Gesund und regional beim Produzenten einkaufen

Wochenmarkt Auf dem Ellwanger Marktplatz gibt es auch im Winter frische Waren aus der Region. Hier zwei Beispiele, was es dort jede Woche Leckeres zu entdecken gibt.
  • Heidi Böhm, Inhaberin der Gärtnerei Schönherr, ist mit ihren frischen Produkten jeden Samstag auf dem Ellwanger Wochenmarkt. Foto: Gärtnerei Schönherr
  • Es müssen keine eingeflogenen Exoten aus Übersee sein. Diese bunten Kartoffeln wachsen auch auf der Ostalb. Foto: Fotolia

Gesund soll’s sein und lecker. Und hübsch anzuschauen. Und regional produziert. Auch im Winter. Gerade in der kalten Jahreszeit, wenn die Feiertage anstehen, dann soll was ganz besonderes auf den Tisch. Der Trend zu bewusster, gesunder Ernährung soll dabei nicht zu kurz kommen. Viele Wünsche, die man sich samstags in Ellwangen alle auf einen Schlag erfüllen kann: Am einfachsten geht das auf dem Wochenmarkt.

40 Kartoffelsorten aus Neunheim

Hier kann man sich sogar noch Rezepttipps holen von den Verkäufern am Stand. „Bunte Rosmarinkartoffeln“, schlägt zum Beispiel Anton Wagner vor. Bei diesem Angebot bekommt man bei ihm kleine, bunte Kartoffeln, die man mitsamt der Schale essen kann. „Rote Emmalie“ (vormals Rote Emma), „Bamberger Hörnchen“ oder „Red Cardinal“ heißen seine exotischen Sorten: 40 verschiedene hat er in diesem Jahr im Repertoire, allesamt baut der Direktvermarkter aus Neunheim vor Ort selbst an.

Auch die Gastronomie habe die Möglichkeiten der bunten Kartoffeln für sich entdeckt, „blaue und rote Chips oder farbiges Kartoffelpüree sind dekorativ und zugleich regional“, sagt er. Es müsse nicht immer ein von weit her exportiertes Stückchen Mango als Anreiz sein. Bunte Kartoffeln könnten auch ein Highlight für den Festschmaus beim Raclette oder Fondue sein.

Im Winter muss auch er seinen Marktstand mit Planen rundum abdecken, auch mobile Heizstrahler kommen zum Einsatz, damit seine Kartoffeln nicht „frieren“: „Wenn die Temperatur unter vier Grad sinkt, beginnt die Stärke sich in Zucker zu verwandeln und die Kartoffel schmeckt süßlich“, erklärt Wagner. Wenn andere noch beim Festschmaus sitzen, ist der Kartoffelbauer möglicher Weise schon wieder bei der Arbeit. Denn auch so ein Markttag will gut vorbereitet sein: Die Wagen müssen bestückt werden, damit nach dem Feiertag wieder frische Ware an den Kunden gebracht werden kann.

Gemüsekiste aus Bopfingen

In Ellwangen steht samstags auch immer ein Stand der Gärtnerei Schönherr. Die Bopfinger Gärtnerei leitet Heidi Böhm in dritter Generation. Ackersalat zählt sie zu den beliebtesten Salaten im Winter, weil der ohnehin nur bei Kälte gedeihe. Und zu Hause sei der bereits vorgeputzte, vitaminreiche Salat schnell zuzubereiten.

Doch nicht nur auf dem Markt bringt sie gesundes Obst und Gemüse an den Kunden. In Zeiten des Gesundheitsmanagements hat die ausgebildete Fachkraft für Ernährungsmanagement einen modernen Weg eingeschlagen. „Gemüsekistenservice“, lautet ihr Schlagwort.

Als Abo, wöchentlich, zweiwöchentlich oder monatlich, erhält der Kunde seine Gärtnerkiste direkt nach Hause geliefert. Mit dabei immer das Rezept der Woche, damit man die gelieferten Produkte gleich wohlschmeckend verarbeiten kann. Im Umkreis von bis zu 60 Kilometern um Bopfingen herum wird jeden Freitag geliefert. Auch wenn der Besteller nicht zu Hause ist, wird die Kiste am vereinbarten Ort hinterlassen. Saisonales Gemüse steckt in der Box, das jede Woche neu ausgesucht und zusammengestellt wird. Bestellt werden kann per E-Mail, Fax oder einfach durchs Telefon. „Gerade jetzt im Winter ist es wichtig Gesundes zu sich zu nehmen“, sagt Böhm.

Vitaminschub auf der Arbeit

Eine weitere Dienstleistung der Gärtnerei Schönherr ist Obst@work, was sich an Firmen und Institutionen richtet. Dabei sieht sich Böhm nicht nur als der Obstlieferant, sondern will sich mit um die gesunde Ernährung am Arbeitsplatz kümmern: Ein Vitaminschub für Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber stellen ihren Mitarbeitern kostenlos das Obst zur Verfügung. So bleiben diese motiviert und vor allem gesund. Obst, das in Baldern angebaut wird.

Übrigens: Die Kartoffeln von Wagner kann man inzwischen auch online bestellen. So werden die bunten Kartoffeln von der Ostalb an Kunden in ganz Deutschland verschickt. „Von Berlin bis München“, sagt Wagner. Wer eine gute Kartoffel wolle, wisse eben, wo man sie auch bekommt.

So wie die Besucher des Ellwanger Wochenmarkts. Die treuesten lassen sich auch von frostigen Temperaturen oder Schneetreiben nicht abschrecken, freuen sich die beiden Marktbeschicker. Die kommen an 52 Wochen im Jahr. mj/ben

© Schwäbische Post 30.11.2017 18:23
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