Einkaufen im Internet mit neuen Zahlungssystemen

  • Google Pay immer häufiger als Zahlungsdienst im stationären Handel | Bild: unsplash, Matthew Kwong
Android Pay, Apple Pay und Samsung Pay gehören zu den drei größten Anbietern von kontaktlosen Zahlungsdiensten mit einem Smartphone. Sie wollen eine klassische Kreditkarte überflüssig machen. Anonyme Kryptowährungen konkurieren mit etablierten Unternehmen wie PayPal und den Zahlungsabwicklern von virtuellen Kreditkarten. In diesem Artikel schauen wir uns diese Zahlungsvielfalt genauer an.

Zahlungsmethoden und Zahlungssysteme im Online-Handel
Die Auswahl der Zahlungsmethoden im Online-Shop ist ein wichtiger Punkt, dem jeder Online-Shop genügend Aufmerksamkeit schenken sollte. Kunden bevorzugen bestimmte Zahlungsarten, während sie andere Methoden für Abrechnungen strikt ablehnen. Da es hierfür kein einziges Schema gibt, sollte jeder Online-Shop mehrere Zahlungsmöglichkeiten anbieten, um Käufer, die in der letzten Phase einen Einkauf tätigen möchten, nicht zu verwirren. Studien haben aufgezeigt, dass der Umsatz auch in Abhängigkeit von den angebotenen Zahlungsmethoden steigt. Wir stellen die wichtigsten Zahlungsarten und -systeme vor und zeigen, welche Arten in keinem Online-Shop fehlen dürfen.

Zahlung per PayPal
In den letzten Jahren hat sich PayPal als größter Anbieter elektronischer Zahlungen etabliert und ist bei Kunden sehr beliebt. Daher ist PayPal auch in vielen Online-Shops als Standardzahlungsmethode gelistet. Grundsätzlich hat PayPal zwei Hauptvorteile für seine Kunden: 1. Die Zahlung ist schnell und einfach; 2. Ein besonderer Käuferschutz bietet dem Käufer einen Grundschutz, wenn das Produkt den Klienten nicht erreicht oder von unzureichender Qualität ist.

Für Online-Händler hat PayPal sowohl Vor- als auch Nachteile. Der größte Vorteil ist, dass der Verkäufer die Zahlung sofort erhält und der Kunde direkt bearbeitet werden kann. Ein häufig genannter Nachteil sind die hohen Gebühren für die Zahlungsabwicklung. Das Provisionsmodell sieht neben einer festen Provision von 0,35 EUR auch eine variable Kommission von 1,5 bis 1,9 % pro Zahlungseingang vor. Insbesondere bei kleinen Beträgen kann das Modell sehr nachteilig sein. Für den Verkäufer werden bei 5 Euro 0,45 Euro in Rechnung gestellt. Bei Zahlung von 100 Euro wird dagegen eine Gebühr von 2,25 Euro erhoben.

Aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit spielt PayPal jedoch eine wichtige Rolle für Online-Shops. Grundsätzlich können Gebühren im Preis enthalten sein oder dem Kunden zusätzlich in Rechnung gestellt werden. Letzteres ist jedoch kontraproduktiv, da nur wenige Klienten bereit sind, additional Geld für PayPal zu bezahlen. Der Zahlungsdienst kann problemlos mit den meisten Store-Systemen verbunden werden.

Virtuelle Kreditkarten
Wenn Sie online mit einer virtuellen Kreditkarte bezahlen möchten, brauchen Sie nur die Kartendaten, die Plastikkarte selbst wird nicht benötigt. Virtuelle Kreditkarten sind noch nicht weit verbreitet, werden aber immer beliebter.

Mit virtuellen Kreditkarten können Sie wie mit einer echten Kreditkarte in Online-Shops bezahlen. Wenn Sie eine virtuelle Kreditkarte beantragen, verzichten fast alle Banken auf eine Schufa-Anfrage oder Bonitätsprüfung, da virtuelle Kreditkarten eigentlich Prepaid-Kreditkarten sind. Daher müssen Sie vor dem Einkauf zunächst Geld auf eine virtuelle Kreditkarte einzahlen oder die Karte mit einem Darlehen aufladen. Die Aufladung per Kredit bietet in Deutschland bisher nur Kredupay mit ihrer Prepaid Kreditkarte an.

Alternativ erhalten Sie von Virtuelle Kreditkarten bestehen nur aus den essenziellen Kreditkarteninformationen. Diese Kreditkartenform verzichtet häufig auf eine Plastikkarte. Daher können Sie die virtuelle Kreditkarte zum Bezahlen in lokalen Geschäften nicht verwenden.

Apple Pay
Der Zahlungsservice von Apple ist seit Oktober 2014 verfügbar und verarbeitet über 65 Prozent aller aktuellen Smartphone-Transaktionen. Seit seiner Einführung hat Apple Pay angesehene und profitable Unterstützung erhalten: Partner sind die Kreditkartenunternehmen MasterCard, Visa und American Express. Darüber hinaus schafft der Zahlungsdienst mehr als 500.000 Empfangsstellen im US-Einzelhandelssektor.

