Der Ort ist viel älter als die Künstlerkolonie

Worpswede Das Dorf feiert 2018 seine erste urkundliche Erwähnung vor 800 Jahren.

Die Landschaft endlos weit, durchzogen von unzähligen Flüssen und Kanälen: Das Teufelsmoor nordöstlich von Bremen hat einen unverwechselbaren Charme. Entdecken kann man die Region beispielsweise mit dem Fahrrad auf einem ausgedehnten, gut ausgeschilderten Wegenetz, voran geht es auf den charakteristischen Birkenalleen und über die leicht hügelige Geest. Stärkung versprechen unterwegs die vielen typischen Restaurants und Cafés. Im Zentrum der malerischen Landschaft liegt das berühmte Künstlerdorf Worpswede. Die Künstlerkolonie wurde zwar erst 1889 gegründet, aber der Ort selbst blickt im Sommer 2018 auf seine Anfänge als kleine Gemeinschaft aus acht Moorbauernhöfen zurück, die 1218 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Facettenreiche Kunst

Das ganze Jahr über finden kleine und größere Events statt. Kulturelle Veranstaltungen rücken das Dörflich-Ländliche in den Mittelpunkt, während die Museen große Sonderausstellungen zeigen und facettenreiche Kunst präsentieren, die heute untrennbar mit dem Ort als Künstlerkolonie verbunden ist. Das große Festwochenende steigt am 21. und 22. Juli im alten Ortskern rund um das reetgedeckte Rathaus. Darsteller in historischen Kostümen lassen die Übergabe der historischen Urkunde vor 800 Jahren lebendig werden. Vorführungen, eine typische Taverne und Musik zeigen die mittelalterliche Welt. Weitere Informationen: www.worpswede-touristik.de/800.

Museen mit vielen Specials

Als Beitrag zum Jubiläum haben die vier Häuser des Worpsweder Museumsverbundes vom 24. Juni bis 4. November Künstler und Kunstwerke aus dem In- und Ausland bei sich zu Gast. Vertraute Schätze und Publikumslieblinge sollen dadurch neu und anders wahrgenommen werden, der Blick geht vom Mythos Worpswede hin zu Gegenwart und Zukunft. Die „Große Kunstschau“ etwa lädt Besucher ein, Kunst anders anzuschauen und neu zu erleben. An einer Stelle verblüfft die Ausstellung mit „Verkehrter Welt“: Wo sonst Gemälde an den Wänden hängen, kann man einem Künstler bei der Arbeit zuschauen. Im Barkenhoff werden drei Künstlerinnen vor Ort tätig sein, zudem ist das Haus Ausgangspunkt für ein mehrteiliges Skulpturenprojekt. In der Worpsweder Kunsthalle schließlich geht die Spurensuche zu Worpswede als Insel des Schönen und als Ort mit Ansätzen zu Vision, Experiment und Utopie Hand in Hand mit der Neugier auf die Ideen junger Gastkünstler (www.worpswede-museen.de).djd

© Schwäbische Post 09.03.2018 15:38
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