Varta will Stammsitz Ellwangen erweitern

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Die Varta AG will ihren Stammsitz in Ellwangen erweitern. Geplant sind neue Büroräume und Flächen für Forschung und Entwicklung
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Auf dem Varta-Areal soll bald ein neues Gebäude entstehen. Welche Ziele das Ellwanger Unternehmen damit verfolgt – und warum das geplante Gebäude ein Hochbau werden soll.

Ellwangen

Die Varta AG will in der Region weiter investieren und den Konzernsitz in Ellwangen erweitern. Das Technologieunternehmen plant laut eigenen Angaben neben neuen und modernen Büroflächen weitere Flächen für Forschung und Entwicklung. Angedacht sei ein Neubau mit modernen Büros, die zeitgemäßes Arbeiten und einfache Kommunikation ermöglichen sollen, so das Unternehmen. Digitalisierung spiele hier eine ebenso entscheidende Rolle wie nachhaltiges Bauen. Details zu den Planungen werde es zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Das Unternehmen äußerte sich zwar weder zum Investitionsvolumen noch zur geplanten Größe, Unternehmenssprecher Dr. Christian Kucznierz betont jedoch: „Wir wachsen am Stammsitz in Ellwangen und wir wollen weiterwachsen.“ Bei dem Neubau handle es sich um die Bebauung eines bestehenden Geländes des Areals südlich des Varta-Platzes. „Wir wollen mit dem Neubau moderne Arbeitsplätze und moderne Kommunikationsräume schaffen“, erklärt Kucznierz weiter.

„Der Neubau ist ein weiterer Schritt in unserer Wachstumsstrategie“, sagt Vorstandsvorsitzender Herbert Schein. „Mit dem neuen Gebäude geben wir ein klares Bekenntnis zum Standort Ellwangen als Konzernsitz der Varta AG ab. Hier schlägt das Herz unseres Unternehmens. Varta ist in der Welt zuhause, aber in Ellwangen daheim.“

Bei dem Investitionsvorhaben setzt die Firma vor allem auf Hochbauten. „Die Fläche am Standort Ellwangen ist begrenzt“, begründet Fabian Stock, Head of Strategic Business Development bei Varta. „Auf der einen Seite haben wir die Bahngleise, auf der anderen einen bewaldeten Hang. Deswegen werden die neuen Gebäude hier in die Höhe gebaut. Außerdem leisten wir so einen Beitrag dazu, weniger Bodenfläche zu versiegeln. Besonders bedanken wir uns bei der Stadt Ellwangen, mit der wir immer sehr gut und lösungsorientiert arbeiten.“

Ellwangens Oberbürgermeister Michael Dambacher begrüßt das Vorhaben als „klares Bekenntnis von Varta zu seinem Stammsitz“. Die beiden Hauptstandorte in Ellwangen und Nördlingen entwickelten sich derzeit „prächtig“: „Wir sind in engem und intensivem Austausch mit Varta und arbeiten konstruktiv und zielgerichtet zusammen.“ Im Rahmen der Möglichkeiten wolle die Stadt dafür sorgen, dass genügend Fläche für die Entwicklung zur Verfügung steht. Die Ankündigung, vor allem in die Höhe zu bauen, sieht er als gutes Signal. Vonseiten der Stadtverwaltung sei auch die Blickbeziehung, in diesem Fall zwischen dem neuen Varta-Hauptquartier, Schönenbergkirche und Schloss untersucht worden. Im Ergebnis können die Verwaltungsgebäude eine Gesamthöhe von 37 Metern und die Produktionsgebäude eine Höhe von 40 Metern erreichen. Die Bauantragsunterlagen sind bereits eingereicht, derzeit laufen die Genehmigungsverfahren. OB Dambacher geht davon aus, das bald die ersten Teilfreigaben erteilt werden können. „Die ambitionierte zeitliche Planung von Varta werden wir im Rahmen des Genehmigungsverfahrens unterstützen“, so der Oberbürgermeister. Wie Wolfgang Baur, Leiter des Ellwanger Amtes für Liegenschaften und Steuern, gegenüber dieser Zeitung ausführte, begleitet die Stadt Ellwangen die Neuordnung und Überplanung des gesamten Varta-Areals bereits seit rund fünf Jahren.

Varta beschäftigt aktuell 1300 Mitarbeiter am Stammsitz in Ellwangen. Bereits in den vergangenen Jahren wurde der Standort – wie auch jener in Nördlingen – immer wieder ausgebaut. Vor allem die Produktion für die Lithium-Ionen-Akkus wie sie etwa in kabellosen Kopfhörern zum Einsatz kommen wurde stetig erweitert. Mit der Ende Juni 2021 offiziell eröffneten neuen Lithium-Ionen-Zellenfabrik in Nördlingen kann Varta nun bis zu 400 Millionen Knopfzellen pro Jahr produzieren.

Zuletzt hatte sich das Wachstum der Varta AG zwar verlangsamt. Der Umsatz belief im dritten Quartal 2021 sich auf 224,7 Millionen Euro – ein Minus von sechs Prozent im Vorjahresvergleich. Mit Blick auf die ersten neun Monate des Jahres erzielte Varta einen Gesamtumsatz in Höhe von 622,3 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang um 1,3 Prozent im Vergleich zu 2020. Grund sind anhaltende Auswirkungen der Covid-Pandemie auf das Geschäft einiger Varta-Kunden. Entsprechend hatte das Unternehmen auch seine Umsatzprognose für das vergangene Jahr korrigiert und geht nunmehr von 900 Millionen statt 940 Millionen Euro aus. Dabei arbeitet Varta dennoch weiter hochprofitabel.

Das Unternehmen rechnet weiter mit einem operativen Gewinn von mehr als 200 Millionen Euro. Kürzlich hatte das Unternehmen zudem bekannt gegeben, auch Antriebsbatterien für Elektroautos bauen zu wollen. Details hierzu will Varta im Frühjahr 2022 nennen. Zu den Kunden soll Medienberichten zufolge auch Porsche gehören.

Varta ist in der Welt zuhause, aber in Ellwangen daheim.“

Herbert Schein, Vorstandsvorsitzender, Varta AG

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