Triennale der Photographie in Hamburg porträtiert globale Umbrüche

Unter dem Motto "Breaking Point. Searching for Change" eröffnete Anfang Juni die 7. Phototriennale in der Hansestadt Hamburg. Die Triennale zeigt noch bis September 2018 die Werke von über 300 Künstlern und Künstlerinnen, die sich mit den rasanten Veränderungen der Globalisierung beschäftigen.

Die Hamburger Veranstaltung mit Festivalcharakter, die seit 1999 im dreijährigen Rhythmus stattfindet, zog allein am langen Eröffnungswochenende vom 7.-10. Juni über 25.000 Besucher an. In Zusammenarbeit mit den Hamburger Museen, Galerien und Kulturinstitutionen finden in den nächsten Monaten 90 Veranstaltungen statt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Fotoausstellungen, aber es werden auch Podiumsdiskussionen, Fach-Vorträge und Künstlergespräche veranstaltet, um die Interaktivität mit dem Publikum anzuregen.

"Die Triennale der Photographie zeigt die Kraft der Fotografie - in einer Zeit, in der wir von Bildern umgeben sind. Die Bedeutung des Bildes für die gesellschaftliche Entwicklung deutlich zu machen, ist der Erfolg der Triennale", erklärt Carsten Brosda, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien, in einer Pressemitteilung des Hamburger Stadtmarketings.

Die diesjährige Veranstaltung soll unsere Zeit porträtieren, die von den Momenten des Umdenkens und der Neubetrachtung geprägt ist. Um dieses Thema zu konkretisieren und die einzelnen Ausstellungen fachlich zu gruppieren, hat das Team um den künstlerischen Leiter Krzysztof Candrowicz das Motto in die Einzelbegriffe "enter", "space", "home", "shift", "control", "return", "delete" und "escape" aufgeschlüsselt. In Anlehnung an die Tastaturbefehle aus der Computerwelt will die Triennale den Funktionen der Fotografie in unserer rasant sich verändernden Welt auf den Grund gehen - etwa der kritischen Berichterstattung über Wirtschaft und Politik unter dem Schlagwort "control" oder der Dokumentation von Migrationsbewegungen und Zugehörigkeitsgefühl in "home".

Aber auch das Internet ist ein "breaking point" in der Geschichte der Fotografie: Bilder kann man mit wenigen Klicks in guter Qualität drucken lassen, und die sozialen Plattformen bieten gänzlich neue Möglichkeiten für die Verbreitung und Diskussion von Fotografien. Das wurde nicht zuletzt auf der Anfang Juni organisierten Unconference der Phototriennale deutlich, für die das Publikum vorab über die Social-Media-Kanäle Fragen und Anregungen einreichen konnte.

Ein weiteres Highlight der bisherigen Veranstaltungen war die Portfoliosichtung "Portfolio Match", für die sich Amateur- sowie professionelle Fotografen im Vorhinein anmelden konnten. In einem Workshop wurden die Portfolios der Teilnehmer in kurzen Vorträgen vorgestellt und anschließend von 25 Experten der Fotobranche kommentiert. Fotobegeisterte haben noch bis in den Herbst die Chance, an weiteren Veranstaltungen der Triennale teilzunehmen.


Bildrechte: Flickr The Concept of Lines Simon Bierwald CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Schwäbische Post 06.07.2018 09:24
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