Kleidungsstil vorab besprechen

Outfit Tattoos, Piercings oder der individuelle Kleidungsstil: Nicht immer sind Ausbildungsbetrieb und Azubis bei diesen Themen auf einer Wellenlänge. Betrieb und Lehrling sollten ihre Erwartungen hierzu am besten schon vor Ausbildungsbeginn absprechen. So lassen sich Missverständnisse vermeiden. Das rät Azubi-Trainer Hans Höß in der Zeitschrift „Position“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Was nicht gewollt ist, sollte den Azubis offen und sachlich dargelegt werden. Etwa, dass Auszubildende ohne Nasenpiercing zur Arbeit kommen sollen. Generell empfiehlt Höß den Ausbildern, in Sachen Erscheinungsbild der Azubis nicht zu streng zu sein. Ob jemand ein guter Lehrling sei, hänge nicht davon ab, ob er die richtigen Hosen trage oder bunte Haare habe. Man könne freundlich mit dem Azubi darüber reden und über manches auch einfach mal hinwegsehen, so der Coach.

Darf der Arbeitgeber überhaupt bei der Körperkunst seiner Angestellten mitreden? „In der Regel geht das den Arbeitgeber nichts an“, sagt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen stehen im Allgemeinen über dem Interesse des Arbeitgebers – es sei denn, der Arbeitgeber kann beweisen,dass sich das Tattoo „schädigend auf den Betriebsablauf“ auswirkt. Dann darf er zum Beispiel verlangen, dass eine tätowierte Mitarbeiterin eine lange Bluse trägt, erklärt Fachanwalt Schipp. dpa

© Schwäbische Post 04.09.2019 15:51
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