VR-Bank Ostalb ist klimaneutral

+
Die Hauptstelle der VR-Bank Ostalb in Aalen mit Photovoltaik-Anlage.
  • schließen

Die Genossenschaftsbank hat ihren CO2-Fußabdruck ermitteln lassen und Minderungszertifikate erworben. Nachhaltige Strategie soll fortgesetzt werden.

„Wir wollen uns mit Haut und Haar zur Klimaneutralität bekennen.“

Kurt Abele, Vorstandsvorsitzender

Aalen

Die VR-Bank Ostalb macht den Weg frei für mehr Nachhaltigkeit. Die größte Genossenschaftsbank der Region ist für das Jahr 2020 erstmals als klimaneutrales Unternehmen ausgezeichnet worden. Das Aalener Start-up CO2OP hat dafür den CO2-Abdruck der Bank ausgemacht und den Kauf von CO2-Minderunsgzertifikaten vermittelt. Dieses Vorgehen möchte die VR-Bank Ostalb nun jährlich wiederholen. Dabei soll der CO2-Fußabdruck der Bank kontinuierlich sinken, verspricht Vorstandsvorsitzender Kurt Abele.

Der Kontakt mit der CO2OP GbR kam im April dieses Jahres eher zufällig zustande. Aber das Umwelttechnikunternehmen und die Bank macht in ihrer Zusammenarbeit gleich Nägel mit Köpfen, wie Energietechnik-Experte Prof. Dr. Bastian Schröter von CO2OP erläutert: In einer achtwöchigen Datenerhebung ermittelten die Fachleute den Energieverbrauch der VR-Bank Ostalb und erhoben die Dienstreisen. Zusätzlich befragten sie die Bankerinnen und Banker zu ihren Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte.

Für den CO2-Fußabdruck, erklärt Schröter, sind drei Bereiche, sogenannte Scopes (englisch für Umfang), ausschlaggebend: erstens die direkten Emissionen, etwa durch den Fuhrpark und die Anlagen im Unternehmen. Zweitens Strom und Wärme, die verbraucht werden: Hier kommt der VR-Bank Ostalb zugute, dass bereits jetzt Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen eingespeist wird. Der dritte Bereich sind vor- und nachgelagerte Prozesse, etwa in den Lieferketten, deren Emissionen nicht zwingend zum CO2-Fußabdruck gezählt werden müssen. Die VR-Bank Ostalb hat dies dennoch getan, auch, weil bei ihr viele Autofahrten der Beschäftigten zwischen ihren Wohnorten und der Bank anfallen. „Das liegt zum Teil auch an unserer ländlichen Struktur“, merkt Abele an.

Herausgekommen ist für das Jahr 2019 ein Fußabdruck von 658 Tonnen CO2 und von 600 Tonnen für 2020. Diese 600 Tonnen hat die Bank nun auf Vermittlung von CO2OP mit dem Kauf von CO2-Minderunsgzertifikaten kompensiert.

Unterstützt werden mit dem Geld von der Ostalb eine Biomasseanlage in Kambodscha, Kleinwasserkraftanlagen in Uganda und ein Geothermiekraftwerk in El Salvador. Solche Projekte sind für Schröter nachhaltiger als etwa eine Aufforstung, da sie von Beginn an für eine CO2-Einsparung sorgen.

Weitere Schritte zur CO2-Reduzierung

Für die VR-Bank gab es das Zertifikat „Klimaneutrales Unternehmen 2020“. „Das soll jährlich fortgeschrieben werden“, betont Abele. Gleichzeitig soll der Fußabdruck jährlich schrumpfen. So stelle die VR-Bank ihren Fuhrpark nach und nach auf Elektromobilität um „Außerdem haben wir im Jahr 2021 komplett auf Grünstrom umgestellt“, sagt der Vorstandschef.

Alternativen zum Auto sollen gefördert werden. Wo es die Aufgabe zulässt, soll mobiles Arbeiten möglich werden. Dazu wurde eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat geschlossen. Ganz auf Home-Office könne man allerdings nicht umstellen, erklärt der Bankchef, denn ein großer Teil der Beschäftigten sei nach wie vor im persönlichen Kontakt mit den Kunden.

2021 hat die Bank zudem gänzlich auf Grünstrom umgestellt. Auch weitere Photovoltaik-Anlagen sollen kommen. Abele hält das Bankgebäude in der Gmünder Ledergasse dazu für prädestiniert. Die Anlage scheitere derzeit noch an den Denkmalschutzauflagen. „Aber da ist Bewegung drin“, so Abele, es liefen bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung.

  • Strategie der Regionalität und Nachhaltigkeit
  • Seit vielen Jahren engagiert sich die VR-Bank für die Ostalb-Bürger Energie eG, die Bürger Energie Stauferland eG sowie den Lehrstuhl für Erneuerbare Energie an der Hochschule Aalen. Für den Bau von zwei energieautarken Dreifamilienhäusern überreichte das Umweltministerium 2020 die Auszeichnung als „Ort voller Energie“. Im Rahmen des VR-Gewinnspar-Projekts „Garten3“ setzt sich die Bank zudem seit 2018 für nachhaltige Bildung junger Menschen ein. Damit sollen bereits die Kinder in den Kindergärten und Grundschulen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz sensibilisiert werden in dem sie die gespendeten Hochbeete und Insektenhotels vor Ort nutzen können. Zudem fördert die VR-Bank soziale, gemeinnützige und mildtätige Einrichtungen in der Region mit jährlich bis zu 500 000 Euro. Über das Nachhaltigkeitsmanagementsystem WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg verfolgt die Bank zwölf Leitsätze, die sich auf die Bereiche soziales Engagement, nachhaltiges Wirtschaften, Mitarbeiterverantwortung, Klima- und Umweltschutz erstrecken.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

Kommentare