Das Helix-Piercing – Ein stilvolles Evergreen des Körperschmuckes

Das Helix Piercing erfreut sich seit den 90er Jahren größter Beliebtheit und ziert bereits die Ohren von Tausenden. Aber wo genau wird es gestochen? Und was muss man beim Abheilen beachten? Welcher Schmuck kann im Helix Piercing getragen werden und welche Varianten dieses Piercings gibt es? Dieser Beitrag bietet Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Helix Piercing.
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Das Helix-Piercing - ein moderner Körperschmuck-Klassiker

Nicht immer muss das Rad neu erfunden werden. Im Fall des Helix Piercings ist dies sicherlich so, denn diese ausgefallene Variante des gewöhnlichen Ohrlochs ist schon seit der Antike bekannt. Bei zahlreichen Ethnien rund um den Globus gehört das Helix Piercing auch heute noch zum traditionellen Erscheinungsbild. In der westlichen Popkultur gehört das Helix Piercing spätestens seit den 1990er Jahren mit dazu. Forward Helix Piercing ist diejenige Variante, die gemeinhin als Helix Piercing bezeichnet wird. Aus modischen Gründen wird es in der Ohrkante getragen oder auf der gegenüberliegenden Seite in Schläfennähe. Dann wird aus dem Helix Piercing ein Anti-Helix.

Wie sitzt das Helix Piercing perfekt?

Die genaue Position entscheidet, ob es sich um ein Helix Piercing handelt oder lediglich um ein anderes Piercing der Ohrkante. Der Clou am Helix Piercing ist, dass es am besten kurz vor dem höchsten Punkt der Ohrmuschel gestochen wird. Gleiches gilt auch für das Anti-Helix Piercing. Dieses befindet sich auf der kopfnahen Seite knapp unterhalb des höchsten Punkts der Ohrrundung.

Wie wird das Helix Piercing gestochen?

Das Helix Piercing wird durch das Knorpelgewebe der Ohrmuschel gestochen. Im Vergleich mit dem herkömmlichen Ohrläppchen- oder Lobe-Piercing benötigt es mehr Abheilzeit. Auch der Schmerz beim Stechen ist meist ein anderer. Wo das Hautgewebe des Ohrläppchens kaum Widerstand gegen das Piercen bietet, bedeutet das Durchstechen des Knorpels deutlichen Kraftaufwand für den Piercer. Beim Stechen kommt es daher zu deutlichem Druckempfinden an der Ohrmuschel, außerdem kann das eigentliche Durchstechen deutlich hörbar sein. Auch das Helix Piercing wird üblicherweise mit einer Venenverweilkanüle gestochen. Manche Piercer setzen für dieses Piercing aber auch auf das Punchen. Hierbei wird mit einem Gewebestanzer der entsprechend gewünschte Durchmesser an Knorpel ausgestochen. Diese Technik erfordert viel Erfahrung bei der Handhabung, aber auch eine gewisse Schmerztoleranz beim Empfänger.

Abheilzeiten für das Helix Piercing

Weil das Helix Piercing im Knorpelgewebe sitzt, bedeutet dies eine längere Abheilzeit als bei Schmuck, der durch reines Hautgewebe gestochen wird. Das Knorpelgewebe des Ohrs ist wesentlich schwächer durchblutet, wodurch sich auch das Abheilen verzögert. Ein frisch gestochenes Helix Piercing benötigt zwischen drei und sechs Monaten, um vollständig zu verheilen. Wer sich sein Helix Piercing allerdings punchen lässt, kann sich über eine Abheilzeit von lediglich 2 bis vier Wochen freuen.

Die beste Pflege für schnelles Abheilen beim Helix Piercing

Eine gründliche und regelmäßige Pflege mit geeignetem Desinfektionsmittel ist ein entscheidender Faktor in der Abheilphase eines Helix Piercings. In der ersten Woche nach dem Piercen sollte auf anstrengende Sporteinheiten verzichtet werden. Auch der Besuch im Schwimmbad sollte verschoben werden. Absolut untersagt ist es das frisch gestochene Piercing mit nichtdesinfizierten Händen zu berühren. Mit einem sehr milden Desinfektionsmittel wird das Helix Piercing zweimal täglich eingesprüht, um Infektionen zu bekämpfen. Schmerzen, ein gewisses Druckgefühl oder sogar ein Anschwellen des Bereichs um das Piercing herum sind normal. Ebenfalls gerechnet werden muss mit austretender Wundflüssigkeit. Gerade in den ersten Wochen ist die Gefahr groß, aus Versehen am Schmuck hängen zu bleiben. Dann reißt der abheilende Stichkanal möglicherweise leicht ein. In diesem Fall muss die Pflege genauso fortgeführt werden, wie bei einem frisch gestochenen Piercing. Falls sich das Helix Piercing stark entzündet, blutet oder sonstige Wundheilungsprobleme auftreten, sollte der Piercer erneut aufgesucht werden.

Welcher Schmuck wird im Helix Piercing getragen?

Ist das Helix Piercing erst einmal abgeheilt steht eine riesige Auswahl an möglichem Schmuck für jeden Geschmack zur Verfügung. Bis vor wenigen Jahren setzten Piercer auf einen normalen Klemmkugelring als Ersteinsatz. Mittlerweile haben Erfahrungswerte aber ergeben, dass ein Labret-Stecker das Abheilen noch besser unterstützt. Ist das Helix Piercing gut verheilt kann der Schmuck ausgewechselt werden. Für den ersten Wechsel lohnt sich der Gang zum Piercer, um den frisch abgeheilten Stichkanal nicht zu beeinträchtigen.

Folgende Schmuckvarianten gibt es für das Helix Piercing:

• Klemmkugelringe
• Segmentringe
• Hufeisen
• Barbells
• Stecker
• Steigbügel-Stecker

Die tatsächliche Design-Vielfalt ist wesentlich größer als diese Aufzählung vermuten lässt. Neben Steckern mit Metallkugeln gibt es Varianten mit Steinen, hübschen Blumen, Herzen, Federn und noch vielen weiteren Designs. Aber auch Ringe aller Art können eingesetzt werden. Segmentringe bieten gerade bei frisch verheilten Piercings den Vorteil, dass keine Naht- oder Schweißstellen durch den Stichkanal geschoben werden müssen. Viele weitere Informationen und Asuwahl an Schmuck-Modellen bieten Online-Shops wie zum Beispiel diese komplett überarbeitete Webseite zum Thema Helix-Piercings.

Das Helix Piercing - vielfältig gestaltbar

Sowohl Helix Piercing als auch Anti Helix gehören zu den wohl salonfähigsten und dezentesten Piercings. Sie lassen sich mit geschickter Schmuckwahl jedoch perfekt in Szene setzen und geben dem Auftreten das gewisse Etwas. Jedoch sollte man sich, wie bei jedem Piercing, vorab gut informieren und schauen, welcher Schmuck zur individuellen Persönlichkeit passt.

© Schwäbische Post 28.05.2019 15:30
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