So können Wohnungen und Häuser altersgerecht gemacht werden

  • Bild: unsplash, Cristina Gottardi

In den eigenen vier Wänden alt werden - das ist der Wunsch vieler, der mit steigendem Alter immer präsenter wird. Gleichzeitig sehen viele ihre Hoffnung dahinschwinden, denn ein normaler Haushalt birgt eine Reihe von Gefahren für alternde Menschen. Dinge, die früher problemlos möglich waren - wie beispielsweise in die Badewanne und aus ihr heraus zu steigen - sind nun riskante Unterfangen. Dennoch bedeuten erste auftretende Probleme nicht, dass gleich ins Seniorenheim umgesiedelt werden muss. Oft genügen kleine Veränderungen, um das Zuhause auch im Alter sicher und barrierefrei zu gestalten. Das gelingt am besten mit tatkräftiger Unterstützung von Familie und rüstigeren Freunden. Dieser Artikel liefert Hinweise, was bei der Umrüstung auf jeden Fall beachtet werden sollte.

Höchste Priorität: menschliche Hilfe
Eine ebenerdige Dusche erhöht sicherlich die Lebensqualität vieler alternder Menschen, doch wichtiger als jede alterssichere Sanierung ist menschliche Hilfe in Form einer Pflegekraft, die sich um die Belange des Bewohners kümmert. Oft kann die Pflege zu Hause nach den eigenen Präferenzen eingerichtet werden. So müssen Betreuer nicht jeden Tag vorbeischauen, sondern können ihre Besuche auch auf zwei- bis dreimal die Woche beschränken. Oder sie sehen mehrmals täglich nach dem Rechten, ganz wie gewünscht. Dies sorgt dafür, dass sie dem Gepflegten zur Hand gehen können bei Aufgaben, die er definitiv nicht mehr selbstständig ausführen kann. Daneben tut auch die Gesellschaft gut.

Stolperfallen meiden
Senioren sind häufig nicht mehr so gut zu Fuß. Es passiert ihnen leichter, dass sie über eine Teppichkante oder ein zu weit herausragendes Tischbein stolpern. Angehörige sollten hier durch die Wohnung gehen und mögliche Stolperfallen beseitigen. Teppichböden, die den ganzen Boden bedecken, sind eine sichere Alternative zu nicht raumfüllenden Perserteppichen. Auch Kabel sollten sicherheitsgerecht verlegt werden. Befinden sich Türschwellen in der Wohnung, können diese ausgeglichen oder mit einer kleinen Rampe versehen werden. Dies ist besonders praktisch, wenn sich die Person mittels Rollators fortbewegt.

Nicht im Dunkeln tappen lassen
Selbstverständlich stolpert es sich noch viel leichter, wenn nicht ausreichend Licht zur Verfügung ist. Und selbst auf dem Weg zum Lichtschalter kann es bereits passieren. Deshalb profitieren alternde Menschen immens von Bewegungsmeldern, die das Licht einschalten, sobald sie einen Raum betreten. Dabei sollte die Beleuchtung von ausreichender Helligkeit sein, damit auch alte Augen in ihr gut sehen können. Schummerlicht ist zwar gemütlich, eignet sich aber vielleicht nur noch für den Fernsehabend. Hierfür können Senioren eine Lampe mit Dimmer einbauen, deren Helligkeit sich nachträglich noch anpassen lässt.
Ob sich der Bewohner nach diesen Umrüstungen in seinem Zuhause sicherer fühlt, darüber kann nur er Auskunft geben. Häufig erkennt er auch am ehesten, wo noch nachgebessert werden muss - damit er so lange wie möglich im trauten Heim wohnen bleiben kann.

Bild: unsplashCristina Gottardi

© Schwäbische Post 25.09.2019 10:52
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