Voestalpine hofft auf Besserung im Herbst

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Karosserieteile wie diese werden am Standort von Voestalpine in Schwäbisch Gmünd unter anderem hergestellt.
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Voestalpine wächst, doch die Automobilsparte – und mit ihr der Standort Gmünd – leidet weiter unter Chipmangel und gestörten Lieferketten.

Schwäbisch Gmünd. Die Zahlen sind beeindruckend: Um mehr als ein Drittel ist der Umsatz des österreichischen Voestalpine- Konzerns nach dem dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres gestiegen und zwar auf rund 10,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis hat sich auf mehr als 1,5 Milliarden Euro sogar verdoppelt. Die Linzer übertreffen damit deutlich das Niveau vor Ausbruch der Pandemie – und haben nach neun Monaten schon mehr Erlös erwirtschaftet als nach dem kompletten vorherigen Geschäftsjahr. Doch die Automobilsparte, zu der auch der Standort Schwäbisch Gmünd gehört, hat weiter zu kämpfen. 


Die Nachfrage nach Autos ist zwar ungebrochen groß, doch kämpft die Branche, und damit die Zulieferindustrie gleich mit mehreren Problemen. „Die noch immer spürbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie, Chip-Versorgungsprobleme der sogenannten OEMs (also Erstausrüster oder Originalgerätehersteller) stellen die zu 100 Prozent für die Automobilindustrie produzierenden Voestalpine-Konzerngesellschaften der Business Unit Automotive Components vor große wirtschaftliche Herausforderungen“, wie eine Konzernsprecherin erklärt. „Die langfristigen Auswirkungen des Chipmangels sind schwer abzuschätzen“, erläutert sie weiter. Allerdings gibt es Anlass zu Optimismus: „Wir gehen davon aus, dass die Lieferkettenprobleme in der Automobilindustrie im Herbst die Talsohle durchschritten haben.“


Voestalpine hatte vor dem Hintergrund dieser Entwicklung reagiert und im Januar vergangenen Jahres einen Stellenabbau in Gmünd beschlossen, 46 Arbeitsplätze wurden abgebaut. Mit weiteren Kürzungen ist derzeit aber wohl nicht zu rechen. „Aus heutiger Sicht sind keine Personalanpassungen am Voestalpine-Standort Schwäbisch Gmünd geplant“, heißt es dazu vom Unternehmen. Stattdessen, so die Sprecherin, „wurde und wird weiterhin in den Bereichen Digitalisierung und Automatisierung investiert.“ Für zwei namhafte Premium-Automobilkunden sei die Produktion in den vergangenen Jahren um insgesamt 11 000 Quadratmeter erweitert und so 26 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Derzeit beschäftigt die Firma an ihrem Standort auf dem Gügling 776 Mitarbeitende. Der Umsatz der „Voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd“, wie der Standort im Konzern genannt wird, lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei rund 193 Millionen Euro.


Der Standort in Gmünd fertigt höchstfeste Warmumformteile sowie komplexe Baugruppen aus Stahl und Aluminium für sogenannte Premiumkunden der Automobilindustrie. Die Fabrik auf dem Gügling war in den vergangenen Jahren stark gewachsen, 2013 waren 500 Menschen hier beschäftigt. Aktuell hat die Fabrik eine Gesamtfläche von rund 106 000 Quadratmetern, 60 000 davon sind Produktionsfläche.

Voestalpine ist ein Stahl- und Technologiekonzern. Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten und ist seit 1995 an der Wiener Börse notiert.

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