Das Handwerk nimmt erneut Fahrt auf

Junge Menschen zieht’s ins Handwerk: Zum sechsten Mal in Folge verzeichnet das Gebiet der Handwerkskammer Ulm ein Plus bei den angeschlossenen Ausbildungsverträgen. Welche Karrieremöglichkeiten die Handwerksbetriebe bieten.
  • Jugendliche zieht es wieder verstärkt in handwerkliche Berufsfelder. Foto: Handwerkskammer Ulm

Erneut haben im Jahr 2019 mehr junge Menschen eine duale Ausbildung in einem Handwerksbetrieb begonnen als im Vorjahr – zum sechsten Mal in Folge ein Plus im Gebiet der Handwerkskammer Ulm.

3174 junge Menschen erlernen nun einen Handwerksberuf in einem der über 19 000 Handwerksbetriebe zwischen Ostalb und Bodensee als Grundlage für ihr späteres Berufsleben. Das sind 1,44 Prozent mehr als noch im Jahr 2018 und 12 Prozent mehr als 2013 (2833). „Eigenes Geld vom ersten Tag an, Verantwortung und Selbstständigkeit, täglich neue Herausforderungen und als Geselle persönliche Karrieremöglichkeiten – das bietet eine Ausbildung im Handwerk. Immer mehr junge Menschen erkennen ihre Möglichkeiten im Handwerk“, sagt Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm.

Mehr Azubis im Handwerk

Die Handwerksbetriebe machen sich attraktiv für junge Menschen. Dadurch steigen die Ausbildungszahlen in den Regionen trotz des demografischen Wandels mit sinkenden Schülerzahlen und Drang zum Studium. Dazu sind derzeit 259 Geflüchtete im Gebiet der Handwerkskammer Ulm in Ausbildung.

Die Zahl der Menschen mit Fluchthintergrund ist im Vergleich zum Vorjahr um 7,47 Prozent gestiegen auf 259 Geflüchtete in Ausbildung. Neben der Bereitschaft, Geflüchteten eine Perspektive zu bieten, erkennen auch immer mehr Betriebe, dass sie ihre Nachwuchssuche verändern und angesichts des Fachkräftebedarfs anders auf die jungen Menschen zugehen müssen. „Unsere Betriebe bauen sich ein Nachwuchsmanagement auf - oft mit Unterstützung der Ausbildungs- oder der Personalberatung der Handwerkskammer Ulm. Sie erkennen, dass sie als Arbeitgeber mit Qualität und individuellen Angeboten für ihre Beschäftigten punkten können“, betont Mehlich. Unter den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen finden sich dieses Jahr die Elektro- und Metallbranche mit einem Plus von 0,53 Prozent sowie das Bauhandwerk mit einem Plus von 0,68 Prozent. Den größten Zuwachs hat das Holzgewerk erreichen können mit einem Plus von beinahe 5 Prozent.

„Betriebe sprechen Jugendsprache“

Entscheidend bei der Werbung um junge Menschen ist, dass die Betriebe dorthin gehen, wo diese jungen Menschen sind und ihnen in einer verständlichen Sprache erklären, welche Möglichkeiten es in einem Betrieb gibt. Mehlich: „Bildungspartnerschaften, Ausbildungsbotschafter, Ausbildererfahrungskreise, Passgenaue Besetzung – wir sprechen in der Jugendsprache und unterstützen unsere Betriebe aktiv bei ihrem Engagement in der dualen Ausbildung. Das zeigt Erfolg.“ Derzeit sind noch 605 Ausbildungsplätze im Kammergebiet unbesetzt. Die Suche vieler Betriebe und der jungen Bewerber fürs neue Lehrjahr läuft bereits auf Hochtouren. Junge Menschen, die eine Ausbildung im Handwerk beginnen möchten, können sich online im Lehrstellenradar der Handwerkskammer Ulm informieren über freie Ausbildungsplätze in ihrer Nähe (www.lehrstellen-radar.de). Bei Fragen zum Thema Ausbildung im Handwerk helfen die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Ulm unter der Telefonnummer 0731/1425-6221 gerne weiter.

Aktuelle Ausbildungszahlen

Im Ostalbkreis haben sich im vergangen Jahr 636 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Dies entspricht einem Plus von 7,43 Prozent. „Das Engagement unserer Ausbildungsbetriebe lohnt sich. Es gilt weiterhin, junge Menschen neugierig zu machen auf unsere Handwerksberufe und die Aufgaben dahinter. Schließlich gibt es viel zu tun. Die Auftragsbücher der meisten Handwerker sind weiter gut gefüllt im Ostalbkreis“, sagt der Geschäftsführer der dortigen Kreishandwerkerschaft, Edgar Horn. In den Handwerksbetrieben im Ostalbkreis sind weiterhin 144 Lehrstellen unbesetzt.

Anzahl der Ausbildungsverhältnisse zum 31. Dezember 2019:
Gesamt: 3174 Auszubildende (+1,4 %)
Ostalbkreis: 636 Auszubildende (+7,4 %)
Heidenheim: 235 Auszubildende (+7,3 %) HWK Ulm

© Schwäbische Post 17.01.2020 15:21
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