Volker Knoblauch: Ideen ausprobieren, Neuland betreten

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Prof. Dr. Volker Knoblauch ist neuer Prorektor für Forschung an der Hochschule Aalen. Der Materialwissenschaftler – hier mit seiner Mitarbeiterin Estefane Barbosasa – forscht an innovativen Batterietechnologien.

Mit dem Professor der Hochschule Aalen ist erstmals eine Prorektor explizit für das Ressort Forschung zuständig. Die Rolle der außerordentlich forschungsstarken Hochschule wird besonders gewürdigt. 

Aalen

Erkenntnisse gewinnen, Ideen ausprobieren, Neuland betreten – das treibt Prof. Dr. Volker Knoblauch an. „Forschung macht einfach großen Spaß – und ist essenziell für unsere Gesellschaft und den Technologiestandort Deutschland“, sagt der Professor für Werkstofftechnik an der Hochschule Aalen. Seine Neugier gilt nicht nur seinen eigenen Forschungsfeldern wie den innovativen Batterietechnologien und dem Leichtbau. Seit kurzem engagiert er sich auch als neuer Prorektor für Forschung für eine weitere Verbesserung der Forschungsbedingungen an der Hochschule Aalen.

Mit der Neuwahl des Prorektorats wurde explizit das Ressort Forschung im Rektorat verankert. „Seit vielen Jahren ist die Hochschule Aalen deutschlandweit eine der forschungsstärksten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW). Wir haben hier eine tolle Forschungsinfrastruktur, und diese möchten wir mit den neuen Prorektorat Forschung auch entsprechend würdigen und stärken“, betont Rektor Prof. Dr. Harald Riegel.

Als Prorektor für Forschung setzt sich Knoblauch unter anderem für die Aktivitäten in den neuen Forschungsgebäuden ZiMATE und ZTN und im Baden-Württemberg Center of Applied Research (BW-CAR) – dem Netzwerk forschungsstarker Professorinnen und Professoren aus den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) – ein. Engagieren möchte sich der 51-jährige Familienvater auch für das derzeit Promotionsrecht der HAWen. „Die Promovierenden sind sozusagen der Treibstoff, ohne sie gibt es keine Forschung“, sagt der Materialwissenschaftler.

Ein großes Anliegen ist ihm die Verstetigung der SmartPro-Innovationspartnerschaft, in der die Hochschule Aalen mit über 60 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft an smarten Materialien und intelligenten Technologien für zukunftsfähige Produkte forscht, die besonders energieeffizient sind. „Dieses vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Leuchtturmprojekt möchten wir in eine dauerhafte Forschungspartnerschaft überführen, die sich selbst trägt“, betont Knoblauch.

Seit 2010 lehrt er an der Hochschule Aalen und hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau des Instituts für Materialforschung (IMFAA) und der Einwerbung der neuen Forschungsgebäude ZiMATE und ZTN. Im Bereich der Lehre entwickelte er den Forschungsmaster „Advanced Materials and Manufacturing“ mit und leitete diesen bis zuletzt als Studiendekan.

Eigene Forschung zu Lithium-Ionen-Batterien und Leichtbau

Im Fokus seiner Forschung stehen Lithium-Ionen-Batterien und Leichtbauwerkstoffe. „Das sind sehr komplexe Themen, bei denen es noch viele offene Fragen gibt, was für Forschende natürlich absolut reizvoll ist. Gerade bei der Energiespeichertechnik gibt es eine unheimlich große Dynamik“, schwärmt Knoblauch. Als Wissenschaftler ist ihm auch ein interdisziplinärer Ansatz wichtig. „Bei den drängenden Herausforderungen unserer Gesellschaft wird niemandem alleine der große Durchbruch gelingen, das können wir nur gemeinsam schaffen“, sagt Knoblauch im Hinblick auf Klimawandel und schwindende Ressourcen. Das möchte er auch seinen Studierenden mitgeben. „Stets offen zu sein für andere Disziplinen und seine eigenen Ergebnisse kritisch zu hinterfragen – das ist ganz wichtig. Mit neuem Input von außen kommt man auch in der eigenen Sache weiter.“ Dass er einmal als Professor für Werkstoffkunde die vielfältige Welt der Materialwissenschaften lehren würde, das stand bei ihm nicht von vornherein fest. 

Lange in der Wirtschaft tätig

Nach dem Abitur in Göppingen studierte Knoblauch Chemieingenieurwesen am heutigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nach dem Vordiplom wechselte er nach Aalen, um tiefer in die Werkstoffkunde einzutauchen. Er promovierte am Institut für Hochleistungskeramik der Technischen Universität Hamburg-Harburg, arbeitete dann für die Robert Bosch GmbH, zuerst in der Werkstoffforschung, später im Technologiemanagement der Bosch Rexroth AG. Als er einen Ruf der Hochschule Aalen erhielt, musste er nicht lange überlegen: „Schon damals war die Hochschule Aalen eine der ersten Adressen. Hier kann man Lehre und Forschung perfekt verbinden.“

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