Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Ostalbkegler trotzen Zerbst den ersten Punkt ab

  • Ein Stelldichein nationaler und internationaler Spitzenkegler war das Gipfeltreffen zwischen dem KC Schwabsberg und dem Deutschen Meister SKV RW Zerbst. Im Bild Fabian Seitz (li.) und Philipp Vsetecka (re.). Beide haben ihre „Platte“ sauber geputzt.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer: Begeisternder Kegelsport beim „Gipfeltreffen“ in Schwabsberg

Mit einer tollen Mannschaftsleistung haben Schwabsbergs Kegler die Überraschung geschafft und der Übermannschaft aus Zerbst den ersten Punktverlust der Saison beigebracht. Warum es so schwer es ist, gegen Zerbst zu gewinnen zeigte gerade diese Begegnung überdeutlich. Obwohl Schwabsberg vier von sechs Einzelduellen für sich entscheiden konnte reichte es am Ende doch nicht ganz. In dem ausgeglichenen Match hatte der Deutsche Meister in der Gesamtkegelzahl mit 3672 : 3684 knapp die Nase vorn. Zwölf Kegel und damit zwei Spielpunkte bescherten den Sachsen-Anhaltinern am Ende ein hart umkämpftes Remis.

„Elf Freunde müsst ihr sein“, ein scheinbar überholtes Zitat aus der Welt des Fußballs. Dass diese Aussage auch (immer noch) im modernen Leistungssport seinen Platz hat, bewiesen Schwabsbergs Kegler am vergangenen Wochenende gegen die Übermannschaft aus Zerbst. Die Kegler von der Ostalb schafften das schier Unmögliche und trotzten dem alten und neuen Deutschen Meister beim leistungsgerechten 4 : 4 (3672 : 3684 Kegel, 12 : 12 Satzpunkte) den allerersten Punkt in der laufenden Saison ab.
Die Sachsen-Anhaltiner hatten in der laufenden Saison zwar schon einige Male bedrohlich gewackelt, letztendlich hatte es aber Dank der individuellen Klasse der Mannschaft immer noch irgendwie zum doppelten Punktgewinn gereicht. Schwabsberg lieferte, angefeuert durch über Hundert Kehlen, eine klasse Partie ab. Das Match, geprägt von hoher Spielkultur und großer Leidenschaft blieb zwar bis zur nahezu letzten Kugel spannend, aber nur deshalb, weil die zentrale Frage, ob Zerbst die erste Saisonniederlage der Saison einstecken muss, nicht abschließend zu beantworten war. Dass die Zerbster die Ostalb nicht ungerupft verlassen, stand allerdings, dank einer Klasseleistung von Schwabsbergs Schlussspieler Manuel Lallinger, bereits frühzeitig fest. Die große Frage beantwortete Weltklassemann Boris Benedik mit vier Handneunern im letzten Räumen. Er brachte den großen Favoriten mit einem Plus von 12 Kegel gerade so über die Ziellinie. Den Tagesbestwert in der Partie erzielte der Zerbster Axel Schondelmaier mit überragenden 647 Kegeln.

Das erhoffte Fanal
In der Startformation mit Routinier Reiner Buschow und Wadenbeißer Philipp Vsetecka setzte Schwabsberg auf Bewährtes. Kaptiän Reiner Buschow erwischte gegen den Ex-Schwabsberger Fabian Seitz mit 317 : 273 Kegeln den deutlich besseren Start. In der zweiten Spielhälfte ließ der Rechberger dann durchaus erkennen, was die Begehrlichkeiten des Meisters an seiner Person ausgelöst hat. Seine 321 Kegel reichten aber nur noch zur Ergebniskosmetik. Buschow rettete seinen Vorsprung ins Ziel und machte bei Satzgleichstand mit sehr guten 605 : 594 Kegeln den Punkt gegen seinen früheren Mannschaftskameraden.
Völlig entfesselt spielte der Zerbster Mathias Weber gegen Schwabsbergs Austria-Import Philipp Vsetecka auf. In die Defensive gedrängt verschaffte der sich mit drei Handneunern in Folge wieder die Luft zum Atmen. Die Sätze zwei und drei entschied Schwabsberger knapp, mit jeweils zwei Kegeln Differenz zu seinen Gunsten. Im alles entscheidenden Schlusssatz nahm er dann die Steilvorlage seines Kontrahenten auf machte mit 167 (95/72/0) : 136 Kegeln kurzen Prozess. Die Sensation war perfekt, Schwabsberg lag nach dem ersten Drittel mit 2 : 0 gegen den hohen Favoriten in Front.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
2 : 0 Mannschaftspunkte bei 1235 : 1202 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Hehl setzt ein dickes Ausrufezeichen
Ronald Endraß ging seinen Part gegen den Zerbster Axel Schondelmaier zwar gewohnt unaufgeregt und durch und durch solide an. Sein Zerbster Widerpart, der in überragender Manier aufspielte, war aber nahezu nicht in den Griff zu bekommen. Überragend die dritte Bahn des Schwarzwälders mit 181 (110/71/0) Kegeln. Um dem Zerbster näher auf den Pelz zu rücken fehlte es dem Schwabsberger in einigen Situationen jedoch am notwendigen Glück. Mit grundsoliden 593 Kegeln und 1 : 3 Gewinnsätzen musste er letztendlich dem Zerbster Schondelmaier, der mit 647 Kegeln Tagesbestleistung erzielte, den Punkt überlassen.
Ein dickes Ausrufezeichen setzte Timo Hehl gegen den Zerbster Weltklassemann Uros Stoklas. Absolute Weltklasse dabei die beiden Startbahnen des kleinen Schwabsbergers mit 348 (228/130/0) Kegeln. Kurios seine dritte Bahn, die er nervenstark, aber gegen einen Gegner diesen Formats mit eher bescheidenen 136 : 135 Kegeln, ebenfalls zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Mit beeindruckenden 637 : 619 Kegeln und 3 : 1 Gewinnsätzen sicherte Hehl seiner Mannschaft einen weiteren, überaus wichtigen Punkt.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
3 : 1 Mannschaftspunkte bei 2465 : 2468 Kegeln – Remis.

