Bunte Beeren als Sichtschutz zum Nachbarn

  • Foto: Hofeinfahrten werden nach individuellen Wünschen gestaltet. Klaus Dressel
Wenn es an die Gartenplanung oder –umgestaltung geht, kommt man zwangsläufig auf den Sichtschutz zum Nachbarn oder der Straße zu sprechen. Dicht und grün soll er sein, aber nicht mit Dornen und Stacheln abschrecken. Der Trend geht auch immer mehr zu nutzbaren Sträuchern als Abgrenzung. Denn so kann man selbst bei der Gartenarbeit naschen, Tiere beim Fressen beobachten oder muss keine Angst haben, wenn die Kinder oder Enkel allein im Garten tollen und vielleicht mal eine Beere probieren.

Obst- und Nusssträucher sind die ungefährlichsten Pflanzen in dieser Beziehung, vorausgesetzt, im Umkreis gibt es keine entsprechenden Allergien. Bei der Auswahl ist also auch Vorsicht geboten. Daher sollte sie von einem Gartengestalter begleitet werden. Denn er kennt die Unterschiede zwischen essbaren Obst-Früchten respektive Beeren und giftigen Vertretern dieser Art. Fruchtsträucher sind aber auch eine wichtige Nahrungsgrundlage für Insekten-, Säuger- und Vogelarten. Wer also die Tiere in seinem Garten halten möchte, berücksichtigt bei der Selektion auch deren Vorlieben.

Hat man die Entscheidung getroffen, fruchtige Abwechslung in den Sichtschutz zu bringen, bleibt immer noch die Frage zu klären, ob es einheimische Fruchtsträucher oder exotische Arten sein sollen. Bei exotischen Fruchtsträuchern ist allerdings zu beachten, dass sie meist mehr Pflege benötigen und von einheimischen Tierarten verschmäht werden könnten. Andererseits sorgen sie aber auch für mehr Neugierde auf die heranreifenden Früchte und stechen aus der restlichen Gartengestaltung heraus.

Fruchtsträucher eignen sich ebenfalls sehr gut dazu, Farbe ins Spiel zu bringen. Im Frühjahr und Sommer leuchten ihre Blüten und Früchte in den unterschiedlichsten Schattierungen. Daher werden sie heutzutage sehr gerne in der Gartengestaltung eingesetzt, um kräftige Akzente zu setzen. Zu den üblichen Obststräuchern gehören Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren oder Preiselbeeren. Bei den Nusssträuchern sind die verschiedenen Haselsorten sehr beliebt. Sind Kinder oder unerfahrene Botaniker im Garten unterwegs, sollte auch Fruchtsträucher mit giftigen Früchten, wie Heckenkirsche, Lorbeerkirsche, Schneebeere oder Seidelbast, verzichtet werden. Denn schnell ist in einem unbeobachteten Moment eine Beere im kleinen Kindermund verschwunden und sorgt danach für Arzt- oder gar Krankenhausbesuche.

Der Experte warnt beim Anlegen des Sichtschutzes davor, zu viel zu wollen. In neu angelegten Gärten übertreiben es die Bauherren gerne und pflanzen Sichtschutzpflanzen viel zu dicht, da es ja möglichst schnell blickdicht werden soll. Das rächt sich nach einigen Jahren, wenn die Pflanzen erfolgreich gedeihen. Denn dann muss ein Gärtner herbeigerufen werden, um den Wust aus Pflanzen wieder zu bändigen. Noch ärgerlicher ist es, wenn Teile der Bepflanzung nach und nach entfernt werden müssen.

Eine Alternative bieten noch die Schmucksträucher mit bunten Beeren. Sie sind ebenfalls eine Zierde in jedem Garten. Viele davon sind ebenso essbar, sollten aber auch unter professioneller Anleitung ausgesucht werden. Denn die rohen Beeren sind oft herb, sauer oder enthalten Stoffe, die Verdauungsprobleme auslösen können. Diese Sträucher sollten außerhalb der Reichweite von Kindern gepflanzt werden, gelten aber dennoch als nützlich. Im gekochten Zustand sind die Beeren genießbar und ergeben leckere Marmeladen, Gelees oder Liköre. Sanddorn ist beispielsweise ein gern gesehener Strauch in Gärten. Die Beeren sind mit einem hohen Vitamin C Gehalt sehr gesund und schmecken prima als Mus. Die Beeren müssen allerdings rechtzeitig geerntet werden, denn überreife Früchte gären.

Ihr Ansprechpartner vor Ort: Klaus Dressel
Kontakt: klaus-dressel@gmx.de

© Schwäbische Post 21.07.2016 09:10
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