Mehr Anreize für die Pflege

Pflegeberufe sollen attraktiver werden. Hierbei hilft eine vereinheitlichte Ausbildung. Warum in Zukunft wesentlich mehr Personal in Pflegeberufen gebraucht wird.
  • Bei Pflegepersonal gibt es in Zukunft einen hohen Bedarf zu decken. Foto: djd/Deutscher Pflegetag/Getty Images

Der Bedarf an Pflegefachpersonal ist hoch. Doch schon heute lassen sich viele Stellen nicht besetzen. So könnten bis zum Jahr 2035 rund 307.000 Pflegefachpersonen in der stationären Versorgung fehlen. Im Pflegebereich insgesamt könnte sich die Personallücke auf knapp 500.000 vergrößern. Umso wichtiger ist es, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr Nachwuchs zu gewinnen.

Neue Pflegeausbildung schafft Möglichkeiten

Wer künftig eine Pflegeausbildung beginnt, profitiert davon, dass die Ausbildung ab 2020 kostenfrei und generalistisch ausgerichtet ist. Das heißt, Auszubildende und Studierende durchlaufen alle pflegerischen Versorgungsbereiche. Nach zwei Jahren ist eine Spezialisierung möglich. Vorteile der dreijährigen Ausbildung: Pflegefachpersonen können sektorenübergreifend arbeiten – sowohl in der Krankenpflege als auch in der Langzeitpflege. Dies dürfte perspektivisch zu einer Angleichung der Löhne führen. Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerates und stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbands Lehrender für Gesundheits- und Sozialberufe, begrüßt die Neu-Ausrichtung: „Die neue Pflegeausbildung wird den Bedürfnissen der Auszubildenden und der Pflege selbst auf lange Sicht gerechter. All das wird den Beruf und den Stolz der Pflege stärken und ein neues Bewusstsein für die Profession Pflege schaffen.“

Die neue Pflegeausbildung wird den Bedürfnissen der Auszubildenden und der Pflege selbst auf lange Sicht gerechter.

Christine Vogler, Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerates

Auch für die schon ausgebildeten Pflegefachpersonen soll der Beruf attraktiver werden. Für die Altenpflege hat der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung beispielsweise das „Projekt zur Umsetzung guter Arbeitsbedingungen in der Pflege“ ins Leben gerufen. Hier sollen kleine und mittelgroße Altenpflegeeinrichtungen bei der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt werden – zum Beispiel durch die Schaffung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen und Dienstpläne, durch motivierende Entlohnungssysteme und Stärkung der Eigenverantwortung. Erste Erkenntnisse aus der Pilotphase des Projekts: Die teilnehmenden Pflegeeinrichtungen haben einige Veränderungen umgesetzt und wollen über die Testphase hinaus daran festhalten. Die Handlungshilfen sollen nun deutschlandweit bekannt gemacht und in noch mehr Einrichtungen umgesetzt werden. djd

© Schwäbische Post 17.01.2020 15:23
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