Tarifstreit bei den Krankenkassen spitzt sich zu

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Bei der AOK geht der Tarifstreit weiter.

Bei AOK und Barmer liegen Angebot der Arbeitgeber und Forderung von ver.di noch weit auseinander. 

Schwäbisch Gmünd. In den Gehaltstarifverhandlungen bei den Krankenkassen AOK und Barmer ruft ver.di die Beschäftigten bundesweit zu Arbeitsniederlegungen auf. „Die Beschäftigten der AOK fühlen sich durch das Angebot der Arbeitgeber weder wertgeschätzt, noch gehört. Deshalb setzen sie sich - auch in Zeiten der Pandemie - für faire Bezahlung und Verhandlungen auf Augenhöhe ein“, sagt Sandra Dziekan, Gewerkschaftssekretärin im ver.di-Bezirk Ulm-Oberschwaben.

Betroffen ist die Hauptverwaltung der Barmer in Schwäbisch Gmünd und die Standorte der AOK in Aalen, Gmünd, Heidenheim und weiteren in Baden-Württemberg. In Ulm und Heidenheim sind Aktionen geplant. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber schaffe bei den Beschäftigten Unmut, so ver.di. Daher rechnet Dziekan mit einer hohen Beteiligung an den Aktionen. Die Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der AOK gehen am 8. und 9. Februar, mit der Barmer am 9. und 10. Februar 2022 in die dritte Verhandlungsrunde.

ver.di fordert für die Beschäftigten der AOK eine Erhöhung von 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für die Auszubildenden 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Arbeitgeber hat eine einmalige Zahlung im März 2022 von 800 Euro für Tarifbeschäftigte und 300 Euro für Auszubildende angeboten. Erst ab Januar 2023 soll es eine prozentuale Erhöhung der Vergütung um 1,2 Prozent geben, bei einer Laufzeit von 24 Monaten.

Für die Beschäftigten der Barmer wird ein Plus von 3,8 Prozent gefordert, mindestens 150 Euro (auch für Auszubildende), bei einer Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich. Die Arbeitgeber haben bei einer Laufzeit von 27 Monaten für 2022 lediglich eine Einmalzahlung von 1.000 Euro für Beschäftigte und 500 Euro für Auszubildende angeboten. Ab 01.01.2023 soll es eine prozentuale Erhöhung von 2,3 Prozent für Beschäftigte und ein monatliches Plus von 50 Euro für Auszubildende geben. Eine Arbeitszeitreduzierung wurde komplett abgelehnt.

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