Hier schreiben die Reservisten Ostwürttemberg

Vorsitzender des Bundeswehrverbandes Oberst Kirsch referierte in der Reinhardt-Kaserne Ellwangen - Unterstützung für von Schließung betroffenen Soldaten

ELLWANGEN - Auf Einladung der Kreisgruppe Ostwürttemberg/Alb-Donau des Reservistenverbandes und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik referierte Ulrich Kirsch, zum Thema: „Die Neuausrichtung der Bundeswehr aus Sicht des Bundeswehrverbandes“.

Zunächst ging Oberst Kirsch auf die geplanten Einsätze der Bundeswehr in Mali und der Türkei ein. Hierzu forderte er ein klares Mandat des Bundestages, was und in welchem Personalumfang seitens der Bundeswehr zu leisten sei. Am Beispiel Malis warnte Kirsch vor einem Rutschbahneffekt: „Wo ist die Brandmauer zwischen Ausbildungs- und Kampfauftrag?“. Der Norden Malis ist mittlerweile terroristisch beeinflusst und von der malischen Regierung nicht mehr zu kontrollieren.

Einsätze der Bundeswehr ohne Bundestagsmandat, egal ob in der Türkei oder in Mali seien, so der Oberst, unverantwortlich. Vor einem Einsatz müssen Absicherung und Schutz der im Einsatz befindlichen Soldaten, sowie gegebenenfalls die Unterstützung durch Rettungskräfte geklärt sein. Kirsch stellte auch ganz klar fest, dass bei einer Unterstützung der Türkei nicht das NATO-Bündnis über die Bundeswehr entscheiden könne. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, somit liege die Entscheidung beim Bundestag.

Im weiteren Vortrag ging Oberst Kirsch auf die Situation der Nachwuchs- und Personalgewinnung ein. Aufgrund des Endes der Wehrpflicht gingen der Bundeswehr rund 40% des qualifizierten Nachwuchses verloren.

Was die radikale Reduzierung der Dienstposten in der Ellwanger Reinhardt-Kaserne angeht, es werden nur 30 davon in der Sprachenschule übrigbleiben, so versprach der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes besondere Unterstützung für die Soldaten bezüglich anstehender Versetzungen. Dies gelte ebenso für Soldaten und Zivilangestellte, die nun verstärkt in die freie Wirtschaft abwanderten, hier müsse der Verband einen reibungslosen Übergang erreichen. „Es gibt noch viel zu tun“, schloss Oberst Kirsch seinen Vortrag.

 

© Reservisten Ostwürttemberg 27.11.2012 00:08
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