Voith investiert und kauft zu

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Rund drei Millionen Euro hat Voith in das neue Sanitärgebäude am Stammsitz in Heidenheim investiert.

Konzern eröffnet neues Gebäude am Stammsitz Heidenheim – und hat den Motorenbauer Elin nun komplett übernommen.

Heidenheim

Der Voith-Konzern hat am Stammsitz in Heidenheim ein neues Sanitärgebäude in Betrieb genommen. Das Unternehmen hat dafür rund drei Millionen Euro investiert. Der Neubau ist Teil des angekündigten Investitionsprogramms für den Standort. Ungleich teurer dürfte die Übernahme der restlichen Anteile am österreichischen Motorenbauer Elin gewesen sein. Voith hatte zuvor schon rund 70 Prozent der Anteile im Besitz, nun folgen die restlichen. Zu den finanziellen Details des Zukaufs äußerte sich Voith nicht. Elin beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter.

Investition. Am Stammsitz in Heidenheim wurde das Sanitärgebäude im Beisein von Voith-Konzernchef Dr. Toralf Haag und Alexander Schlotz, dem Vorsitzenden des Gesamt- und Konzernbetriebsrats eröffnet. Künftig wird das neue Sanitärgebäude auf zwei Geschossen zeitgemäße, produktionsnahe Umkleide-, Dusch- und Waschräume sowie Toiletten mit Kapazitäten für rund 500 Personen bieten, teilt das Unternehmen. Außerdem befinden sich im neuen Gebäude Servicestationen zur Reinigung der Arbeitskleidung sowie Verpflegungsautomaten. 

Das neue Sanitärgebäude ist Teil der Investitionen in den Standort Heidenheim von 15 Millionen Euro jährlich und damit Teil des Standortsicherungsvertrages. „Wie wichtig der Standort Heidenheim für Voith ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass wir auch in der Pandemie die geplanten Investitionen freigegeben haben und drei Viertel der Zukunftsinvestitionen bis 2023 bereits heute initiiert sind“, sagt Voith CEO Toralf Haag. „In den Standort zu investieren und ihn so weiter zu modernisieren ist Teil unseres Zukunftsvertrags Heidenheim 2026, mit dem wir bei Voith ein klares Bekenntnis zum Stammsitz Heidenheim zeigen. Wir schaffen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit und sichern somit langfristig die Beschäftigung am Standort Heidenheim.“

Errichtet wurde der Neubau auf den Grundmauern des bis zuletzt als Technikraum und Lager genutzten ehemaligen Luftschutzbunkers. Direkt neben dem Gästehaus Villa Eisenhof auf dem Firmengelände gelegen, wird er als zentrales Sanitärgebäude im nördlichen Teil des Voith-Geländes genutzt. 

Übernahme. Seit 1. Mai 2020 war Voith mit 70 Prozent Mehrheitseigentümer von Elin Motoren. Die restlichen 30 Prozent Unternehmens gehörten weiterhin dem langjährigen Geschäftsführers Franz Hrachowitz. Ende vergangenen Jahres verständigten sich beide Parteien auf die Übernahme der verbleibenden Anteile.

Die Elin Motoren GmbH beschäftigt insgesamt 1000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 120 Millionen Euro. Das Unternehmen produziert elektrische Motoren und Generatoren in Kleinserie sowie Lösungen für Industrieanwendungen. Dabei fokussieren sich die Österreicher auf elektrische Maschinen, Motoren im Niederspannungs-, Mittelspannungs- sowie im Hochspannungsbereich und Generatoren, insbesondere für die Windenergie sowie die dezentrale Energieerzeugung. Mit seinem Produktportfolio bedient das Unternehmen die Zielmärkte Windenergie, Kunststoff, Tunnel und Bergbau, Öl und Gas, Anlagenbau sowie Kraftwerke.

„Für Voith ist dies ein weiterer Schritt, unser Kerngeschäft zu stärken und in Richtung nachhaltiger Technologien konsequent auszubauen“, sagt Konzernchef Haag. „Voith Turbo gilt weltweit als ein führender Technologie-unabhängiger Lieferant von Antriebssystemen. Gemeinsam mit Elin konnten wir in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Vorteil für unsere Kunden bei der Elektrifizierung des Antriebsstrangs erzielen. Die Übernahme ist deshalb ein wichtiger Meilenstein und Beitrag, die Dekarbonisierung und damit verbundene Reduzierung von CO2 voranzutreiben“, ergänzt Cornelius Weitzmann, Chef von Voith Turbo.

Die vollständige Übernahme von Elin Motoren durch Voith habe keinerlei Auswirkungen auf das operative Geschäft, schreiben die Heidenheimer weiter. Die Tätigkeitsbereiche blieben unverändert bestehen, es werde darüber hinaus auch keinerlei personelle Veränderungen in der Konzernbereichsleitung geben. Elin soll weiterhin unter der etablierten Marke tätig sein.

Die Übernahme ist ein wichtiger Meilenstein.“

Dr. Toralf Haag, Voith-Chef
Das Werk in Elin im österreichischen Weiz gehört nun zu 100 Prozent zum Voith-Konzern.

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