Vertreter entscheiden digital

  • Weitere
    schließen
+
Im Jahr 2019 tagte die Vertreterversammlung noch in der Stadthalle Aalen, wie hier im Bild zu sehen. 2020 wird das Gremium digital abstimmen.
  • schließen

Corona stellt auch die VR-Bank Ostalb vor Herausforderungen. Wie – und warum – die Vertreterversammlung vollständig digital ablaufen wird.

Aalen.

In diesen Tagen haben alle 368 Vertreter der VR-Bank Ostalb das Schreiben bereits erhalten: Statt wie im vergangenen Jahr in gewohnter Runde in der Stadthalle Aalen, wird die für Genossenschaftsbanken so wichtige Vertreterversammlung heuer komplett digital ablaufen. "Angesichts der Pandemiesituation haben wir uns bereits im Sommer Gedanken gemacht, welche Alternativen es zum physischen Treffen gibt", erklärt Vorstandschef Kurt Abele. Einer rein digitalen, zeitlich begrenzten Versammlung, etwa per Videokonferenz, erteilte man angesichts der unterschiedlichen technischen Voraussetzungen der Vertreter eine Absage. "Die Gefahr, dass etwa der Stream abbricht, weil das Internet plötzlich ausfällt, ist aktuell noch zu groß", erklärt Abele.

Die VR-Bank Ostalb hat deshalb mit Partnern aus der genossenschaftlichen Gruppe, die die entsprechende Technik bereitstellen, folgenden Ablauf entwickelt: In einem Schreiben wurden die Vertreter bereits über die Details zur Versammlung informiert. Auf einer Plattform stellt die VR-Bank zunächst der nächsten Woche für drei Tage "on-Demand", also jederzeit verfügbar, die entsprechenden, notwendigen Informationen für die Versammlung zur Verfügung, etwa Geschäfts-, Prüfungs- und Aufsichtsratsbericht.

Hinzu kommen die Begrüßungen samt Präsentationsfolien von Aufsichtsratschef Claus Albrecht sowie Vorstandschef Abele, in der nicht nur die Entwicklung der Bank im vergangenen Jahr, sondern auch die Auswirkungen der Pandemie aufs aktuelle Bankgeschäft thematisiert werden. Die Videos wurden zuvor aufgezeichnet. Dennoch ist es den Vertretern in diesem Zeitraum möglich, zu diskutieren oder Fragen zu stellen. "Hierzu gibt es eine extra Funktion auf der Plattform", so Abele. Vorstand und Aufsichtsrat reagieren dann auf etwaige Meldungen im Forum schriftlich. Nach dieser Informations- und Diskussionsphase wird dann per Software am 9. November abgestimmt, etwa über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie über die vorgeschlagene Dividende. Von 9 bis 19 Uhr ist an jenem Montag die "digitale Wahlurne" geöffnet, wie Abele erklärt. In diesem Zeitraum können sich dann die Vertreter mit den individualisierten Einwahldaten einloggen und abstimmen.

Corona ist auch eine Chance, Neues zu wagen.

Kurt Abele Vorstandschef VR-Bank Ostalb

Im Anschluss an die Wahlphase tagt der Aufsichtsrat, physisch oder virtuell. Und das mit gutem Grund: Denn der langjährige Aufsichtsratschef Claus Albrecht scheidet aus Altersgründen aus, ein neuer Vorsitzender des für eine Genossenschaftsbank so wichtigen Gremiums muss gewählt werden.

Eine komplett digitale Ausgabe der Vertreterversammlung ist für die VR-Bank Ostalb eine Premiere. Ebenso ist sie die erste Genossenschaftsbank im Ostalbkreis, die ihre Versammlung komplett online stattfinden lässt - und sich damit gegen eine rein schriftliche Abstimmung, die ebenfalls möglich gewesen wäre, entschieden hat. "Dank der virtuellen Plattform ist bei der digitalen Variante ein besserer Austausch mit den Vertretern möglich", begründet Abele. Die Vertreterversammlung sei zudem ein weiterer Beleg dafür, dass sich die genossenschaftliche Bankenwelt weiter entwickle und digitalisiere. "Corona ist insofern eine Chance, Neues zu wagen und digitale Projekte anzustoßen", ist Abele optimistisch.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL