Ein Wahrzeichen braucht dringend Hilfe

Restaurierung Das Deckengewölbe der St.-Lukas-Kirche in Tannhausen ist brüchig. Auch an anderer Stelle muss die Kirche saniert werden. Spenden und helfende Hände werden gesucht.
  • Das imposante Deckengewölbe der St-Lukas-Kirche bröckelt und muss ausgebessert werden. Foto: Gemeinde Tannhausen
  • Foto: Christian Frumolt

Der ängstliche Blick, den Pfarrer Manfred Schmid in Tannhausens Kirche gen Himmel richtet, ist heute einem besonderen Sorgenkind geschuldet: der Decke. Denn die bröckelt. Und das seit Jahren. Das Gewölbenetz, das die Decke der „St.-Lukas-Kirche“ hält, ist brüchig. Vor zehn Jahren schon musste ein Teil der Kirche aus statischen Gründen gesperrt werden – Einzelteile waren aus dem Gewölbe gebrochen.

Von weitem ist der 46 Meter hohe Turm des Tannhäuser Wahrzeichens zu sehen. Erbaut wurde dieser 1479 von Nikolaus Eseler d. Ä., der sich auch für den „Daniel“ in Nördlingen und die St. Georgs Kirche in Dinkelsbühl verantwortlich zeichnet. Das Kirchenschiff stammt aus dem Jahre 1520. Ein aus Rauten gebildetes Gewölbenetz breitet sich über den Kirchenbesuchern aus. Gestützt wird es von zwei runden Pfeilern, auf denen ein sechsteiliges Gewölbe aus Rauten entsteigt. „Für die damalige Zeit war das große Baukunst“, erklärt Kirchenpfleger Karl Negraschis. Er weiß, wovon er spricht. Er war Prokurist bei der Baufirma Hans Fuchs, ist also vom Fach.

Neben der Decke, ergänzt der Profi, muss auch die Heizung aus den 1960er Jahren erneuert werden. Die Kniebankstrahlheizung überhitzt schnell und ist dadurch eine Gefahr für Gebäude wie Besucher. Die Elektrik stammt ebenfalls aus Anfang der 1960ern. Sie genügt den heutigen Vorschriften schon lange nicht mehr.

Der Altarraum ist ebenso nicht mehr zeitgemäß. Der Altar im hinteren Chorraum ist für eine heutige Eucharistiefeier nicht geeignet. Die Feier sollte der Gemeinde zugewandt sein – das aber ist in der „St. Lukas Kirche“ nicht möglich.

Unterstützung zugesichert

Die letzte Renovierung im Innenbereich erfolgte 1980, zur 500-Jahr-Feier. Kein Wunder also, wenn sich auch Tannhausens Bürgermeister Manfred Haase für die Kirche stark macht. „Wir wollen der Kirchengemeinde jede mögliche Unterstützung gewähren“, verspricht er mit Nachdruck.

Da die geplante Renovierung voraussichtlich fünf bis sechs Monate dauern wird, stellt die Gemeinde Tannhausen in dieser Zeit die Turnhalle für die sonntägliche Messe kostenfrei zur Verfügung. Auch die vielen Figuren in der Kirche können an Orten in der Gemeinde ausgelagert werden.

Eigentlich sollte es schon früher losgehen mit den Renovierungsarbeiten. Doch dann kam die Primiz von Johannes Huber dazwischen. „Ein Ereignis, das es nicht alle Tage gibt“, betont Pfarrer Manfred Schmid.

Seit fast 25 Jahren ist er in Tannhausen tätig. Der gebürtige Dewanger hat Phänomenales in der Kirchengemeinde geleistet. Nun denkt der 75-Jährige an den Ruhestand. Zuvor möchte er allerdings das Bau-Projekt auf den Weg bringen. Nach dem weißen Sonntag 2018 soll der Startschuss fallen.

Für die damalige Zeit war das große Baukunst.

Karl Negraschis
Kirchenpfleger

200.000 Euro Spendenbedarf

Noch machen Karl Negraschis die Auflagen des Denkmalamtes ein wenig Kopfzerbrechen. Als Mann vom Bau wird er aber auch hier Lösungen finden. Bevor es losgeht, soll noch eine Informationsveranstaltung stattfinden. Eine öffentliche Ausschreibung der Arbeiten muss ebenfalls zeitnah erfolgen.

Mit 1,1 Millionen Euro ist die Renovierung angesetzt. Das Denkmalamt und das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg beteiligen sich daran. Die Kirchengemeinde wird ihre Eigenmittel zur Verfügung stellen. Trotzdem bleiben 200.000 Euro übrig, die als Spenden erbracht werden müssen.

Helfer werden gesucht

Eigenleistungen sind ebenfalls vonnöten. Dazu sucht die Kirchengemeinde Menschen, die mithelfen möchten. Wer beispielsweise eine Patenschaft für eine Heiligenfigur übernimmt, kann hier viel Gutes tun – denn mit dem fälligen Obolus kann diese restauriert werden.

Spender dürfen zudem den 32 Meter hohen Kranz des Turmes besteigen und dort die Aussicht genießen. Eine Seltenheit, da dieser für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich ist. Bürgermeister Manfred Haase, Kirchenpfleger Karl Negraschis und Pfarrer Manfred Schmid hoffen auf die Mithilfe der Gemeinde Tannhausen und darüber hinaus. Damit das Symbol Tannhausens bewahrt werden kann.

Spenden können auf das Konto der VR Bank Ellwangen, IBAN: DE08 6149 1010 0060 3700 09, BIC: GENODES1ELL, überwiesen werden. Verwendungszweck „Spende für Kirchenrenovation“

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© Schwäbische Post 29.12.2017 17:41
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