Sportwetten in den USA – Ausblick 2019 – was hat sich 2018 geändert?

  • Abbildung 1: Sportwetten in den USA sind bald in vielen Bundesstaaten legal - welche Regelungen gelten?
  • Abbildung 2: American Football ist in den USA die beliebteste Sportart - dies wird auch für Sportwetten eine große Bedeutung haben.

Die USA sind riesig und das auch rund um den Sport. Die Nation bietet so unendlich viele Sportarten, dass der geneigte Interessent durchaus eine Woche allein damit verbringen könnte, die Optionen nur zu überblicken. Doch bevor es ans Wetten geht, fragen sich natürlich viele, wie die Regelungen überhaupt lauten und ob sich diese im vergangenen Jahr geändert haben. Oder stehen gar Änderungen für 2019 an? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Wie sieht der Sportwettenmarkt in den USA aus?

Aus europäischer Sicht mag es sehr überraschend sein, doch wenn bislang von den USA und Sportwetten die Rede war, dann handelte es sich überwiegend um einen Schwarzmarkt. Einzig in Nevada, besonders in Las Vegas, war das Wetten um Sportereignisse erlaubt, alles andere war eine massive Schattenwirtschaft. Zugegeben gab es auch in Europa viele Jahre die typische Fragestellung, ob Sportwetten erlaubt sein sollten oder nicht. Doch gab es hier einen massiven Wandel:

  • Sponsoring – in Österreich heißt gleich die erste Bundesliga wie ein Sportwettenanbieter, in Deutschland laufen und liefen etliche Vereine mit einem solchen Schriftzug auf der Brust auf, die deutsche 3. Liga wird von einem Sportwettenanbieter mitfinanziert und selbst das deutsche Nationalteam wird bei Spielen von Wettanbietern finanziell unterstützt.
  • Präsenz – ist in Deutschland die Präsenz von Sportwetten beim Fußball groß, so ist sie im »Mutterland des Fußballs« noch größer. Sportwetten und Fußball gehören in England so zusammen, wie das Vielseitigkeitsreiten und Badminton oder die Beatles und der Hyde Park.


Mittlerweile hat sich das Verbot von Sportwetten in den USA gelegt, wobei es, wie weiter unten erklärt wird, keine klare Linie gibt. Dafür gibt es nun erste Zahlen, die die Größe des Marktes beschreiben könnten:

  • New Jersey - hier wurde überwiegend das Offline-Geschäft gezählt, doch konnte der Staat vermelden, dass seit der Legalisierung ganze 600 Millionen US-Dollar umgesetzt werden konnten, wie dieser Artikel zeigt.
  • Aktien - selbst europäische Anbieter konnten ihre Aktien deutlich steigen sehen. Dies bleibt auch in den USA nicht aus, denn einzelne Casino-Aktien hatten deutliche Kursgewinne.


Inwieweit sich die Legalisierung insgesamt auswirkt, wird dann zu erkennen sein, wenn die meisten Bundesstaaten entsprechende Regelungen getroffen haben.

Was hat sich 2018 geändert und wie wird sich der Markt entwickeln?

Was in Europa längst die Normalität ist, ändert sich in den USA gerade erst. Denn Sportwetten gab es in den USA zwar schon lange, nur agierten die Anbieter in einer kompletten Grauzone und das sogar eher in der »Schattenwirtschaft«.

Im Jahr 2017 entschied der Supreme Court, dass nun Schluss ist mit dem Sportwettenschwarzmarkt und dass das Wetten endlich legalisiert werden müsste. Allerdings betraf diese erste Entscheidung die lokale Wettmöglichkeit, im vergangenen Jahr kam eine weitere Entscheidung heraus. Diese besagte, dass die aktuelle Online-Regelung tatsächlich rechtswidrig sei. Und das bedeutet:

  • Regelung - es gibt in den USA noch keine allgemeingültige Regelung zum Online-Glücksspiel, worunter Sportwetten fallen. Noch sind die einzelnen Regierungen der Bundesstaaten mit der Regelung betreut. Folge - es gibt eine Liberalisierung, bei der jeder Bundesstaat einzeln entscheidet. So ist Delaware direkt vorangeprescht und hat Sportwetten in allen (Online-)Casinos erlaubt.
  • Offline-Wetten - New Jersey erlaubt das offline-Wetten seit Sommer letzten Jahres, sodass die ersten Wettbüros entstanden. In Mississippi werden weiterhin erste Wettbüros errichtet, die Lizenzen wurden schon vergeben.


Aktuell wird das Wetten wohl in über 30 Staaten legalisiert werden. Wie die Regeln tatsächlich aussehen, ist freilich nicht zu sagen, denn da jeder Bundesstaat selbst entscheiden kann, wird es wohl auch die unterschiedlichsten Gesetze geben. Für europäische Wettende oder auch deutsche Bürger mag dies seltsam klingen, doch ist es in den USA absolut normal, dass selbst beieinanderliegende Staaten sich in rechtlichen Belangen vollends voneinander unterscheiden. Dies lässt sich immer gut an der Legalisierung von Cannabis oder auch an der Todesstrafe sehen.

Welche Möglichkeiten bietet die Legalisierung?

Wenn auch in den USA vieles ein wenig anders funktioniert als in Europa, so werden die Regelungen und die Erlaubnis, Sportwetten offline und auch online anzubieten, durchaus wirtschaftliche Folgen haben:

  • Einnahmen – über Sportwetten werden massive Einnahmen erzielt. Allein in Deutschland werden knapp 7,8 Milliarden Euro jährlich im Glücksspiel umgesetzt. In den USA würde dieser Wert freilich rasch erreicht und überschritten werden.
  • Werbung/Sponsoring – das Sponsoring im Sport geht in der Regel mit Werbung einher. Wettbüros und Wettanbieter haben in den USA durch die Masse an Sportarten, den vielen Ligen und Optionen eine enorme Werbefläche, die weltweit genutzt werden kann. Kleinere Vereine oder auch die Schulligen könnten finanziell unterstützt werden.
  • Online – erlauben die USA Onlinewetten großflächig und öffnen den Markt auch für ausländische Wettende, würden sich die Zahlen nochmals deutlich erhöhen. An dieser Stelle könnten auch europäische Anbieter gezielt einsteigen.

Auf der anderen Seite gibt es durch die fehlende einheitliche Regelung und der Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle Staaten mitziehen, große Nachteile, die sich gerade auf das Sponsoring auswirken. Hier könnte es durchaus geschehen, dass Clubs einer Liga massiv unterschiedlich behandelt werden und nicht aus demselben Pool an Sponsorpartnern zurückgreifen könnten. Während größere Clubs diese Probleme vermutlich leicht umgehen und ausgleichen könnten, würden kleinere Teams das Nachsehen haben. Es müsste diesbezüglich also auch eine Sponsoringregelung innerhalb der Sportverbände und Ligenverbände gefunden werden, die diese Ungleichheit ausgleicht.

Fazit – es dürfte noch interessant werden

Die Regelung ist in den USA noch längst nicht abgeschlossen und wird weiterhin überarbeitet. Noch ist auch nicht vollständig klar, ob alle Bundesstaaten mitziehen oder ob sie das Onlinegeschäft regeln. Sicher ist, dass in den USA ein riesiger Markt für sportliche Glücksspieler und Investoren wartet, der nur noch in den Mittelpunkt gerückt werden muss. Dass es weitere Regelungen gerade bezüglich des Sports und der Förderung geben muss, ist ebenso deutlich.
Bildquellen:
Abbildung 1: @ hhach (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ SimonaR (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

© Schwäbische Post 06.02.2019 09:24
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