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Das Budget entlasten

Ausgaben, die steuerliche Vorteile bringen können.

Spenden, Riester-Beiträge und noch einiges mehr: Wer Sonderausgaben gegenüber dem Finanzamt geltend macht, kann seine Steuerlast senken.

Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung gehören in die Anlage Vorsorgeaufwand. Sonderausgaben – wie etwa Kirchensteuer, Spenden, Beiträge zu politischen Parteien und unabhängigen Wählervereinigungen oder Ausgaben für ein Erststudium oder die erste Berufsausbildung sind in die Anlage Sonderausgaben einzutragen. In die Anlage Kind vermerken Eltern Kita- oder Hortgebühren sowie Schulgeld. Gleiches gilt für Beiträge, die fürs Kind in Sachen Krankenkasse anfielen – auch dann, wenn das Kind selbst Versicherungsnehmer ist. Unterhalt an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehepartner gehören in die Anlage „Unterhalt“. „Der Steuerzahler trägt jeweils die Kosten ein, die er getragen hatte“, erklärt Jana Bauer vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Allerdings erkennt der Fiskus sie nicht immer in vollem Umfang an.

Bei den Beitragszahlungen zum Beispiel in die Rürup-Rente – sofern es um die eigene Rente oder um die des Ehe- oder Lebenspartners geht – erkennt der Fiskus für 2020 insgesamt 90 Prozent der Beiträge an. 2019 waren es 88 Prozent. In den nächsten Jahren steigt der Anteil. Ab dem Jahr 2025 sind dann alle Beiträge Sonderausgaben. Spenden und Mitgliedsbeiträge an steuerbegünstigte und gemeinnützige Vereine berücksichtigt das Finanzamt bis zu einer Höhe von 20 Prozent der gesamten Einkünfte. „Wer in einem Jahr bei den Spenden den Höchstbetrag von 20 Prozent überschritten hat, kann den Betrag darüber hinaus auf das folgende Jahr übertragen“, erläutert Bauer. Das Finanzamt stellt einen solchen Spendenvortrag zum Jahresende fest. In der Steuererklärung des Folgejahres kann dann der verbleibende Teilbetrag steuerlich geltend gemacht werden.

Bildungskosten nur begrenzt absetzbar

„Nur begrenzt bis zu 6000 Euro sind Aufwendungen für die erste Berufsausbildung und für das Erststudium als Sonderausgaben absetzbar“, sagt Bauer. Eltern können pro Kind und Jahr bis zu 6000 Euro Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben in ihrer Steuererklärung angeben. Davon rechnet das Finanzamt zwei Drittel, also höchstens 4000 Euro, steuermindernd an.

Bestimmte Versicherungen können Steuerzahler als weitere Vorsorgeaufwendungen geltend machen. Dazu zählen etwa Beiträge zur Arbeitslosen-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung sowie zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen. Auch hier gibt es Höchstbeträge. „Möglich ist das aber nur, soweit der Höchstbetrag nicht bereits durch Beiträge zu Basiskranken- und gesetzlichen Pflegeversicherungen ausgeschöpft wurde“, so Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Bestehen die Versicherungen aus beruflichen Gründen, fallen sie unter Werbungskosten oder Betriebsausgaben.

Automatisch berücksichtigt der Fiskus einen Sonderausgabenpauschbetrag von 36 Euro (Singles) und 72 Euro (Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner). „Für die allermeisten Steuerzahler dürfte es indes kein Problem sein, höhere Aufwendungen nachzuweisen“, so Bauer.

Allein bei der Kirchensteuer kommen in vielen Fällen pro Jahr mehrere hundert Euro zusammen. Auch die Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung summieren sich übers Jahr gerechnet nicht selten zu einem ansehnlichen Betrag. dpa

© Schwäbische Post 19.03.2021 16:05
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