Triumph streicht Stellen

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Triumph baut am Standort Heubach erneut Stellen ab.
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Der Schweizer Wäschemodenhersteller hat Einsparungen angekündigt. Warum in Aalen und Heubach erneut Jobs wegfallen.

Heubach/Aalen

Die letzte Sparrunde ist noch nicht lange her. Vor drei Jahren strich der Schweizer Konzern Triumph Stellen am einstigen Stammsitz in Heubach sowie im Logistikzentrum in Aalen. Nun folgt der nächste Rückschlag für die regionalen Standorte. Bereits im September hat man die Belegschaft über anstehende Einsparungen informiert, nun steht das Ergebnis fest: Insgesamt werden an den deutschen Standorten Aalen, Heubach und München 97 Vollzeitstellen wegfallen. In Heubach sind 46 Stellen, in Aalen 30 betroffen.

Der Konzern begründet die neuerlichen Einsparungen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie – und dem fortschreitenden Umbau des Unternehmens selbst. Bereits vor einigen Jahren hatte Triumph angekündigt, das eigene Geschäftsmodell umzustrukturieren. Man ziele weiter darauf an, "die globale Vertriebsstrategie zu verbessern, Komplexität zu reduzieren und das Geschäftsmodell zu vereinfachen". Heißt: Die AG will sich schlanker aufstellen und baut nicht nur in Deutschland Stellen ab.

Zudem stelle die Covid-Pandemie das Unternehmen "vor neue und bis vor Kurzem unvorhergesehene Herausforderungen", wie die Firma schreibt. Das betreffe überdies die internationalen Handelskunden, Partner und Mitbewerber. Wegen der Pandemie sei zudem die Absatzplanung schweriger als in der Vergangenheit. Bereits seit einigen Jahren ändert sich die Handelslandschaft massiv. Der Trend zum Online-Handel macht auch vor der Mode von Triumph nicht Halt.

Mit dem Sparkurs will sich das Schweizer Unternehmen, das einst in Heubach gegründet wurde, effizienter aufstellen. Mit dem neuerlichen Abbau unterm Rosenstein sinkt die Zahl der Triumph-Jobs in der Stadt auf rund 300. Am traditionsreichen Stammsitz will die AG indes festhalten.

Von Plänen, unseren größten Standort aufzugeben, kann keine Rede sein.

Sprecher von Triumph

Von Plänen, den größten Standort Heubach aufzugeben, könne "gar keine Rede sein", erklärt ein Sprecher auf Anfrage dieser Zeitung. Zwar werde man im Zuge der Einsparungen eine Reihe von Funktionen und Aufgaben von den aktuellen Produktentwicklungsstandorten Heubach und Hongkong direkt in die Produktionswerke verlegen. Gleichzeitig würden wiederum einige Arbeitsplätze im Bereich Produktentwicklung für die Marke "Sloggi" aus Wiener Neustadt nach Heubach verlagert. Am Ende steht für den Standort dennoch der Verlust von 46 Vollzeitstellen.

Im Aalener Logistikzentrum indes werden derweil weitere rund 30 Stellen gestrichen. Bereits vor drei Jahren hatte Triumph hier einen massiven Stellenabbau vollzogen und 2018 einen Teil des Standorts geschlossen. Das kostete seinerzeit 290 der 400 Stellen.

Das verbliebene Vertriebszentrum bedient laut Triumph hauptsächlich deutsche Kunden mit deren Handelsmarken. Den Abbau begründet das Unternehmen mit der "Reduzierung bzw. teilweisen Aufgabe der Geschäftstätigkeit einiger dieser Kunden". Deshalb müsse die Belegschaft des Logistikzentrums um 30 Vollzeitstellen reduziert werden.

Den Abbau will Triumph bis Mitte des kommenden Jahres umsetzen, die Mitarbeiter wurden in einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert. Laut Unternehmensdarstellung habe man, so eine Pressemitteilung der Triumph AG, gemeinsam mit den Sozialpartnern "in den vergangenen Monaten intensiv zusammengearbeitet, um die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und die sozialen Auswirkungen zu reduzieren".

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