Dachfenster richtig pflegen

Regen prasselt leise auf das Fenster, in der Nacht kann man die Sterne beobachten. Dachfenster spenden nicht nur Licht im Dachgeschoss, sie haben auch einen romantischen Aspekt. Um lange Freude an Holzdachfenstern zu haben, sollte man einige Tipps vom Fachmann berücksichtigen.

Bernhard Bader aus Leinzell trifft als Dachfensterdoktor immer wieder auf vernachlässigte Holzdachfenster. Sie sind außen zwar mit Aluminium verkleidet, doch der Kern besteht aus Holz. Der natürliche Rohstoff lebt und braucht daher Pflege. Denn über die Jahre wird er beansprucht, sei es durch hohe Luftfeuchtigkeit im Bad oder das einfache Schwitzen bei starken Temperaturunterschieden zwischen Innen- und Außenbereich. Trotz ordentlichem Lüften greift Wasser Holz mit der Zeit an und nagt an der Substanz.

Neben dem täglichen Lüften ist die richtige Pflege essentiell wichtig für die lange Lebensdauer von Holzdachfenstern. Normal platzierte Fenster sollten alle vier bis fünf Jahre einer Überprüfung unterzogen werden. Diese umfasst das Saubermachen von Schienen, Beschlägen und der Lüftungsklappe sowie das Abschleifen und Streichen der Rahmen. Wetterseitig eingebaute Fenster benötigen sogar jährlich die entsprechende Pflege. Der Experte kommt gerne vorbei und übernimmt die notwendigen Schritte zur Wartung der Dachfenster.

Wer selbst Hand anlegen möchte, ist mit etwas Zeit und einigen wenigen Materialien bereits bestens ausgestattet. Der erste Schritt sollte eine Grobreinigung der Holzdachfenster sein. Dazu gehören nicht nur die Scheiben, sondern auch die Rahmen. An ihnen fährt man mit einem feuchten Tuch entlang, um Laub und Schmutz aus den Schienen zu entfernen. Diese verursachen Undichten, weil das Fenster nicht mehr vollständig schließt. Danach schleift man mit einem feinen Schleifpapier die Holzflächen an und reinigt sie mit einem trockenen Tuch, um den Staub zu binden. Per Pinsel oder Lackrolle bringt man im nächsten Schritt den Holzlack dünn auf. Nach dem Trocknen kann man das Fenster nochmals einer gründlichen Reinigung unterziehen. Bernhard Bader empfiehlt zudem, ein paar Tropfen Spülmittel auf den oberen Teil der Scheiben aufzubringen. Mit dem nächsten Regen werden diese über das Glas gespült und das Dachfenster reinigt sich selbständig.

Der Dachfensterdoktor beobachtet außerdem recht häufig, dass die Lüftungsklappe am Dachfenster nicht verwendet wird. Zwischen Frühjahr und Herbst sollte diese permanent geöffnet bleiben, um eine gute Luftzirkulation im Raum zu erreichen. Erst bei drastischen Minustemperaturen ist das Schließen notwendig, um keine Energie zu verschwenden. Zusätzlich zur frischen Luft tut man auch dem Fenster etwas Gutes. Denn durch die offene Lüftungsklappe vermeidet man das Schwarzwerden der Dachfenster.

Einen letzten Tipp hat der Dachfensterdoktor noch für seine Kunden. Auch wenn er versucht, Dachfenster solange zu reparieren, bis es wirklich keinen Sinn mehr macht, rät er vom Austausch des Glases bei alten Holzdachfenstern ab. Die Technologie von Fensterscheiben hat sich die letzten Jahre verändert. Zwei- und Dreifachverglasung bietet eine höhere Dichtigkeit und Energieeffizienz. Die Kombination von alten und neuen Materialien passt nicht mehr zusammen und kann daher im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung am Fenster führen, da die Lüftung nicht mehr korrekt funktioniert. Man müsste dann öfter lüften und hätte nicht mehr den gewohnten Komfort. Daher macht der Austausch der Scheibe wenig Sinn, der Einbau neuer Dachfenster wird in diesem Fall bevorzugt.

© Schwäbische Post 17.11.2016 14:17
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