Voith stößt seine Beteiligung an Kuka AG wieder ab

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Der Heidenheimer Maschinen- und Anlagenbauer Voith trennt sich nach nur eineinhalb Jahren wieder von seinem Engagement beim Roboterhersteller Kuka AG. Die Voith-Gesellschafter haben am 1. Juli einstimmig beschlossen, das Angebot des chinesischen Midea-Konzerns anzunehmen und die 25,1 Prozent an Kuka für rund 1,2 Milliarden Euro zu veräußern.

Heidenheim. Mit dem Liquiditätszufluss soll der Umbau des Maschinen- und Anlagenbauers vorangetrieben werden. Voith hatte 2014 im Rahmen seiner digitalen Agenda sechs Handlungsfelder definiert, auf denen der Konzern sein Engagement stärken wolle: Automatisierung, IT-Security, Software Plattformen, Sensorik/Robotik, Datenanalyse und industrielle Softwareentwicklung. Auf diesen Feldernwolle Voith zielgerichtet den Markt auf attraktive Beteiligungsoptionen in diesen Feldern untersuchen heißt es in der Pressemitteilung des Heidenheimer Unternehmens.

Binnen rund anderthalb Jahren hat sich der Wert der Kuka-Beteiligung von Voith mehr als verdoppelt. "Unser Einstieg bei Kuka hat sich strategisch als ein großer Erfolg erwiesen. Ich bin davon überzeugt, dass Voith einer der Gewinner des Übernahmeangebots von Midea ist", sagte Dr. Hubert Lienhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der Voith GmbH. Midea hatte mit seinem freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot in den vergangenen Wochen für Aufruhr in der deutschen Wirtschaftslandschaft gesorgt. Teile der Politik hatten sich gegen ein Engagement der Chinesen beim Roboterbauer gewandt, weil sie darin Gefahren eines Verlusts an strategisch wichtigem Know-how befürchten.

"Die Beteiligung an einem Roboterhersteller war stets als ein weiterer Baustein für die Digitalisierung des Voith-Produktportfolios gedacht", sagte Lienhard weiter zu der Entscheidung der Voith-Gesellschafter. Es sei unternehmerisch für Voith unter den jetzigen Vorzeichen sinnvoll, die Beteiligung an Kuka wieder zu verkaufen. "Durch die Abgabe der Beteiligung können wir die bislang dort gebundenen Mittel nun flexibel in organisches Wachstum wie auch für attraktive Akquisitionen einsetzen. Die erlöste Liquidität fließt vollständig in die beschleunigte digitale Transformation unseres Portfolios", stellte der Voith-Chef klar.

Es sei das erklärte Ziel von Voith, den digitalen Wandel in seinen Märkten maßgeblich mitzugestalten. Mit seinen vier Konzernbereichen stehe Voith für ein umfassendes Angebot aus Anlagen, Produkten und Services, das die Märkte Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe sowie Transport & Automotive umspannt. Damit könne Voith sein gesamtes Geschäftsportfolio digitalisieren, ergänzende Bereiche erschließen und bestehende sowie neue Kunden in die Digitalisierung führen und begleiten. Als etablierter Technologieführer mit großem Domänenwissen und einer großen installierten Anlagen- und Produktflotte im Markt sieht Voith hier erhebliche Wachstumspotenziale, die das Unternehmen in den nächsten Jahren nutzen werde, teilte der Anlagenbauer weiter mit.   Sascha Kurz

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