgaben in Schwäbisch Gmünd 2019 und Aalen 2021 bereichert. Gespräche mit der Stadt Ellwangen, die im kommenden Jahr Ausrichtungsort der Make ist, laufen bereits.

Auf der MAKE Ostwürttemberg haben die Mitarbeiter von Team NÖ auch Kindern den Umgang mit Drohnen näher gebracht.

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