Geselligkeit bei Speis und Trank

Auch zu Beginn des Jahres laden die zahlreichen Besenwirtschaften in unserer Region zu einem Besuch ein. Und Kenner wissen: Es gibt kaum einen besseren Ort, um die ausgezeichneten Produkte der heimischen Winzer zu genießen.
  • Gemütliches Ambiente, leckeres Essen und natürlich hervorragende Weine – das macht einen „Besen“ aus. Foto: Adobe Stock/BRAD

In der kalten Jahreszeit rückt man gerne zusammen, um sich mit Freunden zu einem gemütlichen Glas Wein oder einem leckeren Vesper zu treffen. Die edlen Tropfen direkt beim Erzeuger zu genießen, ist dabei natürlich noch mal etwas ganz Besonderes. Ob Rot-, Weiß- oder Roséwein – für Freunde des edlen Tropfens regionaler Winzer bietet sich derzeit wieder die Möglichkeit, die Weine direkt beim Erzeuger genießen zu können. Denn auch im Januar öffnen Besenwirtschaften ihre Türen und offerieren ihre Produkte zusammen mit einem deftigen Vesper.

Lange Tradition

Besenwirtschaften haben eine lange Tradition. Auch wenn der Schwabe beim Stichwort „Besen“ vielleicht erst einmal an die lange Tradition der Kehrwoche denkt – damit hat dieser Ort nichts zu tun. Die Besenwirtschaft geht vielmehr zurück auf einen Erlass Karls des Großen aus dem Jahr 812 zurück, in dem angeblich den Winzern der Betrieb von „Kranzwirtschaften“ erlaubt wurde, die durch einen ausgehängten Kranz aus Reben oder Efeu kenntlich gemacht wurden.

Denn Karl der Große war nicht nur ein Förderer des Weinbaus in seinem Reich, er sorgte sich auch um die Finanzen seiner Bürger. So verfügte er, dass die Bauern ihren Wein auch direkt verkaufen durften. Die Tradition ist bis heute geblieben, aber aus dem Kranz wurde der Besen.

Wein und gutes Essen

Ohne Schankkonzession, aber mit gewissen Auflagen sind die Besenwirtschaften ein fester Bestandteil in vielen Weinbauregionen. Der Besen darf bis zu vier Monate im Jahr öffnen, die Anzahl der Sitzplätze ist auf 40 begrenzt und neben hauseigenen Weinen dürfen nur kalte oder einfache warme Speisen angeboten werden. Im Besen findet jeder schnell Anschluss, denn dort ist die Welt einfach ein bisschen anders. Man rutscht zusammen, wenn noch mehr Gäste kommen und auch auf der schmalsten Bank findet sich ein weiteres Plätzchen. Schnell kommen die Besen-Besucher miteinander ins Gespräch und lustig und fröhlich geht es immer zu.

Ob allein, zu zweit oder in geselliger Runde – die Besenwirtschaft bietet sich zu vielen Gelegenheiten an. pm

Wo heute der Besen hängt –diese Frage wird im Internet unter www.besenfuehrer.de beantwortet.

© Schwäbische Post 17.01.2020 19:41
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