Zahl der Arbeitslosen steigt

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Nach einer Entspannung im Herbst steigt die Zahl der Arbeitslosen in der Region Ostwürttemberg. Im Ostalbkreis lag sie im Januar 2021 bei 3,9 Prozent. Grafik: Carmen Apprich

Laut Arbeitsagentur liegt das nicht nur an der Corona-Krise, sondern auch am Wetter. Der Lockdown lässt die Zahl der Kurzarbeiter weiter steigen.

Aalen

Der kalte, schneereiche Januar hat in der Region zu einem deutlichen Anstieg der arbeitslos Gemeldeten geführt. Wie die Agentur für Arbeit mitteilt, ist der Zahl der Arbeitslosen um 769 auf 10 818 gewachsen. "Diese Steigerung ist durchaus jahreszeitlich üblich", erklärt Agenturchef Elmar Zillert. Trotz der ungünstigen Witterung sei der Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren sogar etwas geringer ausgefallen. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 4,3 Prozent, ein Plus von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Dezember 2020. In Baden-Württemberg liegt sie bei 4,5 Prozent.

Die Lage.In Ostwürttemberg sind die Bezirke unterschiedlich stark betroffen. In Ellwangen liegt die Arbeitslosenquote nach wie vor in einem sehr niedrigen Bereich (2,2 Prozent), im Landkreis Heidenheim ist sie mit 5,2 Prozent am höchsten, danach folgen Schwäbisch Gmünd (4,6), Bopfingen (3,8) sowie Aalen (3,7). Im gesamten Ostalbkreis liegt sie mit 3,9 Prozent weiter deutlich unterhalb des Landesschnitts. Dennoch bereitet die aktuelle Situation Zillert einige Sorgen – aus mehreren Gründen.

Neue Stellen. Die Unternehmen haben deutlich weniger freie Stellen zu besetzen. Die Zahl der neu zu besetzenden Arbeitsstellen brach im Vergleich zu Januar 2020 um mehr als 30 Prozent auf 434 ein. Aktuell sind rund 2000 offene Stellen in Ostwürttemberg gemeldet. Der überwiegende Teil der Jobangebote richtet sich an qualifizierte Fachkräfte. Für die Helfer, die etwa die Hälfte der Arbeitslosen ausmachen, ist nur jede fünfte Stelle vorgesehen. "Der Rückgang an offenen Stellen," erklärt Zillert, "zieht sich nun schon seit Beginn der Pandemie hin." Nur im Spätsommer habe es eine leichte Erholung gegeben. Mit den steigenden Infektionszahlen im Herbst hat sich die Situation bei den neu gemeldeten Stellen in den Firmen aber schnell wieder verschlechtert.

Wir werden die Auswirkungen noch lange spüren.

Elmar Zillert Arbeitsagentur Aalen

Langzeitarbeitslose. In Ostwürttemberg ist mehr als jeder vierte Arbeitslose bereits seit mehr als einem Jahr arbeitslos. "Wie schon in den vergangenen Monaten gilt auch zu Beginn des neuen Jahres meine größte Sorge den Langzeitarbeitslosen", erläutert der Agenturchef. Hier hinterlasse Corona "wirklich" große Spuren. "Für diesen Personenkreis hat sich der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben durch die Pandemie weiter deutlich verschlechtert."

Kurzarbeit. Zu Jahresbeginn hat sich die Situation laut Agentur bei der Kurzarbeit weiter verschärft. Mit dem "Lockdown light" Anfang November hätten die Anzeigen an Kurzarbeit wieder zugenommen, nachdem es über die Sommermonate einen deutlichen Rückgang gegeben hatte. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostwürttemberg für 84 650 Beschäftigte in 5543 Betrieben Kurzarbeit beantragt, davon entfielen 62 503 Betroffene mit 4022 Anzeigen auf den Ostalbkreis.

Fazit. Seit Beginn der Pandemie ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg geringer ausgefallen als in Baden-Württemberg, konstatiert Zillert. "Dennoch werden wir die Auswirkungen der derzeitigen Entwicklungen noch lange spüren. Darum kommt es jetzt darauf an, die Weichen richtig zu stellen." Ein Schlüsselfaktor für die Zukunft sei die Qualifikation der Menschen. "Deshalb gilt es jetzt unter anderem die Zeit der Kurzarbeit für eine zukunftsorientierte Qualifizierung zu nutzen, um den Strukturwandel und die bevorstehende demographische Entwicklung zu meistern", führt Zillert aus. Vor diesem Hintergrund dürfe man auch in der Ausbildungsbereitschaft nicht nachlassen und das Ausbildungsangebot in der Region nicht reduzieren.

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