Voiths volle Auftragsbücher

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Der Statorrahmen eines Generators von Voith Hydro.
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Der Umsatz geht trotz Pandemiekrise nur leicht zurück, dafür sind die Auftragsbücher so gut gefüllt wie zuletzt vor neun Jahren.

Heidenheim

Trotz Covid-Pandemie und schwierigen, weil schwankenden Märkten hat der Voith in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beinahe stabil gehalten, der operative Gewinn ist leicht gestiegen. „Der Voith-Konzern ist weiterhin in einer operativen und finanziell sehr robusten Verfassung, trotz deutlich spürbarer Negativeffekte durch die Pandemie“, erklärt Dr. Toralf Haag, Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Umsatz sank von 2,08 Milliarden auf 2,06 Milliarden Euro, der operative Gewinn (Ebit) erhöhte sich um 4 Prozent auf 82 Millionen Euro.

Noch froher dürfte den Konzern der Blick in die Auftragsbücher stimmen: Die sind nämlich so voll wie lange nicht. Der Auftragsbestand lag zum Stichtag 31. März bei rund sechs Milliarden Euro, der beste Wert seit neun Jahren. „Unsere breite sektorale und geografische Aufstellung hat sich während der Krise ausgezahlt und wir sind zuversichtlich, dass Voith langfristig den eingeschlagenen Kurs des nachhaltig profitablen Wachstums fortsetzen wird“, erklärt Haag. Laut des Voith-Chefs hätten auch die jüngsten Übernahmen zum guten Ergebnis beigetragen.

Für die Papiersparte hatte man Ende 2019 für rund 319 Millionen Euro die BTG übernommen, einen Anbieter von Prozesslösungen für die Zellstoff- und Papierindustrie. 2020 folgte der Kauf von 90 Prozent der Anteile an Toscotec, einem italienischen Unternehmen, das auf die Entwicklung und Produktion von Papiermaschinen, Systemen und Komponenten für die Herstellung von Hygienepapieren, Papier und Karton spezialisiert ist. Mit beiden Übernahmen will Voith sein Profil als Komplettanbieter für Papieranlagen schärfen.

Ein großer Teil der weltweiten Papierproduktion wird auf Papiermaschinen der Heidenheimer hergestellt. Die Sparte war wegen der im vergangenen großen Nachfrage seitens der Papierindustrie stark gewachsen. Die Branche hatte angesichts des Booms des Online-Handels kräftig investiert. Da dieser Sondereffekt langsam nachlässt, hat Voith Paper im ersten Halbjahr weniger Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum: statt 895 Millionen 832 Millionen Euro. Allerdings liegt der Auftragseingang um ein Viertel höher als im Vorjahr: nämlich bei 1,136 Milliarden Euro.

Die Turbo-Sparte wiederum wurde im vergangenen Jahr um den österreichischen Generatoren- und Motorenhersteller Elin erweitert, der rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Im Frühjahr 2020 hatte Voith 70 Prozent des Unternehmens übernommen. Die Antriebselemente von Voith Turbo werden weltweit sowohl in industriellen Anlagen als auch auf Schiene, Straße und auf dem Wasser eingesetzt. Im ersten Halbjahr hat der Konzernbereich einen Umsatz von 707 Millionen Euro erzielt, 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ein Viertel der weltweit aus Wasserkraft gewonnenen Energie wird mit Turbinen und Generatoren von Voith Hydro erzeugt, dem dritten Standbein des Konzerns, das im ersten Halbjahr mit 478 Millionen Euro etwas weniger Umsatz erwirtschaftet hat. Allerdings sind die Auftragsbücher voll: Das Volumen stieg um 27 Prozent auf 663 Millionen Euro.

Haag will das Kerngeschäft in den Bereichen Nachhaltigkeit, Dekarbonisierung und Digitalisierung erweitern. „Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs, Papier als nachhaltiger Rohstoff und die Wasserkraft als regenerative Energiequelle bilden dabei den Fokus, um unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt Rechnung zu tragen und im Sinne einer industriellen Nachhaltigkeit Vorreiter beim Wettlauf nachhaltiger Technologien zu sein“, erläutert der Voith-Chef.

Voith ist weiterhin in einer operativen und finanziell sehr robusten Verfassung.“

Dr. Toralf Haag, Vorsitzender der Geschäftsführung

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