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Preisoffensive im Handel

Neben dem regulären Satz wurde bis Jahresende auch die ermäßigte Mehrwertsteuer von sieben auf fünf Prozent gesenkt. Wo die Verbraucher hier sparen können.
  • Bis Ende Dezember gelten im Handel noch ermäßigte Mehrwertsteuersätze. Foto: Florian Schuh/dpa

In Deutschland zahlen Verbraucher derzeit weniger Mehrwertsteuer: Seit dem 1. Juli ist der allgemeine Satz von 19 auf 16 Prozent gesunken, der ermäßigte Satz von 7 auf 5 Prozent. Nach dem 31. Dezember gelten jedoch wieder die alten Steuersätze.

Doch nicht immer geben Unternehmen die Mehrwertsteuersenkung an ihre Kunden weiter, erklärt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Interview mit dem dpa-Themendienst. „Der Hintergrund ist, dass man nicht auf den Preisnachlass pochen kann.“

Sind Waren durch die Mehrwertsteuersenkung grundsätzlich günstiger geworden?

Mechthild Winkelmann: Der Handel, insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel, hat die Mehrwertsteuersenkung für eine Preisoffensive genutzt. Der Möbelhandel wirbt zum Teil damit, dass die komplette Mehrwertsteuer, die für Möbel aktuell 16 Prozent beträgt, vollständig erlassen wird. An der Preisfront ist es für Verbraucher momentan deutlich unübersichtlicher geworden und schwer nachzuvollziehen, wo sie in Euro und Cent sparen.

Was gilt beim Umtausch, wenn ich Waren vor der Senkung gekauft habe?

Der Handel hat die Mehrwertsteuersenkung für eine Preisoffensive genutzt.

Mechthild Winkelmann
Verbraucherzentrale

Winkelmann: Zuerst einmal muss man wissen, dass ein Umtausch eine reine Kulanzleistung des Händlers ist, weil man einwandfreie Ware erhalten hat. In der Regel darf man sich für den Preis des Produktes etwas Anderes aussuchen. Auch hier gibt es einen Bruttopreis, in den die Mehrwertsteuer mit einfließt. Meist bleibt es bei der ursprünglich vereinbarten Summe, weil die Händler eben nicht dazu verpflichtet sind, die Senkung weiterzugeben. Etwas Anderes ist es, wenn man einen Nettopreis vereinbart hat, auf den die Mehrwertsteuer draufgeschlagen wird. Dann ist beim Umtausch jeweils zu berücksichtigen, wann das Geschäft abgewickelt wurde.

Was ist demnächst, wenn ich Sachen nach dem 31.12. umtauschen möchte?

Winkelmann: Ab dem 1. Januar wird es vermutlich wieder auf die ursprüngliche Mehrwertsteuer von 19 Prozent hinauslaufen. Dann wäre beim Umtausch der neue Mehrwertsteuersatz zu berücksichtigen. Das würde für Verbraucher heißen, dass das Produkt entsprechend teurer wäre. In der Praxis wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass der Händler die Differenz übernimmt, weil er dem Kunden in der Regel ein neues Produkt im Tausch gibt. Von daher wird das im Verbraucheralltag wahrscheinlich keine Rolle spielen. dpa

© Schwäbische Post 09.11.2020 16:52
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