Fall Maddie: Neue Spur in Hannover?

Auf der Suche nach Hinweisen auf das Verschwinden des Mädchens durchforsten Beamte einen Kleingarten.
  • Im Fall der verschwundenen Maddie McCann hat die Polizei mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover begonnen. Foto: Peter Steffen/dpa
Im Fall der verschwundenen Maddie McCann hat die Polizei mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover begonnen. Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen einen verdächtigen 43-jährigen Deutschen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Was in dem Kleingarten am Dienstag gesucht werde, sagte sie nicht.

Mithilfe eines Baggers wurde auf dem Grundstück gegraben, mehrere Beamte durchkämmten dessen Erdreich mit Schaufeln und Harken. Auch die Spurensicherung und ein Spürhund waren vor Ort. An der Durchsuchung war auch das Bundeskriminalamt (BKA) beteiligt.

BKA ermittelt schon seit 2013

Dieses ermittelt nach Zeugenhinweisen bereits seit 2013 im Fall Maddie gegen den Deutschen – allerdings reichten die Indizien bisher nicht für eine Anklage aus. Der wegen anderer Delikte inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Britin Maddie aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben.

Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Mädchen tot ist. Am 3. Mai 2007 soll der Mann zu „tatrelevanter“ Zeit im portugiesischen Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Der Beschuldigte wollte sich bisher nach Angaben seiner Verteidiger nicht zur Sache äußern.

Das Landgericht Braunschweig hatte den Mann Ende 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte 2005 im portugiesischen Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Deutsche ist auch wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraft.

Die Ermittler in Braunschweig sind für den Fall zuständig, weil der Verdächtige dort seinen letzten deutschen Wohnsitz hatte. Er verbrachte zudem mehrere Jahre in Hannover , wo ihn das Amtsgericht 2010 wegen Urkundenfälschung und 2013 wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu Geldstrafen verurteilte.

In den Jahren von 2013 bis 2015 pendelte er dem Sprecher zufolge zwischen Deutschland und Portugal. Ende 2012 hatte der Verdächtige zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin einen Kiosk in Braunschweig eröffnet, den er, genau wie seine dortige Wohnung, eineinhalb Jahre später aufgab. dpa
© Südwest Presse 29.07.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy