Weleda stellt Geschäftstätigkeit in Russland ein

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Sitz der Weleda AG im schweizerischen Arlesheim.
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Das Unternehmen, das Standorte in Russland und der Ukraine unterhält, kappt Lieferung nach Russland und spendet rund 100 000 Euro in die Ukraine.

Schwäbisch Gmünd. Als Reaktion auf den Überfall der russischen Armee auf die Ukraine hat Weleda die Belieferung ihrer russischen Niederlassung in Moskau gestoppt. Das teilt das Unternehmen mit. Zudem hat Weleda in Russland alle Marketingaktivitäten eingestellt. Auch der Online-Shop sei ab sofort geschlossen. "Weleda verurteilt die kriegerische Handlung des russischen Regimes und möchte sich mit diesem Schritt für ein Ende des Krieges einsetzen. Für die Mitarbeitenden in der Ukraine und in Russland will Weleda Verantwortung übernehmen und ihnen soweit möglich helfen", so das Unternehmen.

Weleda betreibt sowohl einen Standort in Russland als auch in der Ukraine. Beide Märkte hatten sich in den vergangenen Jahren recht gut entwickelt. "Die Geschäftstätigkeit in der Ukraine ist vollständig zum Erliegen gekommen, einerseits natürlich durch die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges, aber auch weil die Menschen momentan einfach andere Sorgen haben", erklärt ein Weleda-Sprecher. "Unsere Kolleginnen und Kollegen haben das Land entweder verlassen oder sind anderweitig in Sicherheit, soweit man davon in der Ukraine derzeit überhaupt sprechen kann."

Priorität hat für die Weleda nun die Unterstützung ihrer Mitarbeitenden und der Menschen in der Ukraine. Mit Geld- und Sachleistungen im Wert von insgesamt 100 000 Euro unterstützt Weleda in einem ersten Schritt Organisationen, die jetzt humanitäre Hilfe leisten. "Wir werden 70 000 Euro an verschiedene etablierte Hilfsorganisationen spenden, mit dem Fokus auf medizinischer und humanitärer Hilfe in der Ukraine", so der Weleda-Sprecher weiter. Weitere 30 000 Euro werde man in Form von Weleda Produkten spenden (v.a. Babycremen, Seifen, Duschen, Zahnpflege, Hautcreme). Die Spedition Ludwig Häberle Logistik GmbH aus Schwäbisch Gmünd werde die Sachspende kostenlos zu einer Hilfsorganisation in Unterfranken bringe, die sich um die weitere Verteilung kümmern wird, so der Sprecher weiter.

In der Ukraine beschäftigt Weleda 15 Mitarbeitende und erzielte 2020 einen Umsatz von rund 1,8 Millionen Euro. In Russland beschäftigt Weleda 42 Mitarbeitende und erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 8,2 Millionen Euro. Insgesamt lag der Umsatz im Jahr 2020 bei rund 424 Millionen Euro. 

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