Unterstützung in der Krise

Die Finanzministerien von Bund und Ländern wollen mit vielen Maßnahmen Unternehmen unterstützen. Gefragt ist nun der Durchblick im Gesetzesdschungel.
  • Nicht allein zuhause den Helden Spielen: Gerade in der aktuellen Situation ist der Kontakt zum Steuerberater wichtig, der die richtigen Wege durch die Krise aufzeigt. Foto: adobe stock/Andrey Popov

Das Bundesfinanzministerium hat mit den Landesfinanzministerien steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen beschlossen, die von der Ausbreitung des Corona-Virus betroffen sind. Doch schnell geht die Orientierung im Dschungel der steuerlichen Hilfen verloren, die in einer hohen Dynamik der aktuellen Situation angepasst werden. Hilfe kommt von von Steuerberatern, die sich permanent in die Materie einarbeiten.

Ein derzeit eingesetztes Instrument zur Unterstützung der Unternehmen ist die Möglichkeit, bereits fällige oder noch fällig werdende Steuerzahlungen zu stunden. Durch einen Erlass der Finanzministerien soll die Bearbeitung der Anträge erleichtert werden. Ab sofort sind dabei keine Einzelfallprüfungen oder Ermessensentscheidungen mehr notwendig. Damit werden zum Beispiel keine strengen Anforderungen mehr an den Nachweis der Voraussetzungen für eine Stundung gelegt. Dies gilt für Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und die Umsatzsteuer.

Ein wesentliches Instrument ist dabei das Verschieben des Zeitpunktes der Steuerzahlung, um so mehr Liquidität bei den Unternehmen zu erhalten. Außerdem wird in diesen Fällen auf die Stundungszinsen verzichtet.

Sollten Unternehmen unmittelbar vom Corona-Virus betroffen sein, verzichten die Finanzbehörden bis zum 31. Dezember 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen, wie beispielsweise Kontopfändungen oder Säumniszuschläge. Dadurch soll vermieden werden, dass Unternehmen durch kurzfristig nicht leistbaren Steuereinzug zusätzlich Liquidität entzogen wird, die zum Überleben des Betriebs in der Krise notwendig ist.

Darüber hinaus werden die Finanzbehörden steuerpflichtigen Unternehmen die Anpassung ihrer Steuervorauszahlung vereinfachen, wenn absehbar ist, dass die Umsätze beziehungsweise Gewinn durch die Corona-Krise im laufenden Jahr geringer ausfallen werden, als bislang angenommen. Dies bezieht sich auf die Einkommens- und Körperschaftsteuer. Ebenso können Vorauszahlungen in Bezug auf den Gewerbesteuer-Messbetrag angepasst werden.

Der aktuelle Stand ist auf der Homepage des Finanzministeriums Baden-Württemberg einzusehen (https://fm.baden-wuerttemberg.de).
Bei der Umsetzung der Maßnahmen sollte aber unbedingt professionelle Hilfe hinzugezogen werden.

© Schwäbische Post 17.04.2020 15:10
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