Lallinger macht den Knoten dran
Mit Knoten kennt sich er sich aus, der Kapitän Manuel Lallinger und einen solchen machte er auch dran, an den tollen Auftritt seiner Schwabsberger Mannschaft. Mit überragenden 633 Kegeln setzte er sich klar gegen den Zerbster Thomas Schneider, der bei Halbzeit durch den Ex-Bamberger Manuel Weiß ersetzt wurde, durch und rechtfertigte damit das in ihn gesetzte Vertrauen. Brillant seine zweite Bahn mit 172 (111/61/0) Kegeln. Lediglich im dritten Satz zog er mit 153 : 156 Kegeln knapp gegen eingewechselten Manuel Weiß den Kürzeren.
Mathias Dirnberger begann recht stark gegen den Zerbster Weltklassekegler Boris Benedik. Verhaltenen 85 Kegeln in die Vollen ließ er weltklassereife 70 Kegel ins Abräumen folgen. Nach einem kleinen Hänger in zweiten Satz wurde er bei Halbzeit durch Jürgen Pointinger ersetzt. Aber auch der musste sich dem Diktat des Makedoniers beugen. Beinahe beliebig erzielte der Zerbster die notwendigen Neunen im Räumen und hielt damit seine Mannschaft nicht nur am Tropf sondern sicherte seinem Team mit überragenden 643 Kegeln (4 : 0 Gewinnsätze) gleich drei Punkte zum insgesamt durchaus verdienten Remis.
Endstand Remis: 4 : 4 Gesamtpunkte (4 : 2 Mannschaftspunkte für Schwabsberg u. 0 : 2 Spielpunkte bei 3672 : 3684 Kegeln für Zerbst).

Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Zerbst hat heute eher einen Punkt gewonnen als verloren. Wir hatten uns für dieses Spiel richtig was vorgenommen. Das Remis ist ein gefühlter Sieg. Dass wir nur einen Punkt erbeutet haben ist alles andere als tragisch. Der kann nämlich am letzten Spieltag noch Gold wert sein.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 16. Spieltag

SKC Nibelungen Lorsch - SKC Victoria Bamberg 1,0 : 7,0
TSV Breitengüßbach - KRC Kipfenberg 7,0 : 1,0
KC Schwabsberg - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 4,0 : 4,0
SKC Staffelstein - ESV Lok Rudolstadt 8,0 : 0,0
FSV Erlangen-Bruck - Aufw. Donauperle Straubing 2,0 : 6,0

(1.)
SKV Rot-Weiß Zerbst 1999 16 15 1 0 104.5 31 : 1
(2.)
SKC Victoria Bamberg 16 12 0 4 91 24 : 8
(3.)
KC Schwabsberg 16 10 2 4 82 22 : 10
(4.)
SKC Staffelstein 16 10 1 5 78 21 : 11
(5.)
KRC Kipfenberg 16 8 0 8 56.5 16 : 16
(6.)
SKC Nibelungen Lorsch 16 7 1 8 67 15 : 17
(7.)
Aufwärts Donauperle Straubing 16 7 0 9 54 14 : 18
(8.)
TSV Breitengüßbach 16 5 1 10 46 11 : 21
(9.)
FSV Erlangen Bruck (N) 16 1 1 14 31 3 : 29
(10.)
ESV Lok Rudolstadt (N) 16 1 1 14 30 3 : 29

KC Schwabsberg 4 : 4 SKV Rot Weiß Zerbst 1999
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Reiner Buschow 605 2 1,0 2 594 Fabian Seitz
Philipp Vsetecka 630 3 1,0 1 608 Mathias Weber
Ronald Endras 593 1 1,0 3 647 Axel Schondelmaier
Timo Hehl 637 3 1,0 1 619 Uros Stoklas
Manuel Lallinger 633 3 1,0 1 573 Thomas Schneider/M. Weiss
M. Dirnberger/J. Pointinger 574 0 1,0 4 643 Boris Benedik
Gesamt: 3672 12,0 2,0 12,0 3684 Gesamt:

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 13.03.2017 13:57
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