Raumklima – Grüne Luftverbesserer

Gewächse im Topf nehmen Staub und Keime auf.
  • Eine dezente Begrünung hilft gegen dicke Luft Bild: © Igogosha/Shutterstock.com

Pflanzen im Haus sorgen in jeder Hinsicht für eine bessere Atmosphäre. Grün im Wohnraum besänftigt und schafft auch im Büro allein schon von der Anmutung her eine angenehme Stimmung.

Das reiche Blattwerk verdunstet weitgehend das über die Wurzeln aufgenommene Wasser und somit die durch das Gießen aufgenommene Wassermenge. Gerade bei der trockenen Heizungsluft im Winter verbessern Pflanzen im Zimmer das Raumklima. Die Menschen leiden weniger unter trockenen, brennenden Augen.

Dass Pflanzen aber auch Schadstoffe aus der Luft filtern und somit die Raumluft gesünder machen, ist im Grunde schon länger bekannt. Die umfangreichste Studie dazu wurde in den Vereinigten Staaten auf Betreiben der Nasa durchgeführt, die Ergebnisse wurden 1989 veröffentlicht. Damals ging es darum herauszufinden, ob Pflanzen in einem geschlossenen System wie einem hermetisch abgeriegelten Raumschiff gut gegen Mief in stickiger Umgebung wirken. Zwölf verschiedene Arten bekannter Zimmerpflanzen wurden damals untersucht, spätere Untersuchungen ermittelten Werte für insgesamt 31 Pflanzenarten und -sorten.

Gegen das Schadstoffcocktail

Die erste „Clean Air Study“ der Nasa hatte drei Umweltgifte untersucht: Formaldehyd, Benzol, Trichlorethylen. Folgeuntersuchungen bezogen Xylol, Toluol und Ammoniak mit ein. Alle diese Stoffe kommen in Wohnräumen in teils hohen Konzentrationen vor, denn vielerlei Baustoffe, Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstände sondern diese Verbindungen ab. Sie gasen aus Lacken, Möbeln, Wandbeschichtungen, Bodenbelägen, Reinigungsmitteln und aus Kunststoffen aus. Ein Cocktail an Schadstoffen belastet die Luft in unseren Aufenthaltsräumen, was im wahrsten Sinn zu dicker Luft führt: Die Menschen leiden unter Müdigkeit, fühlen sich gestresst, bekommen Kopfschmerzen oder gar Herzrasen, oft führt die belastete Luft zu schlechter Stimmung.

Bogenhanf wieder im Trend

Nicht nur die getesteten Pflanzen bewiesen ihre Fähigkeit zum Abbau von Giftstoffen. 2004 wurde obendrein der Beweis dafür erbracht, dass die Mikroorganismen in der Topferde in nennenswertem Umfang Schadstoffe aus der Luft abbauen. Je nachdem, welchem Umweltgift man am meisten Bedeutung zugesteht, fällt die Hitliste der Zimmerpflanzenhelden unterschiedlich aus. Ganz weit vorn, wenn nicht gar an erster Stelle rangiert der Bogenhanf (Sansevieria). Lange war diese Pflanze verschmäht als Großmuttergewächs, oft sah man sie in vernachlässigtem Zustand in gediegenen Gasthöfen.

Der Trend hat sich umgekehrt. Die aufrechten, mehr als einen Meter langen Blätter mit ihrem gelben Blattrand und den weißlich grün bis gelb marmorierten Querstreifen sehen in größeren, schlichten Gefäßen ungemein stylisch aus. Noch dazu kommt der Bogenhanf mit minimalster Pflege aus.

Die gleichen luftreinigenden Qualitäten besitzt die Efeutute (Epipremnum aureum). Die Kletterpflanze mit ihren hellgelb gemaserten Blättern braucht eine Rankhilfe, ihre Triebe hängen dekorativ von Ampeln herab oder lassen sich an Wänden und Regalen entlangleiten. Auch die Efeutute braucht nicht viel Wasser oder Zuwendung. Sie sollte einen eher hellen Platz abseits der Sonne bekommen.

Kein Übermaß an Wasser

Ähnlich unverwüstlich zeigt sich die Grünlilie, die sogar weiter entfernt vom Fenster gedeiht. Besonders dekorativ sehen große Blattbüschel aus, aus denen viele Tochterpflanzen an langen Ausläufern herabhängen. Im Grund bringt nur ein Übermaß an Wasser die Grünlilie mit ihren fleischigen Wurzeln um. Als wahre Schadstofffresser erweisen sich manche Palmen, etwa die Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelinii), Bergpalmen (Chamaedorea elegans und C. seifrizii), die Hohe Steckenpalme (Raphis excelsa) oder die Banane (Musa oriana).

Eine beachtliche Leistung gerade bei der Beseitigung von Formaldehyd leistet der Aufrechte Schwertfarn (Nephrolepis exaltata), der sich in Zimmerkultur problemlos entwickelt. Beste Eigenschaften zur Luftreinigung bewiesen auch andere bekannte und unkomplizierte Zimmerpflanzen wie die Birkenfeige (Ficus benjamina), Blattfahne (Spathiphyllum) oder Drachenbaum (Dracaena). Nicht nur für eine saubere Luft sollte man die Echte Aloe (Aloe vera) halten. Sie erscheint unentbehrlich in der Küche, weil das Gel an den Blättern heilsame Wirkungen für die Haut hat. Lisa Zeidler

© Schwäbische Post 07.02.2020 15:26
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