So parkt man heute smart am Automat

Technik Dank den neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der „Parkographen“ kann man heutzutage bargeldlos seinen Parkplatz in der Innenstadt per Smartphone buchen und bezahlen.
  • Foto: ParkNow/dpa-mag

Wo früher der Parkgroschen fiel, ist heute mitunter schon das Smartphone gefragt. Denn in immer mehr Städten lassen sich Parkplätze inzwischen auch bargeldlos buchen und bezahlen. Die erste Münz-Parkuhr in Deutschland war der „Parkograph“. „1954 wurde das erste Modell von Kienzle aufgestellt“, sagt Stefan Forster von Hectronic, dem Nachfolgeunternehmen.

Die erste Parkuhr PU 1 war ein reiner Nachbau eines US-Modells und wurde mit 10 Pfennig gefüttert. Das Aus für die Einzelparkuhr kam vielerorts mit der Euro-Einführung. Weil die Münzumstellung teils kostspielige Anpassungen in den Uhren zur Folge hatte. Heute lohnen sich einzelne Parkuhren nur noch, wenn die Zahl der Parkplätze so gering ist, dass ein Parkscheinautomat zu teuer wäre.

Die meisten Parkplätze werden inzwischen mit Parkscheinautomaten abgedeckt. „Für Städte und Kommunen ist das die effektivste Möglichkeit, denn die Automaten können auf die jeweilige Parksituation genau zugeschnitten werden“, sagt Forster. Dies gelte für die optionale Stromversorgung mit einem Solarpanel ebenso wie für die verschiedenen Bezahlmöglichkeiten.

Allerdings: Vieles werde inzwischen mit Bankkarten bezahlt, aber der „Parkgroschen“ nach wie vor am beliebtesten. „Die Münze hat sich seit der ersten Parkuhr bis heute bewährt. Später kamen dann regionale Prepaid-Karten wie Stadtkarten hinzu und seit Ende der 1990er Jahre auch vereinzelt EC-Karten.“ Die Mehrzahl der Parkscheinautomaten liefere Hectronic jedoch ohne Kreditkartenzahlung aus. Beliebter werde hingegen das kontaktlose NFC-Verfahren, das sowohl mit Karten und vielfach auch mit Smartphones möglich ist.

Für Städte und Kommunen ist das die effektivste Möglichkeit, denn die Automaten können auf die jeweilige Parksituation genau zugeschnitten werden.

Stefan Forster
Hectronic

Ohne Parkschein kommen Systeme wie ParkNow aus. Hier wird via App bezahlt. Über die wird der Parkvorgang auch mit einem Fingerdruck gestartet und beendet. Der Vorteil: Minutengenaue Abrechnung. Bezahlt wird am Monatsende per Bankeinzug. „An der speziellen Parkplakette hinter der Windschutzscheibe erkennt der Kontrolleur, dass dieses System genutzt wird“, sagt Julia Frank von ParkNow. Der digitale Parkschein werde dann anhand des Kennzeichens überprüft. Voraussetzung ist, dass es für die Parkplätze eine Kooperation zwischen ParkNow und den Kommunen oder Parkhausbetreibern gibt.

Einen anderen Weg geht die Firma TomTom mit On-Street-Parking in derzeit 75 Städten. Der GPS-basierte Dienst zeigt freie Parkplätze über das Navigationssystem anzeigt. Hierbei werde auf Basis der GPS-Daten errechnet, wie hoch die Wahrscheinlichkeit sei, am Zielort einen freien Parkplatz zu finden, sagt Ralf-Peter Schäfer von TomTom.

Ganz individuelle Parklösungen bieten Parkhäuser an. „Registrierte Kunden können dort einfach hereinfahren, parken und ohne lange am Kassenautomat stehen zu müssen wieder herausfahren“, sagt eine Sprecherin des Parkhausbetreibers Apcoa. Das System erfasse die geparkte Zeit beispielsweise über einen Funk-Chip. dpa

© Schwäbische Post 04.01.2018 16:38
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