Was auf der Wiesn alles liegenblieb

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Die Bilanz des diesjährigen Oktoberfestes kann sich sehen lassen. Das 186. Münchner Oktoberfest zog 6,3 Millionen Gäste auf die Theresienwiese. Friedlich und etwas verregnet verabschiedet sich das größte Volksfest der Welt für 2019. Festleiter Clemens Baumgärtner resümiert: “Es war eine schöne Wiesn.” Unter dem Motto “geliebt und gelebt” fand sich ein entspanntes Publikum zusammen. Offiziell ging des Oktoberfest heuer rekordfrei zu Ende. Das stimmt so nicht ganz.

Ein rekordverdächtiger Verlust
An kuriosen Fundstücken mangelt es den Festbetreibern nicht. In diesem Jahr blieben so viele Dinge auf der Wiesn zurück, wie nie zuvor. Während im letzten Jahr 2.700 Gegenstände aufgefunden wurden, konnten die Wiesnbesucher dies heuer mit beinahe 3.800 liegen gelassenen Gegenständen toppen.

Bei näherer Betrachtung handelt es sich meist um typische Fundsachen. So wurden hunderte Kleidungsstücke abgegeben. Auch Geldbörsen, Ausweise und Handys waren wie jedes Jahr unter den Fundstücken.

Vergessene Kuriositäten
Einige der vergessenen Dinge regen zum Schmunzeln und Philosophieren an. Beinahe jährlich wird auf der Wiesn ein Gebiss vergessen. “Dies ist ein Beweis für die Qualität unseres Fleisches”, scherzt der Wiesnchef. In diesem Jahr fand sich auch ein Kinderwagen ein. Ob die Eltern schlichtweg vergaßen, dass sie ihren Nachwuchs über das Wiesngelände geschoben haben, bleibt fraglich.

Bereits in der ersten Festwoche fand sich ein herrenloser Handstaubsauger. Über dessen Verwendung kann ebenfalls nur spekuliert werden. Vielleicht wollte sich jemand besonders authentisch um einen Job als Putzkraft auf der Wiesn bewerben oder der Handstaubsauger sollte dazu dienen, einem Reinlichkeitsfanatiker seinen Platz im Bierzelt sauber zu halten.

Ein Musik-affiner Wiesngast dürfte seit einigen Tagen sein Flügelhorn vermissen. Zweimal hinschauen mussten die Wiesnbetreiber bei einer Dekofigur der Freiheitsstatue, welche optisch durchaus an die Bavaria an der Theresienhöhe erinnert. Ein belesener Kunstliebhaber verließ das Festgelände ohne “Dali-das malerische Werk”.

Gesucht und gefunden
Im letzten Jahr blieben auf dem Oktoberfest nicht nur Dinge liegen, sondern verschwanden sogar vom Festgelände. Im Käferzelt wurde 2018 eine Deko-Kuh gestohlen. Heuer fand die Kuh zurück zu ihrem Stammplatz, verbunden mit einer der kuriosesten Wiesn-Geschichten. Die Künstler-Community “Robot Heart” definiert sich als Vereinigung für “Macher, Künstler, Träumer und Unternehmer”.

Offensichtlich stand den Mitgliedern im letzten Jahr der Sinn eher nach Blödsinn machen. Sie nahmen die Plastikkuh mit nach Hause und schickten sie auf eine Sightseeingtour durch die USA. Nachdem die Deko-Kuh in New York, San Francisco und der Wüste von Nevada Station machte, ist sie nun wieder zurück im Käfer-Zelt. Wiesn-Wirt Michael Käfer nimmt es mit Humor und nennt die Unternehmung eine klasse Idee.

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© Schwäbische Post 28.10.2019 11:42
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