Weleda lässt den Campus wachsen

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Weleda-Baustelle auf dem Gügling
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Auf dem Gmünder Gügling haben die Beschäftigten des Naturkosmetik- und Arzneimittelherstellers den Grundstein für den nachhaltigen Logistikstandort gelegt, der Ende 2023 fertig sein soll.

Weleda verschickt seine Salben, Cremes, Kosmetikprodukte und anthroposophischen Arzneimittel künftig vom Gmünder Gügling aus in alle Welt: Seit Herbst ist der Logistik-Campus im Bau, jetzt haben Konzernverantwortliche und Weleda-Beschäftigte den Grundstein gelegt. Im Dezember 2023 soll der Campus komplett in Betrieb gehen und dann mehrere dezentrale Standorte der Weleda-Logistik in der Region ersetzen.
„Wir liegen trotz aller Lieferkettenprobleme im Zeitplan, im Kostenplan liegen wir nicht“, verkündete Alois Mayer, Mitglied der Weleda-Geschäftsleitung den Gästen der Grundsteinlegung auf dem Gügling am Freitagnachmittag. Der Verwaltungsrat des Schweizer Weleda-Konzerns habe es jedoch ermöglicht, den Campus „ohne Abstriche bei Nachhaltigkeit und Funktionalität“ fertig zu bauen. Zu Baubeginn war bereits von einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ die Rede gewesen, der investiert wird.
Neben einem vollautomatischen Hochregallager entstehen ein Funktionsgebäude mit Wareneingang, Warenausgang und Räumlichkeiten für alle dazwischen liegenden Arbeitsschritte, ein Zwischenbau sowie ein Verwaltungsgebäude mit Büros und Sozialräumen. Architekt ist die Michelgroup aus Ulm. „Das wird kein unförmiger Klotz, sondern mehrere, kleinteilige Gebäude, die sich sanft in die Umgebung einfügen“, lobte Gmünds OB Richard Arnold die Pläne: „Hier entsteht ein vorbildlicher Leuchtturm der Nachhaltigkeit und Achtsamkeit.“
In der Tat möchte der ökologisch ausgerichtete Konzern mit dem Logistikcampus völlig neue Wege gehen und ein Zeichen setzen. „Dies ist in der 100-jährigen Geschichte der Weleda das größte Bauprojekt“, sagte Verwaltungsratsvorsitzender Thomas Jorberg und verwies auf eine wohl einmalige Besonderheit: „Der Lehmaushub wird nicht von der Baustelle abgefahren, sondern dient als Rohstoff für das Gebäude.“ Konkret soll für die Gebäude ein Materialmix aus Beton, Stampflehm und Holz zum Einsatz kommen. Den Eingriff in die Natur möchte das Unternehmen gemäß seiner Philosophie so gering wie möglich halten. „Es ist eine Freude, zukunftsorientierte Logistikbauten mitzugestalten“, sagte Infrastruktur-Bereichsleiter Karl-Heinz Türk.
Das Areal ist insgesamt 72 000 Quadratmeter groß, die Gebäudegrundfläche beträgt lediglich 8300 Quadratmeter. Nur rund 20 Prozent des Grundstückes werden also bebaut. Die versiegelte Fläche beträgt etwa 14 000 Quadratmeter.

Grundstein im Erdboden und „Living Soil Camp“

Viel Platz auf dem Areal wird der Natur und den Menschen für Rückzugs- und Begegnungsmöglichkeiten vorbehalten. Dementsprechend ließen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Weleda-Logistik den Grundstein nicht in ein Fundament, sondern in den Erdboden des Geländes herab. Der Grundstein ist ein Dodekaeder mit zwölf fünfeckigen Flächen aus Kupfer und enthält im Inneren Mineralien, Pflanzen, eine Koralle sowie Wunschzettel der Beschäftigten. Ein Kran hievte einen mächtigen Findling auf den Ort des Grundsteins, daneben wurde ein Ginkgo als erster von mehreren Bäumen gesetzt: „Es soll ein Ort der Begegnung, aber auch der Ruhe und Stille sein“, sagte Dr. Andreas Jäschke, Vizepräsident des Verwaltungsrates.
Zeitgleich zur Grundsteinlegung fand im Weleda-Garten in Gmünd das „Living-Soil-Camp“ statt: Hier trafen sich Start-ups trafen, die an Lösungen für mehr Bodengesundheit, Arten- und Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften arbeiten.

Weleda AG Arlesheim

Die Weleda AG ist eine Aktiengesellschaft nach schweizerischem Recht mit Hauptsitz in Arlesheim bei Basel (Schweiz) und einer großen Niederlassung in Schwäbisch Gmünd. Daneben besteht die internationale Weleda-Gruppe aus weltweit 25 Gesellschaften und beschäftigt mehr als 2500 Mitarbeitende. Weleda-Produkte sind in mehr als 50 Ländern erhältlich. Weleda ist nach eigenen Angaben weltweit führender Hersteller von zertifizierter Bio- und Naturkosmetik und Arzneimitteln für die anthroposophische Therapierichtung.

Weleda-Baustelle auf dem Gügling

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