Wunschkennzeichen mit i-Kfz: Ist die Online-Zulassung preiswert?

  • Bild: unsplash, Aditya Chinchure

Mit der internetbasierten Fahrzeugzulassung, die auch unter dem Namen i-Kfz bekannt ist, soll vieles einfacher und auch preiswerter werden. Ziel der Bundesregierung ist es, den digitalen Behördengang inklusive Neuzulassung bis Oktober 2019 deutschlandweit zu launchen. Die Stufe 2 von i-Kfz, die Wiederzulassung, ist bereits seit Oktober 2017 möglich. Ein Zwischenfazit dazu liest du hier.

Alle Infos auf einen Blick:

  • Internetbasierte Fahrzeugzulassung soll viele Erleichterungen mit sich bringen
  • Projekt i-Kfz steht kurz vor der Finalisierung
  • Seit 2017 kann man Fahrzeuge online wieder zulassen
  • Voraussetzung: Halter, Zulassungsbezirk und Kennzeichen bleiben gleich

Die internetbasierte Fahrzeugzulassung
Seit 2015 schon arbeitet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) daran, alle Prozesse rund um die Zulassung online möglich zu machen. Dass das nicht von heute auf morgen geht, lässt sich erahnen. Denn mit der Zulassung eines Motorrads oder eines Autos ist weit mehr als nur die Plakette auf dem Kennzeichen verbunden.

Wer schon einmal ein Kraftfahrzeug oder ein Kraftrad zugelassen hat, weiß, dass man für die Zulassung neben den Fahrzeugpapieren auch eine Bestätigung der Versicherung braucht. Damit schließlich alles online abgewickelt werden kann, mussten im Rahmen von i-Kfz zunächst einmal alle Fahrzeugdaten zentral hinterlegt werden. Seit vergangenem Jahr haben die Zulassungsstellen daher Zugriff auf fahrzeugindividuelle Daten, die beim Kraftfahrt Bundesamt gespeichert sind.

Gleichzeitig stand das BMVI vor der Herausforderung, den Zulassungsprozess im Internet sicher zu gestalten. Damit keine Unbefugten Fahrzeuge und Motorräder nach Belieben an- und abmelden konnten, war es außerdem notwendig, eine Sicherheitsschranke einzubauen. Dafür wurden sowohl die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II als auch das Nummernschild mit Sicherheitscodes ausgestattet.

Sukzessive Anpassungen: Bilanz nach vier Jahren der Umsetzung
Aufgrund der Komplexität hat man i-Kfz nicht in einem Zuge umgesetzt, sondern arbeitet seit 2015 an der stufenweisen Anpassung der Vorgänge.

  • Stufe 1: Seit 1. Januar 2015 kann man als Privatperson Fahrzeuge und Motorräder online abmelden.
  • Stufe 2: Seit 1. Oktober 2017 kann man im Internet auch eine Wiederzulassung beantragen. Das geht allerdings nur, wenn sich Halter, Zulassungsbezirk und Kennzeichen nicht ändern.
  • Stufe 3: Ab Oktober 2019 soll es möglich sein, alle Neuzulassungen und Umschreibungen ebenfalls über das i-Kfz-Onlineportal durchführen zu können.

Die bisherige Bilanz ist gemischt und eher negativ als positiv. Zwar ist es praktisch, ein Kraftrad oder ein Auto von zu Hause aus abzumelden. Für eine Neuanmeldung muss man jedoch weiterhin auf die Behörde gehen. Auch die Stufe 2 von i-Kfz ist mit zahlreichen Einschränkungen verbunden. Nur wenn Halter, Zulassungsbezirk und Kennzeichen gleichbleiben, kann man aktuell ein Fahrzeug wiederzulassen.

Wer sein altes Kennzeichen abgeben möchte und sich für ein Wunschkennzeichen entscheidet, das sich mitunter über Kennzeichen King bestellen lässt, ist bislang immer noch gezwungen, die Zulassungsstelle aufzusuchen. Die erhofften zeitlichen und finanziellen Vorteile kommen bislang also noch nicht zum Tragen.

Fazit: Geld sparen nur bedingt möglich
Die Nutzung der internetbasierten Fahrzeugzulassung soll Zeit, Geld und Nerven sparen. Da der Besuch in der Zulassungsbehörde entfällt, ist die Zeitersparnis tatsächlich messbar. Dennoch sollte man den Aufwand, der mit der Verifizierung über den elektronischen Personalausweis in Verbindung steht, nicht unterschätzen.

Was die finanzielle Entlastung anbelangt, ermöglicht der digitale Behördengang nur bedingt Sparpotenzial. Bislang sind noch keine Infos bekannt, dass die Verwaltungsgebühren im Internet geringer ausfallen. Im Gegenteil: Für Stufe 1 und Stufe 2 sind die Zulassungskosten gleich. Der Wegfall des Weges und die damit verbundenen Sprit- oder Ticketeinsparungen schlagen nur geringfügig zu Buche.

Bildquelle: unsplashAditya Chinchure

 

© Schwäbische Post 17.09.2019 08:43
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Kommentare

Häberle & Pfleiderer

doppelter Weg und zusätzlicher Verpackungsmüll ...

dafür muss man Werbung machen .. 

in Aalen bekomme ich meine Kennzeichen sofort, und der Preis stimmt auch ***