Notenbefreiung bei LRS – was dann?

Kurzfristig ist eine Notenbefreiung eine Erleichterung, aber die Probleme bleiben.

Schüler mit Problemen im Lesen und Schreiben können sich in Baden-Württemberg von der Bewertung der Rechtschreibung befreien lassen. Doch die Probleme bleiben und gefährden die Zukunft der Betroffenen.

Durchschnittlich leiden etwa 25 Prozent aller deutschsprachigen Schüler an einer Lese-/Rechtschreibschwäche, bis hin zu einer Störung (LRS). Eine gute Deutschnote ist für diese Schüler – auch mit hohem Übungsaufwand zu Hause – nicht zu schaffen. Die Folge: Konzentrationsschwierigkeiten, Frustration, Prüfungsangst, Störungen des Familienklimas. Um ihnen diesen Druck zu nehmen, gibt es vielerorts Möglichkeiten, Schüler durch einen sogenannten Nachteilsausgleich von der Rechtschreibnote befreien zu lassen.

„Bleibt die LRS allerdings unbehandelt, weil es dafür keine schlechten Noten mehr gibt, verschlechtern sich meist auch die Leistungen in anderen Fächern“, erläutert Corinna Zeller, Institutsleiterin des LOS in Aalen und Heidenheim. Lesen und Schreiben werden in höheren Schulklassen zunehmend wichtiger. „Eine Notenbefreiung sollte daher für Eltern kein Grund zum Aufatmen sein, sondern eine Aufforderung zum Handeln“, empfiehlt die zweifache Mutter. Denn nur durch eine gezielte pädagogische Förderung können die Probleme nachhaltig gelöst werden.

© Schwäbische Post 01.02.2018 19:41
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