Praktika sind keine lästige Pflicht

Berufsvorbereitung Das Hineinschnuppern in die Berufswelt hilft bei der Berufswahl – und muss ernsthaft angegangen werden.
  • Die Auswahl eines Praktikumsplatzes sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Foto: fotolia.de/ellisia

Praktika im Lebenslauf erhöhen die Chance, einen guten Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu erhalten. Doch worauf sollte man bei der Wahl des Praktikumsplatzes achten?

Wichtig ist, das Praktikum nicht als lästige Pflicht zu sehen und die Suche einer Praktikumsstelle entsprechend lax anzugehen. Gerade bei Schülern gehen oft nach der Maxime vor: Wo bekomme ich am einfachsten eine Zusage? Mit der Konsequenz: Sie absolvieren ihre Praktika in Berufsfeldern, die ihren Neigungen nicht entsprechen. Oder in Betrieben, wo sie nur den Angestellten über die Schulter schauen können. Die Folge: Sie erleben das Praktikum als langweilig oder bestenfalls als willkommene Auszeit von der Schule.

Praktische Erfahrung sammeln

Checken sollte man im Vorfeld: Kann der Schüler in dem Betrieb Tätigkeiten verrichten, die er als sinnvoll erfährt. Auch (angehende) Studenten suchen die Stellen für ihre vorgeschriebenen Praktika oft nach dem Motto: Was verursacht mir den geringsten Stress? Das ist „kurzsichtig“. Denn Praktika bieten Studierenden nicht nur die Chance, Praxiserfahrung zu sammeln. In ihnen erhielten sie auch ein Feedback, welches Wissen und Können sie noch brauchen, um in einem Beruf erfolgreich zu sein.

Erfahrung bescheinigen lassen

Generell gilt: Praktika sind gut, doch nicht die Masse macht’s. So registrieren die Personalverantwortlichen durchaus, wie viele Praktika ein Bewerber absolviert hat. Viel mehr interessiert sie aber: Wo wurden diese absolviert? Dabei ist jedoch weniger der Unternehmensname von Interesse als die Branche beziehungsweise der Unternehmensbereich, in dem der Praktikant tätig war.

Gezielt auswählen und planen

Hat ein Bewerber mehrere Praktika absolviert, achten die Personalbetreuer auch darauf: Ist in deren Abfolge eine persönliche Entwicklungslinie erkennbar? Folgen zum Beispiel auf die ersten Praktika, die primär der Berufsorientierung dienen, Praktika, die bereits eine berufliche Schwerpunktsetzung erkennen lassen? Denn es wirkt wenig glaubwürdig, wenn ein frischgebackener Betriebswirt in seiner Bewerbung schreibt „Ich interessiere mich seit Jahren für die Arbeit in einer Bank“, aber noch nie für eine Bank tätig war. pm

© Schwäbische Post 04.09.2019 15:49
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