Geselligkeit bei regionalem Speis und Trank

Im Herbst laden wieder die Besenwirte in ihr kleines Reich ein. Freunde rustikaler Gemütlichkeit genießen dort bekömmliche Weine und die regionale Küche mit typischen „Besengerichten“.
  • Regional erzeugte Weine werden in den Besenwirtschaften gereicht.Foto: fotolia.de/flori0

Der Oktober lockt mit den letzten Tagen mit angenehmen Temperaturen nach draußen und macht Lust auf Ausflüge in die bunt gefärbte Umgebung. Wie wäre es hierbei mit dem Besuch einer Besenwirtschaft? Ein leckerer Wurstsalat oder Maultaschen mit Kartoffelsalat schmecken mit einem guten Viertele direkt vom Winzer gleich noch besser. Regionale Gerichte, wie Winzerteller mit Wurst oder Käse oder eine deftige Schlachtplatte, munden besonders gut in gemütlicher Runde mit der Familie oder mit Freunden. Ein Ausflug mit anschließender Einkehr in eine Besenwirtschaft bietet sich dafür bestens an.

Nur vier Monate im Jahr offen

Eine Besenwirtschaft ist ein von Winzern und Weinbauern saisonal geöffneter Gaststättenbetrieb, in dem diese zu bestimmten Zeiten ihren selbst erzeugten Wein direkt vermarkten. Die Gerichte, die angeboten werden, sind in der Regel einfach und typisch für die jeweilige Region.

Hauptsächlich im Frühjahr, an Sonn- und Feiertagen sowie jetzt vor der Weinlese haben Besenwirtschaften geöffnet. Die Räumlichkeiten weisen unterschiedlichen Charakter auf, neben gaststättenähnlich eingerichteten Besen findet sich auch die Scheune, die mit einfachen Sitzbänken provisorisch umgebaut wurde. In früheren Jahrzehnten sollen die Winzer auch schon mal ihre Wohnung oder den Viehstall ausgeräumt haben. Die Gründe dafür sind leicht nachzuvollziehen: So muss der Ausschank am Ort der Erzeugung erfolgen, auch ein Anmieten von Räumlichkeiten zum Ausschank ist unzulässig. Denn fast überall gelten Besenwirtschaften nicht als erlaubnispflichtige Gaststättenbetriebe, das heißt sie bedürfen keiner Gaststättenkonzession. Verschiedene Regeln sind jedoch zu beachten. So darf kein Bier angeboten werden. Wein und selbst hergestellte Spirituosen sind jedoch zulässig, auch muss mindestens ein alkoholfreies Getränk auf der Karte stehen.

Der Ausschank darf höchstens an vier Monaten im Jahr erfolgen, die Zeit kann aber in zwei Zeiträume geteilt werden. Auch dürfen maximal 40 Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Besen zeigt die Öffnung an

Seinen Namen hat der „Besen“ übrigens vom Reisigbesen an der Tür, mit dem der Besitzer anzeigt, dass geöffnet ist. Häufig wird als zusätzliches Signal eine meist rote Glühlampe verwendet. Vorwiegend in der Bodenseeregion ist der Name Rädle beziehungsweise Rädlewirtschaft gebräuchlich.ub

© Schwäbische Post 01.10.2019 19:53
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