Was Influencer kosten

  • Weitere
    schließen
+
Florian Frech (im Screenshot rechts oben) stellte beim Kommunikationskongress die Welt der Influencer vor und erklärte, wie sie Unternehmen helfen können. Screenshot: ham
  • schließen

Referent Florian Frech erklärt, wie Unternehmen die Stars von Instagram und Co. sinnvoll nutzen – und kein Geld versenken.

Aalen

Sie preisen Beauty-Produkte und Reiseziele an, plaudern aus ihrem Leben oder testen online neue Küchengeräte: Die Influencer sind die Stars auf Social-Media-Kanälen wie Instagram oder TikTok. Der Stuttgarter Marketingexperte Florian Frech hat beim online übertragenen Kommunikationskongress von Marketing-Club Ostwürttemberg, Hochschule Aalen und SDZ Events Einblick in diese Welt gegeben. "Influencer als Werbebotschafter – wie sie wirken und wie Unternehmen sie nutzen können" hieß sein Vortrag.

Mit seiner Stuttgarter Agentur Frech & Freundlich Creative und dem Influencer-Netzwerk Channel Buzz berät Frech Kunden im Influencer-Marketing. Er ist Dozent an mehreren Bildungseinrichtungen. Seit 2010, ist er im Blog- und Youtube-Marketing unterwegs. "Damals hat man als Agentur für 500 Euro 25 Blogger bekommen", erinnert er sich. Heute undenkbar: Unternehmen, die beliebte Influencer für Produkttests, Testimonials, Gewinnspiele, Unboxing-Videos, Erklärvideos, Event- oder PR-Kampagnen buchen wollen, müssten tiefer in die Tasche greifen: "Man kann mit jedem Budget gute Ergebnisse erreichen, aber man startet am besten mit 5000 bis 10 000 Euro." Dann dürfe man allerdings nicht berühmte Influencer wie etwa die Lifestyle-Bloggerin Sarah Harrison mit mehr als einer Million Youtube-Abonnenten erwarten. Für Berühmtheiten dieser Kragenweite müsse man pro Video 30 000 bis 40 000 Euro investieren.

Oft sind etwas ältere Blogger die bessere Wahl

Bei Instagram ist schon viel Geld verbrannt worden.

Florian Frech Marketingexperte

Zu großer Vorsicht riet Frech in seinem Vortrag und der anschließenden Diskussion im Netzwerk Instagram: "Hier ist schon viel Geld verbrannt worden." Einerseits tummelten sich dort zahllose "Fake-Kanäle", deren hohen Follower-Zahlen nicht immer zu trauen sei. Zum anderen führe die Konzentration auf Bilder bei Instagram dazu, dass die eigentliche Werbebotschaft in den Hintergrund gerate. Frech nannte ein Beispiel: Das Foto einer Influencerin, die mit Fahrrad und Handy posierte, um auf eine Versicherung aufmerksam zu machen, erhielt zwar viele Kommentare: Die drehten sich allerdings hauptsächlich um ihr schickes Kleid und die schöne Frisur. Da Instagram-Stories zudem nur 24 Stunden sichtbar sind, müsse obendrein viel Geld für einen relativ kurzen Zeitraum der Sichtbarkeit investiert werden.

Von Kanälen mit Botschaften wie "Hey, guckt mal, das ist das neue Shampoo" hält Frech wenig. Die Zukunft gehört für ihn den authentischen, hochwertigen Kanälen mit echtem Mehrwert, relevanten Inhalten und professionell gestalteten Videos: Kanäle wie "Sallys Kochwelt und Backwelt" oder Tim Schäfers Finanzblog nannte er als Positivbeispiele. Oft seien hier die etwas älteren Influencer interessanter für Firmen als die ganz jungen, die "einfach nur berühmt" werden wollten.

Dennoch könnten Unternehmen mit dem richtigen Einsatz von Influencer-Marketing ihre Zielgruppe verjüngen, die Marke stärken und den Umsatz steigern. Es gelte, Influencer auszuwählen, die zu den eigenen Zielen passen. Gleichzeitig müsste sich jeder gerade beim Influcencer-Marketing bewusst sein: "Relevant ist nicht, was das Unternehmen interessiert, sondern, was die Zielgruppe interessiert."

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL