Weniger Geflüchtete starten eine Ausbildung

2022 haben 50 Geflüchtete eine Handwerksausbildung begonnen, 2020 waren es in der Region noch 176.

Ulm. Knapp 2700 Jugendliche zwischen Ostalb und Bodensee haben sich im Jahr 2022 für eine Ausbildung in einem von über 130 Handwerksberufen entschieden. Die Ausbildungszahlen sind im Vergleich zum Jahresende 2021 insgesamt leicht rückläufig: 2022 haben 45 Azubis weniger eine handwerkliche Ausbildung gestartet. Laut Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, findet sich ein Grund für den Azubirückgang auch in der stagnierenden Zahl der Geflüchteten, die eine handwerkliche Lehre starten: So haben im Jahr 2022 lediglich 50 Geflüchtete eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb der Region begonnen.

Zum Vergleich: 2021 waren es noch 121, 2020 waren es 176. Der Flüchtlingsstrom ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. Das macht sich auch in den Betrieben bemerkbar, die auf diese Fachkräfte angewiesen sind. Denn qualifizierte Nachwuchshandwerkerinnen und -handwerker sind gewerkübergreifend gefragt. „Uns fehlen die Geflüchteten und die ausländischen Jugendlichen – heute als Auszubildende und morgen als Fachkräfte, die die Versorgung unserer Verbraucher sichern“, so Mehlich.

Im Ostalbkreis haben sich im aktuellen Ausbildungsjahr 562 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Derzeit sind 96 Lehrstellen unbesetzt.

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