Varta: Umsatz geht zurück, Börse reagiert

+
Stammsitz der Varta in Ellwangen.
  • schließen

Die AG hält trotz schwachen ersten Quartals an den Jahreszielen fest. Die Gründe für das Minus. Der Börsenkurs reagiert empfindlich.

Ellwangen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs haben den Umsatz der Varta AG im ersten Quartal 2022 sinken lassen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Erlöse um mehr als neun Prozent auf 185,3 Millionen Euro zurück, der operative Gewinn sogar um rund ein Drittel auf 38,1 Millionen Euro.

Dennoch hält das börsennotierte Unternehmen an den Jahreszielen fest. Der Umsatz soll 2022 zwischen 950 Millionen und 1 Milliarde Euro liegen. „Varta ist und bleibt ein sehr gesundes Unternehmen – auch wenn die globalen Krisen nicht spurlos an uns vorübergehen“, erklärt Finanzchef Armin Hessenberger. Die steigenden Rohstoff- und Energiekosten könne Varta nur zeitverzögert an die Kunden weitergeben, zudem werde das Ergebnis durch die Projekt- und Anlaufkosten für die großformatige Lithium-Ionen Zellen belastet.

Hier erwartet Varta im Jahr 2024 erste Umsätze. Vorstandschef Schein erwartet eine große Nachfrage nach den größeren Akkus, die nicht nur im Automobilsegment, sondern zum Beispiel auch in Gartengeräten oder Profi-Werkzeugen zum Einsatz kommen sollen. „Das Interesse seitens der Kunden ist sehr groß“, so Schein. Laut Technikchef Rainer Hald laufe die Pilotproduktion der größeren Akkus „sehr gut“.

An der Börse führte das Ergebnis zu einem empfindlichen Rückgang: Die Aktie verlor am Donnerstag seit Handelsbeginn zwischenzeitlich mehr als 17 Prozent und notiert nach einem Kurs von rund 82 Euro am Mittwoch derzeit bei circa 70 Euro.

Besonders stark litt im ersten Quartal ausgerechnet die frühere Wachstumslokomotive, das Segment Lithium-Ionen- und Mikrobatterien. Varta beliefert mit den Akkus zum Beispiel die Hersteller von kabellosen Kopfhörern. Hier sank der Umsatz um 27,5 Millionen auf 88,4 Millionen Euro. Varta hat laut eigenen Angaben „auf die zurückhaltende Nachfrage mit temporären Kapazitätsanpassungen und Kosteneinsparungen“ reagiert, rechnet aber im zweiten Halbjahr mit einer „deutlichen Geschäftsbelebung“, da einige Kunden neue Produkte auf den Markt bringen.  

Den empfindlichen Rückgang konnte auch das starke, klassische Geschäft mit Haushaltsbatterien und Energiespeichern nicht kompensieren. Hier stieg der Umsatz von 82,4 Millionen auf 96,9 Millionen Euro. Der Gewinn sank jedoch. Der Grund: Preisanstieg bei vielen Rohstoffen.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

Kommentare