Helfen – nur bei Krankheit erlaubt

Wie im Urlaubsland mit streunenden Haustieren umzugehen ist.
  • Reisende, die streunenden Haustieren im Urlaubsland helfen möchten, sollten vor Ort eine Tierschutzorganisation oder Tiermediziner um Rat fragen. Foto: Welttierschutzgesellschaft e.V./akz-o
  • In fernen Ländern sind viele Hunde herren- und obdachlos, sie streunen daher in Urlaubsregionen herum. Foto: pixabay.com/Welttierschutzgesellschaft e.V./akz-o

Für viele Urlauber ist es ein gewohntes Bild: Kaum angekommen, laufen ihnen die ersten streunenden Hunde und Katzen über den Weg. Bei Tierfreunden weckt dies schnell den Wunsch, zu helfen. Doch was gut gemeint ist, muss für die Tiere nicht unbedingt das Beste sein. Die Welttierschutzgesellschaft (WTG) aus Berlin gibt Tipps, wie sich Urlauber korrekt verhalten.

Wann darf ich aktiv eingreifen?

„Aus Tierschutzsicht ist es wichtig, nur dann aktiv zu werden, wenn Streuner eindeutig krank oder verletzt sind“, sagt WTG-Geschäftsführerin Katharina Kohn. „Ansonsten sollte der Kontakt zwischen Mensch und Tier so gering wie möglich gehalten werden.“ Zwar befriedigen Streicheleinheiten oder Futter die Bedürfnisse der Tiere kurzfristig. Doch die enge Bindung an den Menschen, die daraus entsteht, kann ihnen auf lange Sicht schaden, wenn sich andere Urlauber oder Einheimische dadurch bedrängt fühlen und einen Groll gegen die Tiere entwickeln. Außerdem kennen Streuner meist die Futter- und Wasserquellen vor Ort. Erhalten sie darüber hinaus noch Nahrung, kann das zu einer weiteren Vermehrung der Tiere und damit zusätzlichem Tierleid führen.

so handelN urlauber richtig

Wer als Urlauber Streunern wirklich helfen möchte, sollte Folgendes beachten:

  • Not erkennen: Ein Streunertier benötigt Hilfe, wenn es offensichtlich krank, verletzt, abgemagert und/oder apathisch ist. Zunächst sollte versucht werden, in der Umgebung einen Besitzer zu ermitteln. Scheitert dies, gilt es, die örtlichen Tierschützer oder einen Tierarzt zu kontaktieren.
  • Richtig handeln: Hilfsbedürftige Tiere sollten den lokalen Ansprechpartnern präzise, am besten mit Foto und Angabe zum Ort, beschrieben werden. Es ist ratsam, auf ihre professionelle Hilfe zu warten. Nur wenn man sicher ist, dass sich die Tiere nicht bedrängt fühlen, ist eine Annäherung anzuraten.
  • Andere überzeugen: „Wenn möglichst viele diese Regeln beachten, ist den Tieren am besten geholfen. Tierliebe Urlauber sollten daher mit anderen das Gespräch suchen und auf den richtigen Umgang mit Streunern hinweisen“, erklärt WTG-Geschäftsführerin Katharina Kohn.

Die Welttierschutzgesellschaft setzt sich in mehreren beliebten Urlaubsregionen, wie zum Beispiel in Griechenland und Thailand, für das Wohl von Streunern ein. Mehr darüber ist im Internet auf der Website www.welttierschutz.org zu erfahren. akz-o

© Schwäbische Post 08.05.2020 16:24
961 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy