Zeiss räumt Zukunftspreis ab

  • Weitere
    schließen
+
Das Team vor dem Industrielaser, der für die Licht-Erzeugung eingesetzt wird, um die EUV-Lithografie zu ermöglichen (von links): Dr. Peter Kürz, Zeiss-Sparte SMT, Dr. Michael Kösters,Trumpf Lasersystems for Semiconductor Manufacturing, und Dr. Sergiy Yulin, Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF.

Jury würdigt den wesentlichen Beitrag, den ein Team aus Zeiss, Trumpf und Fraunhofer-Institut bei der Entwicklung der EUV-Lithografie zur Chip-Herstellung geleistet hat.

Oberkochen

Für seinen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der EUV-Lithografie hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Team aus Zeiss (Oberkochen), Trumpf (Ditzingen) und Fraunhofer-Institut (Jena) mit dem Deutschen Zukunftspreis geehrt. Er zeichnete die Entwickler Dr. Peter Kürz (Zeiss-Sparte SMT), Dr. Michael Kösters (Trumpf Lasersystems for Semiconductor Manufacturing) und Dr. Sergiy Yulin, (Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena) aus.

Das EUV-Lithografiesystem revolutioniert die Chipherstellung: Gegenüber der bisher in der Chipfertigung etablierten optischen Lithografie lassen sich mit diesem Verfahren wesentlich kleinere Strukturen erzeugen.

Der Deutsche Zukunftspreis wird seit 1997 jährlich vergeben. Er gehört zu den wichtigsten Wissenschaftsauszeichnungen in Deutschland und ist mit 250 000 Euro dotiert. Das Preisgeld spenden Zeiss und Trumpf für gemeinnützige Zwecke.

EUV steht für "extrem ultraviolett", also Licht mit extrem kurzer Wellenlänge. Mit dieser Technologie lassen sich laut den Entwicklern in diesem und dem nächsten Jahrzehnt stetig leistungsfähigere, energieeffizientere und kostengünstigere Mikrochips herstellen. Diese bildeten die Basis für Autonomes Fahren, 5G, Künstliche Intelligenz und viele weitere neue Anwendungen, die heute noch nicht vorstellbar seien. Heute, so Zeiss, habe bereits ein Smartphone die millionenfache Rechenpower des Computers, der 1969 die erste Mondlandung begleitete. Ermöglicht werde dies durch einen kaum fingerkuppengroßen Mikrochip, auf dem sich mehr als zehn Milliarden Transistoren befinden.

Die Preisträger haben laut Jury einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der EUV-Technologie als Fertigungsverfahren für die neuesten Chip-Generationen geleistet, das die bisherigen Grenzen des technisch Machbaren überwinde. Das Resultat sei eine durch mehr als 2000 Patente abgesicherte Zukunftstechnologie, die die Basis für den künftigen technischen Fortschritt und die Digitalisierung unseres Alltags bilde. Dank EUV seien bei Zeiss und Trumpf bis heute mehr als 3300 Hochtechnologiearbeitsplätze geschaffen und 2019 ein Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro erwirtschaftet worden – Tendenz steigend.

Wir sind sehr stolz auf das Team, das hinter der außerordentlichen Entwicklungsleistung der EUV-Technologie steht.

Dr. Karl Lamprecht Zeiss-Vorstandsvorsitzender

Zeiss in diesem Jahr gleich zweimal nominiert

"Wir freuen uns über den Deutschen Zukunftspreis und sind sehr stolz auf das Team, das hinter der außerordentlichen Entwicklungsleistung der EUV-Technologie steht", so Dr. Karl Lamprecht, Vorstandsvorsitzender der Zeiss-Gruppe. "Gleichzeitig ist der Preis und die doppelte Nominierung eine schöne Bestätigung der Innovationskraft unseres Unternehmens, die den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt gleichermaßen fördert." Zeiss stellte nämlich als erstes Unternehmen in der Geschichte des Deutschen Zukunftspreises zwei der nominierten Teams. Neben dem Preisträger-Team der SMT gehört auch ein Team der Zeiss-Sparte "Medical Technology" zum Kreis der Besten. Die hochkarätige Jury wählt in einem mehrstufigen Prozess aus einer Vielzahl an Projekten jedes Jahr drei Forscherteams und ihre Innovation in diese Endrunde des Preises.

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat den Unternehmen Zeiss in Oberkochen und Trumpf in Ditzingen gratuliert. "Zeiss und Trumpf ist mit ihrer hervorragenden Entwicklungsarbeit gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen ASML und vielen weiteren Partnern ein entscheidender Fortschritt in der Herstellung moderner Mikrochips gelungen. Sie haben damit eine wichtige Hürde auf dem Weg zur schnelleren Verarbeitung großer Datenmengen bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz genommen."

"Dass ein so wichtiger Preis für eine so sensationelle Leistung auf die Ostalb kommt, ist eine Freude, schmückt die Region und wirkt weit darüber hinaus. Ich freue mich mit den Geehrten und mit der ganzen Raumschaft", gratulierte auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL