Große Freude beim BVB trotz Kritik: Mats Hummels’ Transfer ist vollzogen

Er galt lange Zeit als einer der besten Spieler des Spitzenvereins FC Bayern. Doch seit einigen Wochen hielt sich das hartnäckige Gerücht, der Innenverteidiger könnte den Schritt zurück zu seinem alten Verein wagen. Nun haben sich die Gerüchte bestätigt. Seit Mitte Juni ist klar: Hummels wechselt zurück zum BVB. Die gelben Kicker, die in den letzten Jahren den Bayern immer gefährlicher wurden, freuen sich natürlich. Nun dürften auch wieder mehr Sportwetten auf den Sieg der Borussen abgeschlossen werden, die zuvor gegen Bayern stark im Nachteil waren. Allerdings scheint es auch kritische Meinungen zum Wechsel des Star-Kickers zu geben.

Transfermodalitäten unklar

Bisher haben weder der BVB noch Hummels selbst viel über die Einzelheiten des Spielerwechsels verlauten lassen. Bekannt ist nur: Die Dortmunder dürften etwa 40 Millionen Euro für den Spieler hingelegt haben. Ein angemessenes Sümmchen angesichts Hummels Kompetenzen und Laufbahn. Dennoch ist diese Summe nur geringfügig höher als der Preis, für den Hummels vor drei Jahren an den FC Bayern verkauft worden war. Damals machten die Bayern 35 Millionen locker, um den Spieler in ihrem Kader begrüßen zu dürfen. Überraschend ist der Wechsel Hummels‘ nicht: Er hatte bereits einmal dem FC Bayern den Rücken gekehrt, um stattdessen bei den gelben Kickern anzutreten. Möglicherweise ist es wieder nur eine Frage der Zeit, bevor er das Wechselspiel weiterführt.

Aufrüstung für den Sieg

Welche Absichten hinter dem Kauf von Borussia Dortmund stecken, dürfte offensichtlich sein. Nachdem die Borussen im vergangenen Jahr als Vizemeister hinter Bayern zurückblieben, wollen sie diesmal keine Risiken eingehen. So stückten sie ihren Kader neben Hummels auch mit reichlich anderen hochkarätigen Spielern auf. Dazu gehören Nico Schulz vom TSG Hoffenheim, Julian Brandt von Bayer Leverkusen sowie Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach. Die Neuzugänge werden sicherlich ihr Bestes geben, schließlich stellen sie ihre Fähigkeiten nicht gerade günstig bereit. Nun liegt es am Trainer des Vereins und den anderen Aktionären, die Mannschaft tatsächlich zum Sieg zu führen.

Kritik für BVB und FCB gleichermaßen

Begrüßt wird der Wechsel allerdings nicht von allen Seiten. Ralf Rangnick etwa kritisierte, die gezahlte Ablöse für den Innenverteidiger sei viel zu hoch. Er hätte für seinen Verein RB Leipzig niemals einen solchen Einkauf durchgeführt – schon gar nicht, da sich die Jahresgehälter für den Spieler wahrscheinlich in der gleichen Größenordnung bewegten wie die Ablöse. Da bleibe einem Verein nicht mehr viel Geld, um es anderweitig zu investieren. Ein Statement sei den Borussen mit dem Kauf allerdings sehr wohl gelungen: Sie wollen unbedingt den Sieg, und das macht der kostspielige Transfer auch deutlich. Währenddessen ließ der Vater von Mats Hummels, der auch als Berater seines Sohnes fungiert, kein gutes Haar an dessen ehemaligen Verein, dem FC Bayern. So habe es deutlich an Wertschätzung gemangelt, was auch durch saftige Gehälter nicht mehr auszugleichen gewesen sein. Mats Hummels habe die Degradierung zum dritten Verteidiger gar nicht geschmeckt – das Angebot des BVB sei ihm deshalb besonders gelegen gekommen.

Bevor Hummels 2016 zum FC Bayern wechselte, hielt er es immerhin acht Jahre beim BVB aus. Das sind gute Vorzeichen dafür, dass er dem Verein auch diesmal lange erhalten bleibt. Der Schlüssel ist – das wissen die Verantwortlichen jetzt – neben einem mehrstelligen Millionengehalt die richtige Wertschätzung.

Foto: zloyel Bildlizenz

© Schwäbische Post 25.07.2019 10:29
277 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.