Zukunftsimpuls für die Region

+
Das Aalener DigiZ wurde am Dienstag offiziell eröffnet.
  • schließen

Das Aalener DigiZ wurde offiziell in Betrieb genommen. Der Grund: Der Megatrend Digitalisierung wird Wirtschaft und Gesellschaft massiv verändern.  

Aalen

Bereits seit einiger Zeit hat das Digitalisierungszentrum (DigiZ) im ehemaligen IHK-Bildungszentrum seinen Betrieb aufgenommen. An diesem Dienstag wurde die Einrichtung auch offiziell eröffnet. „Wir wollen zeigen, wie die Digitalisierung in der Praxis und in Anwendungen aussieht“, sagt DigiZ-Leiter Peter Schmidt von der IHK Ostwürttemberg. Denn gerade der Megatrend Digitalisierung betrifft jeden Menschen und jede Firma – wie sie sich allerdings in Geschäftsmodellen der Zukunft niederschlagen wird, ist vielen jedoch unklar.

„Die Zukunft ist ein Abenteuer“, so Rudi Feil, ehemaliger IHK-Vizepräsident und einer der maßgeblichen Motoren hinter dem Digitalisierungs-Hub. Weitere DigiZ gibt es in der Region in Gmünd und Heidenheim. „Das DigiZ soll in der Region erste Anlaufstelle für Digitalisierungsprojekte sein und ist eines der wichtigsten Projekte der IHK in den vergangenen Jahren.“ Kleine und mittelständische Unternehmen seien das Rückgrat der Wirtschaft und müssten Möglichkeiten haben,  sich mit dem Megatrend praktisch zu beschäftigten.

Aalens Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle nennt das DigiZ einen „Zukunftsimpuls für Ostwürttemberg“. Es sei außer Frage gestanden, das Projekt als Stadt auch finanziell zu unterstützen. Unternehmen und Mitarbeitende könnten vor Ort an Digitalisierungsthemen wie Industrie 4.0 arbeiten. Auch der „Aspekt der menschlichen Vernetzung“ sei ein wichtiger. Steidle führt das Smart-City-Projekt 5G-trAAfic der Stadt Aalen als wichtiges Digitalisierungsprojekt an.

Wie massiv die Veränderungen für Wirtschaft und Gesellschaft sind, macht Wolfgang Weiß, Geschäftsführer des Zentrums für digitale Entwicklung (ZDE) in Westhausen am Beispiel des neuen, schnellen Mobilfunkstandards 5G deutlich. Der ist keine Zukunftsmusik, sondern Chance wie Herausforderung zugleich. Eine Nokia-Studie bescheinigt 5G ein Wertschöpfungspotenzial von acht Billionen US-Dollar bis zum Jahr 2030. „5G ist nicht nur Schlüsseltechnologie, sondern Treiber für Innovation und Wachstum“, betont Weiß. Für Firmen ergeben sich dadurch nicht nur neue Geschäftsmöglichkeiten, 5G verändere die gesamte Wertschöpfung. Weiß führt als Beispiel die globalen Lieferketten vieler regionaler Firmen an, die sich dadurch verändern. „Deshalb sollten sich Firmen bereits jetzt damit beschäftigen.“

Eine weitere große Chance für die Firmen sei der Aufbau eigener Campusnetze mit 5G. Das sichere den Firmen weitere Kompetenz und Technologievorteile. Firmen können bei geringen Kosten eigene Frequenzen bei der Bundesnetzagentur beantragen und ein firmeneigenes 5G-Netzwerk aufspannen. Die Vorteile von 5G gegenüber traditionellen Übertragungstechniken sind nicht nur eine höhere Geschwindigkeit, sondern auch eine deutlich geringere Latenz. Ostwürttemberg sieht Weiß glänzend aufgestellt: „Das Zusammenspiel der Akteure funktioniert hier herausragend gut.“

Ein weiteres Projekt, das im DigZ bereits eine Heimat gefunden hat, ist das „Gemimeg-II“ mit einem Volumen von rund 18 Millionen Euro. Gemeinsam treiben 13 Projektpartner aus Wirtschaft und Wissenschaft die Digitalisierung des Kalibrierwesens voran. Dr. Thomas Engel von Siemens stellte das ambitionierte Projekt vor, das, salopp formuliert, dafür sorgt, dass in einem Ein-Liter-Beutel Milch eben auch genau ein Liter Milch enthalten ist. Dafür sorgen soll eine digitale Kalibrier-Infrastruktur. Einer der Partner ist der Zeiss-Konzern, der wiederum auch ein weiteres Digitalisierungsprojekt am DigiZ unterstützt: das Scale-IT, das Firmen beim Aufbau einer erweiterbaren technischen Plattform unterstützt, über die Messwerte und Daten von Sensoren und intelligenten Werkzeugen bereitgestellt und mit den IT-Systemen vernetzt werden. Dieses Projekt wurde von Dr. Arnd Menschig, von Zeiss Industrial Quality Solutions vorgestellt.

Eines der wichtigsten Projekte der IHK in den vergangenen Jahren."

Rudi Feil, Geschäftsführer Geo Data
Wolfgang Steidle.
Dr. Arnd Menschig.
Dr. Thomas Engel.

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft Regional

Mehr zum Thema

Kommentare