Augsburg: WG-Zimmer steigen im Preis

Studie legt deutschlandweit Ergebnisse vor
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Für Studenten gestaltet sich die Wohnungssuche zunehmend schwieriger. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Moses Mendelssohn Institutes macht deutlich, dass teuer Wohnen für wenig Geld auch für Augsburgs Studenten wohl ein Traum bleiben wird.

Angespannte Wohnlage für Studenten in Deutschland

Die Studie nahm 98 Hochschulstandorte in Deutschland unter die Lupe und analysierte die Wohnsituation von über 5.000 Studenten. Wer zu Beginn des Wintersemesters in Deutschlands Hochschulstädten auf Wohnungssuche war, hatte es deutlich schwerer als noch im Vorjahr. München gilt dabei als Spitzenreiter. Für ein WG-Zimmer müssen durchschnittlich 600 Euro gezahlt werden. Der durchschnittliche Preis erhöhte sich damit um 30 Euro gegenüber 2018. Auch in Frankfurt am Main, in Köln, Berlin, Bonn oder Stuttgart müssen im Durchschnitt bis zu 480 Euro für die studentische Bleibe gezahlt werden. Entwarnung gibt es für Studenten in Sachsen. In Chemnitz sind die WG- Zimmer mit durchschnittlich 230 Euro am günstigsten.

Augsburg erreicht Höchstwert

Auch für Augsburg wurde ein neuer Höchstwert veröffentlicht. Statt 363 Euro im Vorjahr, zahlen Studenten heuer 389 Euro für ein WG-Zimmer. Dies kommt einer Erhöhung von sieben Prozent gleich. Obwohl Augsburg damit deutlich hinter dem Spitzenreiter München zurückbleibt, geht der Trend auch für die Augsburger Studenten zum Minimalismus. Kleinere und weniger zentral gelegene Unterkünfte werden an Zuspruch gewinnen.

Einschränkungen sind auch bei der Einrichtung zu machen. Thomas Neumann von einrichtungsradar.de verweist auf Studioliegen, welche als Schlafplatz wie auch als Sitzmöglichkeit genutzt werden können. Die Gemeinschaftsküchen dienen meist auch als Aufenthaltsraum für die komplette WG und lassen sich großzügiger gestalten und einrichten. Der Trend geht zu Gebrauchtmöbeln und deren kreativen Aufbereitung und Gestaltung.

Unerwartete Entwicklung

Mit einem derart deutlichen Anstieg der Mietpreise hat Dr. Stefan Brauckmann nicht gerechnet. Der Direktor des Moses Mendelssohn Institutes erklärt sich den Aufwärtstrend durch eine verstärkte Nachfrage. „Nicht nur Studierende zählen zur Zielgruppe. Auch Berufseinsteiger, Arbeitskräfte aus dem Ausland oder Touristen erschweren den Studierenden die Wohnungssuche“, so Brauckmann.

Die Studie verdeutlicht, dass sich die Suche nach der passenden Bleibe für etwa die Hälfte der an Deutschlands begehrtesten Hochschulstandorten eingeschriebenen Studenten zukünftig deutlich erschweren wird. Die erstarkte Wirtschaft lässt die Mieten steigen. Dennoch ist ein Trend erkennbar, welcher den studentischen Wohnungsmarkt spaltet. Dr. Brauckmann beschreibt die Lage: „Wohnungssuchenden präsentiert sich abhängig vom Hochschul-Standort ein völlig unterschiedliches Bild. In Städten mit stabiler Wirtschaftslage und attraktiven Kultur- und Freizeitangeboten bietet sich den Studenten auf Wohnungssuche eine weit größere Konkurrenz als an Hochschulstandorten mit weniger innerstädtischer Attraktivität und gefragtem Umfeld.“

Augsburg liegt deutschlandweit etwa im Mittelfeld. Die steigende Nachfrage verdankt die Stadt nicht zuletzt dem nahen München. Die hohen Kosten werden zukünftig nicht wenige Studenten dazu veranlassen, ihre Zelte im günstigeren Augsburg aufzuschlagen und zum Studium in das nahe München zu pendeln.

© Schwäbische Post 26.11.2019 10:46
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