Apple Pay kann auf Geräten ab iPhone 6 ausgeführt werden. Zum Bezahlen nähert der Kunde sein Handy an ein Kassenterminal, welches das neue NFC-System unterstützt (Near Field Communication verwendet). Nach einigen Sekunden sollte die Transaktion auf dem iPhone durch Ihren Fingerabdruck bestätigt werden.

Darüber hinaus kann der Apple-Zahlungsservice mit Passbook verknüpft werden, einer Anwendung, mit der Bonuskarten und Tickets verwaltet werden. Die Kombination von Apple Pay und Apple Passbook bietet Kunden eine volldigitale Geldbörse. Ihre eigene Brieftasche kann mit dem Apple-Duo zu Hause bleiben.

Google Pay
Google Pay oder Android Pay ist ein Zahlungsdienst, den Sie sowohl an Verkaufsstellen an der Kasse als auch für die Zahlung in Anwendungen oder Online-Shops verwenden können. Voraussetzung ist, dass der betreffende Händler Google Pay als Zahlungsmethode akzeptiert. Um Google Pay für die Zahlung zu verwenden, benötigen Sie drei Dinge:

Ein Android-Smartphone mit NFC und mindestens Android 4.4 ("KitKat"). Zahlungen sind auch mit Android SmartWatch oder Tablets möglich. Eine geeignete Kreditkarte ist beispielsweise eine MasterCard- oder Visa-Karte einer teilnehmenden Bank oder ein unterstütztes Zahlungssystem wie PayPal.

Die Einrichtung ist schnell: Wenn Sie die Google Pay-Anwendung zum ersten Mal starten, werden Sie aufgefordert, Ihre Kreditkartennummer zu Google Pay hinzuzufügen oder eine bereits gespeicherte Karte auszuwählen.

Die Bezahlung erfolgt wie bei einer Kreditkarte mit kontaktloser Zahlung über die NFC-Schnittstelle. Sie sagen im Laden, dass Sie kontaktlos bezahlen und Ihr Telefon zum Leser bringen möchten. Und schon werden ohne weitere Pin-Abfragen Beträge bis zu 25 Euro gezahlt. Nur bei großen Summen müssen Sie das Display Ihres Smartphones entsperren - eine Vorsichtsmaßnahme.

Google Pay funktioniert wie eine digitale Geldbörse. Dies bedeutet, dass Sie dort viele verschiedene Karten hinzufügen können. Auch Kredit- und Bonuskarten können auf die Anwendung übertragen werden.

Samsung Pay
Die Zahlungslösung Samsung Pay kann neben Deutschland auch in Österreich und der Schweiz für Online-Einkäufe benutzt werden. Der mobile Zahlungsanbieter Samsung Pay kann jetzt ebenso in Online-Shops zum Bezahlen von Einkäufen verwendet werden. Dank der Zusammenarbeit mit Datatrans kann die Zahlungslösung des südkoreanischen Technologiekonzerns als Zahlungsmittel bei Online-Einkäufen und bei der Auswahl einer Kreditkarte angeboten werden. Wie üblich bestätigt der Kunde die Transaktion durch Erkennen der Iris, des Fingerabdrucks oder durch Eingabe eines PIN-Codes. Bei PCs oder Tablets müssen Sie die E-Mail-Adresse eingeben, die dem Samsung-Konto zugeordnet ist. Auf Ihrem Smartphone wird eine Benachrichtigung angezeigt, in der Sie zur Bestätigung der Zahlung aufgefordert werden.

Fitbit Pay
Cembra, UBS, Viseca - mehrere Banken und Kartendienste ermöglichen jetzt mobiles Bezahlen über Fitbit Pay. Mit der Fitbit-Pay-Anwendung können Sie Ihre Kredit- und Debitkarte bestimmten Fitbit-Geräten hinzufügen, auf denen ein NFC-Chip installiert ist, z. B. Versa Lite-Smartwatches. Aktuell sind beispielsweise die Mastercard, Wirecard, BonusCard, Cornèrcard, Swiss Bankers (Prepaid-Mastercard-Karten), Revolut, Viseca und UBS komplettiert. Grundsätzlich können Sie mit Fitbit Pay in jedem Geschäft einkaufen, in dem kontaktlose Zahlungen akzeptiert werden.

Kryptowährungen
Aufgrund extremer Preisschwankungen, des Booms und des darauffolgenden Abverkaufs der letzten Monate werden die Kryptowährungen hauptsächlich als spekulatives Objekt angesehen. Aber nicht jeder möchte Bitcoins als Investition verwenden. Wer seine Einkäufe im Internet mit Bitcoins bezahlen möchte, wird schnell merken, dass gerade im deutschsprachigen Raum viel zu wünschen übrig lässt.

Die Bitcoin-Verarbeitung unterscheidet sich immer noch stark von Online-Händler zu Online-Händler. Ein Händler möchte die Bitcoin-Zahlung im Voraus erhalten, ein anderer akzeptiert Bitcoin ganz normal unter den Zahlungsoptionen. Bitcoin ist im deutschen E-Commerce bisher zwar schon angekommen aber hat sich noch nicht durchgesetzt.

Bildquelle: unsplashMatthew Kwong

© Schwäbische Post 02.09.2019 13:18
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